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Fondsbericht : Große Hektik unter den Rentenfonds

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ

Das Feld der Rentenfonds mit stabilem Ertrag ist breiter geworden. Schwellenländeranleihen sind eine festen Größe geworden, auch das Interesse an Wandelanleihen ist gestiegen.

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          Unter den Rentenfonds herrscht derzeit offenbar große Hektik. So sorgt die Fondsgesellschaft Pioneer Investments, die wie die Hypo-Vereinsbank der italienischen Großbank Unicredit gehört, für ein Kuriosum in unserer Rangliste, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig für die FAZ berechnet.

          Wie schon bei der letzten Auswertung der besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag Mitte November belegt Pioneer die ersten beiden Ränge - wenn auch zum Teil mit anderen Produkten. Im November waren es der Euro High Yield und der Euro Strategic Bond und somit zwei Fonds, die ihren Anlageschwerpunkt auf in Euro denominierte Hochzinsanleihen legen. In der jüngsten Auswertung hat sich der Euro Strategic Bond vom zweiten auf den ersten Rang geschoben.

          Deutliche Spreizung des Feldes

          Dagegen ist der Euro High Yield ganz aus unserer jüngsten Rangliste herausgefallen. Das muss nicht an einem plötzlichen Absturz der Rendite liegen, denn Lipper berücksichtigt neben der Rendite auch die Beständigkeit, mit der diese Rendite erzielt wird. Sind die Kursschwankungen im Vergleich zu den anderen Fonds dieser Kategorie zu groß, kann es sein, dass sich ein Fonds trotz hoher Rendite nicht für die Kategorie "stabiler Ertrag" qualifiziert. Kurioserweise hat Pioneer sofort für Ausgleich gesorgt. Der Emerging Markets Bond hat sich gegenüber November von Rang zehn auf Rang zwei verbessert.

          Insgesamt hat sich das Feld der Rentenfonds in den vergangenen Wochen spürbar gespreizt. Im November lag der kumulierte Wertzuwachs für die vergangenen drei Jahre, auf dem diese Rangliste basiert, zwischen 102 und 46 Prozent. Jetzt reicht die Spanne vom besten Fonds mit 123 Prozent bis hin zu 35 Prozent für Rang 30.

          Zugleich hat sich das Bild insgesamt aufgehellt. 17 Prozent Wertverlust erlitt im November der UBS (Lux) Bond Fund Convert Europe in den sechs Monaten zuvor. Insgesamt zwölf Fonds wiesen damals auf Sicht von sechs Monaten einen Wertverlust von mehr als 5 Prozent auf. In der jüngsten Auswertung sind es zwei, die das Vermögen der Anleger in den vergangenen sechs Monaten um mehr als 5 Prozent schmälerten. Insgesamt weisen nur sieben Fonds über sechs Monate hinweg überhaupt einen Wertverlust aus, meist von weniger als 2 Prozent.

          Schwellenländeranleihen haben sich etabliert

          Fest etabliert haben sich in den vergangenen Monaten Fonds, die in Staats- und selbst in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern investieren. Das wäre vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. In unserer jüngsten Auswertung haben sich acht Rentenfonds aus dem Segment Schwellenländer für unsere Bestenliste qualifiziert. Vor einem Jahr haben dies vier geschafft, vor drei Jahren kein einziger. Damals dominierten passiv verwaltete Indexfonds auf europäische Staatsanleihen - auch das ist vorerst Geschichte. Rentenfonds, die auf europäische Staatsanleihen spezialisiert sind, kommen in unseren Ranglisten der besten Rentenfonds so gut wie nicht mehr vor.

          Spezialthemen prägen heute das Bild, wobei sich kein vorherrschendes Thema durchgesetzt hätte. Der DWS ist es gelungen, mit dem Euro Corp High Yield einen Fonds in die Spitzengruppe zu führen, der auf in Euro denominierte Hochzinsanleihen spezialisiert ist. Wiederum reüssieren Anbieter wie Flossbach von Storch und die britischen Fondsgesellschaften F&C, Man, Aviva Investors und M&G mit Wandelanleihen, mit einem Thema also, das lange nur in der Nische überlebte.

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