https://www.faz.net/-gvf-qhr9

Fondsbericht : Mischfonds erholen sich von ihren niedrigen Renditen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Wertentwicklung von Mischfonds hat sich im abgelaufenen Jahr stark verbessert. Mit Renditen zwischen 66 und 24 Prozent können sie wieder als wettbewerbsfähig gelten.

          Mischfonds haben im vergangenen Jahr eine beachtliche Renaissance erlebt. Mischfonds bieten ein Bild des Jammers lautete noch vor knapp einem Jahr unsere Überschrift bei unserem Renditevergleich für die besten Mischfonds mit stabilem Ertrag. Zu Recht - denn schon mit einer Wertsteigerung von 3,6 Prozent in den drei Jahren zuvor konnte ein Fonds damals den Sprung unter die besten 30 schaffen.

          Heute sind die Ergebnisse von Mischfonds wieder wettbewerbsfähig. Unser Spitzenreiter ist ein Produkt der Fondsgesellschaft Swisscanto, die den schweizerischen Kantonalbanken gehört, mit einer Wertentwicklung von 38,5 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Um in unsere Rangliste aufgenommen zu werden, ist jetzt immerhin eine Wertsteigerung von mehr als 13 Prozent erforderlich.

          Wieder in Mode

          Für die 30 besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag errechnet das Fondsanalysehaus Lipper, dessen Daten unserem Fondsvergleich zugrunde liegen, Renditen zwischen 66 und 24 Prozent. Bei Aktienfonds mit stabilem Ertrag liegt die Spreizung zwischen 73 und 26 Prozent.

          Eine Zeitlang waren Mischfonds aus der Mode gekommen. Damals wollten die Anleger vor allem Fonds mit klarem Profil, Produkte, die immer stark investiert sind, unabhängig davon, ob es sich für den Anleger lohnt oder nicht. Die richtige Mischung zwischen asiatischen Nebenwerten, amerikanischen Standardaktien, europäischen Staatsanleihen und Ramschanleihen aus Schwellenländern finden die Anleger nach damaliger Überzeugung schon selbst.

          Vermögensverwaltende Variante

          Doch mit dem Aufstieg kleiner Vermögensverwalter, die in den vergangenen Jahren in hohem Maße eigene Publikumsfonds aufgelegt haben, nahm auch das Ansehen von Mischfonds wieder zu. In dieser Kategorie fasst Lipper - wie die meisten Akteure auf den Finanzmärkten auch - zwei völlig unterschiedliche Konzepte zusammen.

          Zum einen fallen unter die Mischfonds die sogenannten vermögensverwaltenden Fonds. Dies sind die typischen Produkte der Vermögensverwalter. Hier verwaltet der Fondsmanager das ihm anvertraute Anlegerkapital nach bestem Wissen und Gewissen. Er wählt Aktien, Anleihen, Länder, Branche, Emittenten, wie er es aufgrund seiner Markteinschätzung für richtig hält. Dabei gibt es Varianten, die aggressiver und somit risikoreicher vorgehen, und andere, bei denen dem Fondsmanager der Erhalt des Kapitals an oberster Stelle steht.

          Alternativen

          Zum anderen finden sich unter den Mischfonds auch sämtliche Anlagestrategien, die sich weder Aktienfonds noch Rentenfonds zuordnen lassen. Dazu zählen Fonds wie die der Wiener Fondsboutique C-Quadrat Arts, die stark auf mathematischen Modellen aufbauen. Auch der Smart Invest Helios AR zählt hier dazu. Ihn managt die Stuttgarter Vermögensverwaltung Smart Invest, die auf Absolute Return spezialisiert ist. Ein typischer vermögensverwaltender Fonds dagegen ist der Carmignac Patrimoine, der unsere Rangliste mehrere Monate lang anführte und nun auf den 9. Rang zurückgefallen ist.

          Mischfonds sind eine Domäne der Vermögensverwalter und kleineren Fondsgesellschaften geworden. Neben Carmignac und C-Quadrat findet sich hier beispielsweise der Eurose-Fonds von Leonardo Invest, einer 2007 gegründeten kleineren Fondsgesellschaft, die der italienischen Vermögensverwaltung Gruppo Banca Leonardo gehört. Auch der Prime Values Income fällt in diese Kategorie, den die österreichische Privatbank Gutmann managt. Sie verwaltet nach eigenen Angaben rund 4 Milliarden Euro in etwa 100 Fonds.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Rückschlag für Paris : Neymar macht Tuchel das Leben schwer

          Paris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr das Fußball-Paradies für den deutschen Trainer. Seine Reputation in der Öffentlichkeit und die Autorität innerhalb des Klubs sind beeinträchtigt. Und dann ist da ja noch Neymar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.