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Fondsbericht : In schwierigen Zeiten zahlt sich Flexibilität aus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nicht jeder quantitativ gesteuerte Fonds ist in den vergangenen Monaten unter die Räder gekommen. Der Dachfonds von C-Quadrat hat sich gut gehalten. Dafür hat Fondsmanager Leo Willert auch die Aktienquote komplett zurückgefahren.

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          Der erwartete Absatzschub von Investmentfonds vor der Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge im kommenden Jahr lässt noch auf sich warten. Kurz vor Toresschluss bekommen noch einmal Mischfonds und flexible Dachfonds die Gelegenheit, den Anlegern ihre Stärken zu präsentieren. Beide Fondsgattungen stehen häufig in der Angebotspalette ganz vorn, wenn es um die Abmilderung der Folgen der neuen Steuer geht. Denn Kursgewinne nach Umschichtungen auf Fondsebene bleiben auch von 2009 an steuerfrei, während ein Anleger bei einem Fondskauf von diesem Zeitpunkt an seine Kursgewinne versteuern muss.

          Mischfonds und flexible Dachfonds bieten den Vorteil, dass sie nicht auf eine Anlageklasse beschränkt sind, sondern je nach Börsenlage ihr Schwergewicht zwischen Aktien, Anleihen und Bargeldpositionen verändern können. In schwierigen Zeiten an den Märkten, wie sie derzeit zu beobachten sind, hilft diese größere Bewegungsfreiheit leistungsfähigen Fondsmanagern, Verluste zu dämpfen oder im Idealfall sogar das Kapital zu erhalten. Der Unterschied zwischen den beiden Fondsgattungen besteht lediglich darin, dass Mischfonds im Normalfall direkt in einzelne Wertpapiere investieren, während Dachfonds das Geld ihrer Anleger in vielversprechende Einzelfonds stecken.

          Im Beat des Computermodells

          Zu den Fondsmanagern, die sich in einem verunsicherten Marktumfeld durchaus wohlfühlen, gehört der Österreicher Leo Willert. Der von ihm geführte Dachfonds C-Quadrat Arts Total Return Dynamic hat sich in unserer Rangliste mit Mischfonds, die über die vergangenen drei Jahre den höchsten Wertzuwachs erwirtschafteten, in der Spitzengruppe etabliert.

          Willerts Anlagestrategie ist regelbasiert und orientiert sich an der Auswertung langer Datenreihen. Dieses sogenannte quantitative Trendfolgesystem schließt persönliche Anlageentscheidungen oder die Berücksichtigung fundamentaler Unternehmensdaten aus. Deshalb zeigt sich Willert selbst vom Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und der daraus folgenden Aufregung an den Märkten unbeeindruckt. Bei ihm gibt der Computer den Takt vor.

          Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Gewichtungen

          Die Geldanlage auf der Basis von Zahlenreihen ist umstritten. Viele quantitative Fonds wurden in der laufenden Finanzkrise auf dem falschen Fuß erwischt. Doch Willerts System hat sich bislang als tragfähig erwiesen. Ihm kommt beispielsweise zugute, dass für die Anlage in Aktienfonds und Rentenfonds keine Begrenzung vorgegeben ist.

          Das macht es ihm möglich, die Aktienquote in außergewöhnlichen Zeiten auch einmal komplett herunterzufahren - wie dies derzeit der Fall ist. 80 Prozent des Fondsvermögens von rund 190 Millionen Euro liegt derzeit in Rentenfonds. Der Rest ist in Geldmarktfonds investiert, wobei Willert mit einem Dollar-Fonds noch eine gezielte Wette auf eine sich weiter festigende amerikanische Währung gesetzt hat.

          Bei der Portfoliozusammensetzung setzt der C-Quadrat-Fondsmanager nicht auf eine breite Streuung, sondern geht ausgesprochen fokussiert vor. Im Durchschnitt werden 15 bis 25 Fonds gehalten. Aktuell sind es 17. Gleichzeitig werden Stop-Loss-Preise gesetzt und diszipliniert eingehalten. Mit einer jährlichen Verwaltungsvergütung von 2 Prozent zuzüglich einer erfolgsabhängigen Gebühr ist der Dachfonds ausgesprochen teuer. Allerdings war er in den vergangenen Jahren dieses Geld auch wert.

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