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Fondsbericht : Investec meldet sich zurück

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die südafrikanische Fondsgesellschaft Investec ist nach kurzer Unterbrechung wieder in Deutschland aktiv und setzt Maßstäbe für Anleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung.

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          Ein Thema beherrscht derzeit Anleger, die sich für Schwellenländer interessieren: Das ist die Konvergenz dieser Länder mit den entwickelten Ländern.

          Der Abbau des wirtschaftlichen Rückstands der Schwellenländer zu den industrialisierten Ländern wird dazu führen, dass Aktien und Anleihen aus Schwellenländern eine vergleichsweise höhere Rendite abwerfen, meint Peter Eerdmans, Leiter Anleihen aus Schwellenländern der südafrikanischen Fondsgesellschaft Investec.

          Auswahl der Besten

          In unserer Rangliste der 30 Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung ist Eerdmans mit dem Fonds Investec GSF Emerging Markets LC Debt auf Rang 25 vertreten. Eine Rendite von kumuliert 43,5 Prozent in den vergangenen drei Jahren hat ihm diese Plazierung eingebracht.

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          Nun ist dieses Segment des Fondsanalysehauses Lipper, das wöchentlich die Auswertung für diese Zeitung berechnet, relativ klein. Insgesamt erfasst Lipper gut 1600 Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung. Bei Mischfonds mit der besten Wertentwicklung haben die Lipper-Analysten rund 1800 Fonds zur Auswahl und bei Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung mehr als 3800. Doch selbst in der relativ kleinen Gruppe der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung schaffen es weniger als 2 Prozent in unsere Rangliste.

          Neben der besten Wertentwicklung untersuchen wir auch regelmäßig Fonds mit stabilem Ertrag und Fonds mit geringem Verlustrisiko. Bei Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung berücksichtigt Lipper die höchste Rendite, unabhängig vom Risiko, das der Fondsmanager eingeht, um diesen Ertrag zu erzielen. Somit sind diese Fonds nicht für Anleger geeignet, die Risiken meiden wollen.

          Schwellenländer sind Trumpf

          Eerdmans reüssiert mit einer Variante, die als relativ anspruchsvoll gilt: Er investiert nicht in Dollar- oder Euro-Anleihen aus Schwellenländern, sondern in Schuldtitel, die von den Regierungen in lokalen Währungen begeben werden. „Bei diesen Anleihen profitiere ich zum einen von einer hohen Rendite und zum andern von der Chance, dass die lokalen Währungen weiter gegenüber dem Dollar aufwerten“, sagt Eerdmans im Gespräch mit dieser Zeitung. Auch sei die Auswahl an diesen Titeln mittlerweile groß. „Das Marktvolumen von Anleihen in lokalen Währungen ist heute größer als das von Schwellenländer-Anleihen in Dollar“, sagt Eerdmans.

          Dass Schwellenländer-Anleihen in lokaler Währung derzeit lohnender sind, zeigt die Schweizer Privatbank Pictet. Sie ist mit einem Fonds, der in Schwellenländer-Anleihen in lokalen Währungen investiert, auf Rang 18 plaziert. Mit dem Pictet Global Emerging Debt, der in Dollar-Anleihen aus Schwellenländern anlegt, belegt sie Rang 21.

          „Dollar-Schwellenmarktanleihen verzeichneten im 4. Quartal 2010 negative Erträge“, sagt Simon Lue-Fong, der beide Fonds verwaltet. Allerdings seien für Investments in lokalen Währungen viel Erfahrung notwendig, meint Eerdmans. Schwierig sei vor allem, mit der oft geringen Liquidität dieser Titel umzugehen. „Wir sind die einzige internationale Fondsgesellschaft mit afrikanischen Wurzeln, und wir investierten schon in Schwellenländer-Anleihen in lokalen Währungen, als sich die anderen Investoren noch an Dollar-Anleihen hielten“, sagt Eerdmans.

          1991 wurde Investec Asset Management von der südafrikanischen Investec Bank gegründet. Heute verwaltet sie ein Vermögen von rund 81 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) und zählte damit nach deutschen Maßstäben zu den größeren Fondsgesellschaften. Allein in Schwellenländer-Anleihen hält Investec rund 6 Milliarden Dollar. Schon einmal hatten die Südafrikaner vorübergehend ein Vertriebsbüro in Frankfurt. Nun wollen sie dauerhaft in der deutschen Finanzmetropole präsent bleiben.

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