https://www.faz.net/-gvf-145t6

Fondsbericht : Mit deutschen Tugenden unter die Besten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Zwei Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland halten sich unter den besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag. Der DWS Deutschland setzt dabei auf alte Stärken der heimischen Wirtschaft.

          2 Min.

          Zwei Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt behaupten sich in unserer Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag. Der DWS Deutschland kommt im Drei-Jahres-Vergleich des Fonds-Analysehauses Lipper, der dieser Auswertung zugrunde liegt, auf eine Rendite von 10,25 Prozent.

          Das Konkurrenzprodukt Pioneer Investments German Equity vertreibt die Hypo-Vereinsbank, die beide dem italienischen Finanzkonzern Unicredit gehören. Der Pioneer-Fonds schneidet allerdings mit einer Rendite von 5,3 Prozent spürbar schlechter als der DWS-Konkurrent ab.

          Exportweltmeister

          Der DWS Deutschland wird von Tim Albrecht gemanagt und ist mit einem Fondsvermögen von zuletzt rund 648 Millionen Euro der kleine Bruder des großen Deutschland-Fonds DWS Investa, der ein Fondsvolumen von gut 2,5 Milliarden Euro schafft und den Henning Gebhardt managt. Dieser rangiert damit in Dimensionen, die nur noch der global anlegende Flaggschifffonds DWS Akkumula mit einem Fondsvermögen von mehr als 3 Milliarden Euro erreicht, für den DWS-Chef Klaus Kaldemorgen persönlich einsteht.

          Bild: F.A.Z.

          Der Pioneer Germany Equity dagegen kommt mit einem Fondsvolumen von zuletzt 68,6 Millionen Euro aus Branchensicht auf eine eigentlich vernachlässigbare Größe. Das ist erstaunlich angesichts seiner Rendite.

          Der Investa sucht seine Chancen allgemein mit den Standardwerten, die im deutschen Leitindex Dax gehandelt werden. Der DWS Deutschland dagegen geht mit einer klaren Ausrichtung an den Markt: Albrecht investiert bevorzugt in Unternehmen, die im Export stark sind und die beispielsweise einen hohen Weltmarktanteil aufweisen. Deshalb finden sich in seinem Portfolio bevorzugt Titel aus deutschen Vorzeigebranchen wie dem Anlagenbau oder der chemischen Industrie. Siemens, Bayer und BASF hat er sich ins Depot gelegt. Aber auch der mittelständische Pumpenhersteller KSB findet sich unter seinen größten Positionen.

          Internationalität lohnt nicht immer

          Damit dürfte der DWS Deutschland auch als der Fonds der guten alten deutschen Wirtschaftstugenden firmieren. Dabei ist es Albrecht weniger wichtig, dass die Titel seiner Wahl ein stürmisches Wachstum aufweisen. Er achtet vor allem darauf, dass sie eine gute Substanz besitzen: „Ich tue mich schwer mit Wachstumswerten, die eine hohe Bewertung haben.“ Dabei steht Albrecht anders als Investa-Manager Gehardt das gesamte deutsche Aktienuniversum zur Auswahl. „Zurzeit bin ich zu etwa 70 Prozent in Standardwerten und zu rund 30 Prozent in Nebenwerten engagiert, aber ich bin nicht auf ein bestimmtes Verhältnis festgelegt“, sagt Albrecht.

          Dies dürfte der größte Unterschied zwischen den beiden Produkten sein, und er brachte in der Vergangenheit den Ausschlag. Der Investa kam in den vergangenen drei Jahren nach DWS-Angaben auf ein Minus von 13 Prozent. Entgegen einer landläufigen Meinung, dass Anleger heutzutage international agieren sollten, hat der DWS Akkumula in dieser Zeit 9,3 Prozent an Wert verloren.

          Und natürlich China

          Einen Gutteil seiner relativ hohen Rendite hat Albrecht allerdings auch dem Umstand zu verdanken, dass er in den stürmischen Augenblicken der Finanzkrise konsequent Finanzwerte gemieden hatte. Mittlerweile jedoch finden sich wieder größere Posten Allianz, Deutsche Bank und Münchener Rück im Fondsbestand.

          China-Fonds dominieren nach wie vor unsere Rangliste, allen voran die beiden Euro- und Pfund-Tranchen des First State Greater China Growth. Doch die Bedenken gegenüber den asiatischen Märkten nehmen angesichts einer bevorstehenden Leitzinserhöhung in Indien zu. Diese könnte, so lautet eine verbreitete Befürchtung, unter Umständen eine Korrektur an den Fernost-Börsen auslösen. Viele halten die asiatischen Aktienmärkte nach der jüngsten Rally für überhitzt. Die indische Börse jedenfalls hat seit Mitte Oktober rund 6 Prozent an Wert eingebüßt.

          Weitere Themen

          Das Jahr der Börsengänge

          Frankfurter Aktienmarkt : Das Jahr der Börsengänge

          Im ersten Halbjahr gab es in Frankfurt ungewöhnlich viele Börsengänge – und weitere zeichnen sich ab. Kurz vor der Sommerpause rollt der Autozulieferer Novem allerdings nur mit Mühe aufs Parkett.

          Topmeldungen

          
              Bild der Zerstörung: Blick in eine  Stolberger Innenstadt-Straße kurz nach dem Hochwasser

          Nach dem Hochwasser : Fast vor dem Nichts

          Autos weggespült, Geschäfte zerstört, Werkstätten vermatscht: Die Folgen der Flut in Westdeutschland bedrohen auch viele berufliche Existenzen. Ein Besuch im nordrhein-westfälischen Stolberg.
          Sieht sich „reformbereiter“ als Macron und mit „mehr Autorität“ als Le Pen: Valérie Pécresse, die mögliche rechtsbürgerliche Präsidentschaftskandidatin in Frankreich

          Kandidatin für Elysée-Palast : Eine Alternative zu Marine Le Pen?

          Valérie Pécresse, die rechtsbürgerliche Regionalpräsidentin der Hauptstadtregion Île-de-France, will bei der französischen Präsidentenwahl im nächsten Jahr kandidieren. Sie fährt migrationspolitisch einen harten Kurs.
          Erstmals dabei: Der peruanische Skateboarder Angelo Caro.

          Premieren in Tokio : Das sind die fünf neuen Olympia-Sportarten

          Aus 28 werden auf einmal 33: Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind in diesem Jahr fünf neue Sportarten dabei – nicht alle werden olympisch bleiben. Ein Überblick über die Premieren in Japan.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.