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Fondsbericht : Londoner Investmentgesellschaften liegen vorn

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nur ein deutscher Vertreter findet sich in der Spitzengruppe der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung. Offenbar sind deutsche Gesellschaften im Bereich Schwellenländer schwach aufgestellt.

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          Nur eine deutsche Fondsgesellschaft ist unter den Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung vertreten. Es ist die Union Investment mit dem Uni Deutschland XS, der auf deutsche Nebenwerte spezialisiert ist und der im vergangenen Jahr von der Hausse bei deutschen Aktien profitierte. Dominiert wird unsere Rangliste von Londoner Investmentgesellschaften, die ihre internationalen Stärken ausspielen.

          Alle größeren englischen Fondsanbieter sind vertreten: So liegt Aberdeen mit dem Asian Smaller Companies und dem Emerging Markets Smaller Companies weit vorne. Mit dem Emerging Markets Equities belegt sie Rang 30. Threadneedle rückt mit dem American Smaller Companies ein, Schroder mit dem Asian Total Return, Henderson mit einem China-Fonds und dem Japanese Smaller Companies, F&C mit dem US Smaller Companies und M&G mit einem japanischen Nebenwerte-Fonds.

          Deutschen fehlen Schwellenländer

          Die Liste deutet auf einen der Gründe für die Schwäche der deutschen Anbieter hin: Die englischen Fondsgesellschaften punkten mit sehr speziellen Ausrichtungen auf den Schwellenmärkten - und diese zählen offenbar nicht zu den Stärken vieler deutscher Fondsanbieter. Es scheint, als hätte die hiesige Branche ihre internationale Expertise, vor allem im Aktienbereich, etwas vernachlässigt - zumal die Kosten, um mit japanischen, amerikanischen oder südostasiatischen Nebenwerten zu reüssieren, enorm hoch sind.

          Allerdings muss das Urteil dahingehend eingeschränkt werden, dass unsere Rangliste, die das Fondsanalysehaus Lipper wöchentlich für diese Zeitung erstellt, eine Auswahl der 30 besten Fonds aus einer Gruppe von insgesamt gut 3800 Fonds zeigt. Insofern ist es auch in einem gewissen Maße zufallsbedingt, ob der Fondsmanager in den vergangenen drei Jahren eine Rendite von 46,7 Prozent geschafft hat, die für den Sprung in die Rangliste genügt hätte, oder ob ihm nur 46,5 Prozent gelungen sind. Der Abstand auf den letzten fünf Rängen beträgt weniger als 2 Prozentpunkte - was über drei Jahre denkbar wenig ist.

          Dennoch ist die geringe Präsenz deutscher Fonds ein Warnsignal. Die deutsche Fondsbranche droht im internationalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren, zumal weitere ausländische Anbieter auf den deutschen Markt drängen. Nicht nur französische Fondsboutiquen kommen verstärkt. Jüngst hat auch die südafrikanische Fondsgesellschaft Investec wieder ein Vertriebsbüro in Frankfurt eröffnet.

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