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Fondsbericht : Lateinamerika-Fonds schieben sich nach vorn

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Noch immer dominieren die China-Fonds die Rangliste der besten Aktienfonds. Doch ihre Vorherrschaft ist nicht mehr unangefochten. Andere Schwellenländer rücken vor, besonders die Region Lateinamerika.

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          Die Vorherrschaft der China-Fonds in unserer Rangliste der 30 Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung ist nicht mehr unangefochten. Vor drei Monaten noch belegten China-Fonds die ersten sechs Plätze der Rangliste, die regelmäßig das Fondsanalysehaus Lipper erstellt. Dieses Mal nun hat sich der Lateinamerika-Fonds der französischen Fondsgesellschaft CAAM (Isin LU0201575346) auf den fünften Platz vorgeschoben.

          Solche Veränderungen mögen auf den ersten Blick marginal erscheinen. Doch da dieser Auswertung die Rendite in den vergangenen drei Jahren zugrunde liegt, sind Veränderungen in der Plazierung beabsichtigt träge, weil ein zu kurzer Betrachtungszeitraum den Blick auf die dauerhafteren Trends verstellt. Bei einer solchen Betrachtung fällt auf, dass die China-Fonds nicht mehr so unangefochten unsere Rangliste beherrschen wie zuvor, sondern dass sie vielfältiger wird: Lateinamerika schiebt sich stärker nach vorne wie auch Aktienfonds, die in Unternehmen aus dem Bereich Gold und Edelmetalle investieren. Auch mit Indien-Fonds konnten Anleger in den vergangenen drei Jahren hohe Renditen erzielen.

          Lateinamerika mit weniger Risiko

          Der CAAM-Fonds Latin America Equities fällt vor allem mit einer Sharpe-Ratio auf, die ihn besser plaziert als die vier China-Fonds, die eine höhere Rendite in den vergangenen drei Jahren erzielt haben. Das bedeutet, dass er seine Rendite von kumuliert 44,6 Prozent über drei Jahre mit einem geringeren Risiko erreicht. Die Sharpe-Ratio setzt die Überschussrendite - dies ist die Rendite des Fonds abzüglich der risikolosen Rendite, beispielsweise die einer Bundesanleihe oder der Geldmarktzins - ins Verhältnis zur Standardabweichung, mit der die Schwankungsanfälligkeit des Fonds gemessen wird. Eine hohe Schwankungsanfälligkeit wird eher negativ beurteilt, auch wenn sie stark nach oben geht, weil die Finanzmathematiker darin ein erhöhtes Risiko sehen.

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          Die lateinamerikanischen Börsen haben in den vergangenen Monaten ein geradezu atemberaubendes Tempo vorgelegt. Der Bovespa-Index, der Leitindikator der Börse São Paulo in Brasilien, stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 88 Prozent. An der Börse Santiago de Chile gewannen Standardwerte 29 Prozent an Wert, während in Argentinien an der Börse Buenos Aires der Leitindex Merval sogar um 131 Prozent in die Höhe schoss.

          Damit ließen die großen Aktienmärkte in Südamerika Chinas Börsen Hongkong und Schanghai hinter sich. Dort stiegen die Aktien-Leitindizes um gut 60 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Auch dies ist ein beachtliches Ergebnis im Vergleich dazu, dass sich deutsche Aktienanleger schon darüber freuen, dass der Dax im selben Zeitraum um 27 Prozent in die Höhe ging.

          Fondsmanager setzen auf die Bric-Abkopplung

          Unser Rendite-Vergleich lässt natürlich außer Acht, wie die Anleger ihr Vermögen am besten anlegen sollen und vor allem welchen Anteil ihres Vermögens sie den zweifellos erhöhten Risiken der Schwellenmärkte aussetzen sollen. Manche Fondsgesellschaften setzen deshalb lieber auf Schwellenländer insgesamt.

          Kathryn Koch, eine Fondsmanagerin des Goldman-Sachs-Fonds GS Brics, sieht zwei starke Triebkräfte für die Region, wobei das Kunstwort Bric für Brasilien-Russland-Indien-China steht. Zum einen werde der Handel innerhalb der Bric-Region zunehmen, und zum andern werde der inländische Konsum in diesen Ländern weiter an Bedeutung gewinnen. „Wir sehen derzeit eine Abkopplung der Wirtschaft in den Bric-Ländern von den Industriestaaten“, sagt Koch. Die Fondsmanager setzen stark darauf, dass sich in diesen Ländern allmählich eine wohlhabendere Mittelschicht herausbildet. Deshalb hätten sie Unternehmen, die auf den inländischen Konsummärkten aktiv seien, derzeit übergewichtet.

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