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Fondsbericht : Hohe Renditen mit hohem Risiko

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Bei der Fondsanlage sollte auch die Risikobetrachtung eine Rolle spielen. Nicht jedes Nervenkostüm hält alle Kursschwankungen aus. Die Renditen der Schwellenländerfonds sind insofern in erster Linie als Zitterprämien zu verstehen.

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          Kein Spaß ohne entsprechendes Risiko müsste über unserer Rangliste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung stehen. Renditen von 50 Prozent und mehr, kumuliert über die vergangenen drei Jahre, schafften nur jene Fondsmanager, die auch beim Risiko Vollgas gaben. Das zeigt sich in hohen Standardabweichungen der besten 30 Fonds dieser Kategorie, die gut 3700 Fonds umfasst.

          Die Standardabweichung ist ein gängiges Maß, um die Schwankungsanfälligkeit einer Geldanlage zu messen. Deshalb lohnt sich auch ein genauer Blick auf diese Kennziffer. Die Standardabweichung misst die Abweichung der einzelnen Renditen, die der Fonds im Laufe der vergangenen drei Jahre erzielt hat, vom Durchschnitt. Dabei erfasst die Standardabweichung nicht alle Risiken, die ein Investor mit seiner Geldanlage eingeht. Sie zeigt nur, wie hoch das Risiko ist, dass die Rendite einer Geldanlage von der Durchschnittsrendite abweicht.

          Zitterprämien

          Liegt die Durchschnittsrendite über drei Jahre beispielsweise bei 10 Prozent, dann ist die Standardabweichung niedrig, wenn die täglichen Renditen dicht gedrängt um diesen Durchschnitt liegen. Sie ist hoch, wenn die Monatsrenditen stark vom Durchschnitt abweichen. Die Standardabweichung ist also niedrig, wenn die Tagesrenditen nur in einer Bandbreite von 9 bis 11 Prozent schwanken. Sie ist dagegen höher, wenn die Tagesrenditen zwischen 2 Prozent und 15 oder 16 Prozent liegen.

          Der Durchschnittswert verändert sich jedoch auch im Laufe der Zeit. Wirft eine Geldanlage Monat für Monat 2 Prozent ab, dann bleibt die Standardabweichung niedrig, weil die einzelnen Renditen nicht vom Durchschnitt abweichen.

          Anleger sollten sich somit nicht von den hohen Renditen blenden lassen, die Aktienfonds mit Schwerpunkt auf Indien, China, Brasilien oder allgemein Schwellenländer in den vergangenen drei Jahren abwarfen. Sie sind Zitterprämien, weil sie nur unter enormem Risiko erzielt wurden.

          Wenig Rendite heißt nicht unbedingt wenig Risiko

          Der Spitzenreiter AIG Global Funds India Equity weist eine Rendite von 80 Prozent über drei Jahre aus. Das arithmetische Mittel liegt somit bei knapp 27 Prozent. Eine Standardabweichung von 28 Prozent bedeutet, dass die täglichen Renditen in 68 Prozent der Fälle in der Vergangenheit zwischen minus 1 Prozent (27 minus 28) und plus 55 Prozent (27 plus 28) lagen. Das ist eine Schwankungsbreite, die nicht alle Anleger aushalten.

          Allerdings funktioniert es auch nicht umgekehrt: Wer auf Rendite verzichtet, nimmt nicht automatisch Schwankungsanfälligkeit und somit Risiko aus dem Depot. So weist der Allianz RCM China eine Standardabweichung von 37 Prozent auf und der Allianz RCM Hong Kong eine von 34 Prozent. Doch der deutsche Aktienfonds Fondak, auch von Allianz Global Investors, erleidet für die vergangenen drei Jahre nur eine negative Rendite und kommt dennoch auf eine Standardabweichung von ähnlich hohen 29 Prozent.

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