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Fondsbericht : Indien-Fonds überraschend an der Spitze

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Gleich sechs Indien-Fonds reihen sich unter den besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag ein. Doch sollten Anleger bedächtig sein: Auch China-Fonds führte die Bestenliste einst an und sind nur daraus verschwunden.

          Das ist ein beeindruckender Einzug: Gleich sechs Aktienfonds mit einer Ausrichtung auf Indien finden sich in unserer jüngsten Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag. Bei unserer vorangegangenen Auswertung dieser Fonds-Gattung Ende April dieses Jahres fand sich kein einziges dieser Produkte in der Bestenliste, die das Fondsanalysehaus Lipper in regelmäßigen Abständen für diese Zeitung ausrechnet.

          Die Indien-Fonds verdrängen nun mit Macht den bisherigen Spitzenreiter, den Uni Deutschland XS. Dabei legte auch der auf deutsche Nebenwerte spezialisierte Fonds der Union Investment noch einmal zu. Ende April kam er auf eine kumulierte Rendite von 82,6 Prozent für die vergangenen drei Jahre. In der aktuellen Auswertung ist die Dreijahresrendite nun auf 94,5 Prozent gestiegen.

          Indischen Aktienmarkt übertroffen

          Doch der Indien-Fonds von First State, sowohl in der Euro- als auch in der Pfund-Tranche, präsentiert sich einfach noch stärker. Um mehr als 100 Prozent hat er das Vermögen der Anleger in den vergangenen drei Jahren gemehrt. Dabei ist der für die Börse Mumbai (Bombay) richtungweisende Aktienindex BSE-30 seit dem Sommer 2008 nur um insgesamt etwa 40 Prozent gestiegen; in der Spitze waren es mehr als 55 Prozent. Um am Aufschwung der indischen Börse teilzuhaben, genügte es somit nicht, einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) zu kaufen, der den Verlauf des BSE-30-Index nachzeichnet. Es waren auch die Qualitäten aktiver Fondsmanager gefragt.

          Während sich beispielsweise allein in den vergangenen zwölf Monaten Titel wie Tata Consultancy um knapp 60 Prozent verteuert haben, verloren Reliance Infrastructure oder Reliance Communications rund 50 Prozent an Wert. Eine glückliche Hand haben offenkundig die beiden Fondsmanager von First State, David Gait und Sasha Reddy, bewiesen: Ihr Indien-Fonds ist zurzeit relativ ausgewogen in sehr große, mittelgroße und kleinere Aktien an der Börse Mumbai investiert. Allerdings ist der Fonds mit einem verwalteten Vermögen von rund 320 Millionen Dollar auch noch nicht allzu groß, so dass er Anlagechancen in Indien recht flexibel nutzen kann.

          Momentaufnahmen

          Allerdings sollten sich Anleger nicht blind auf Indien-Fonds stürzen. Vor einem Jahr beispielsweise führten China-Fonds unsere Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag an. Von diesen Produkten reden heute nur noch wenige. Wer sich in Indien-Fonds oder in den aktuell ebenfalls stark vertretenen Thailand- oder Korea-Fonds engagiert, setzt sich einem relativ hohen Marktrisiko aus.

          Relativ stark zeigen sich zurzeit auch Aktienfonds, die auf die klassischen entwickelten Aktienmärkte ausgerichtet sind: Vor allem Nordamerika-Fonds haben an Terrain gewonnen. Dabei hat der amerikanische Aktienmarkt selbst in den vergangenen drei Jahren gar nicht so kräftig zugelegt. Der Dow-Jones-Index liegt, grob gesprochen, auf dem Niveau, das er vor drei Jahren hatte. Er stieg seit Sommer 2008, also noch vor der Eskalation der Finanzkrise, unter dem Strich um gut 10 Prozent. Auch der marktbreite S&P-500-Index ist über seinen Stand vom Sommer 2008 bis heute nicht nennenswert hinausgekommen. Er erhöhte sich seither gerade einmal um 6,7 Prozent.

          Doch der Blick auf die Aktienindizes verstellt in diesem Fall den Blick auf die vielen Einzelbewegungen auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Anleger, die nur in ETF investieren, konnten sich diese kaum zunutze machen - viele Manager von Aktienfonds dagegen schon. Ein Beispiel aus dem Dow-Jones-Index: Die Aktie von American Express verteuerte sich in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 20 Prozent, während die Titel von Cisco Systems im selben Zeitraum mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

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