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Fondsbericht : Gelungener Jahresauftakt für Indexfonds-Anbieter

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Überraschenderweise sind im Januar die Mittelflüsse in Fonds wieder gestiegen, vor allem in Aktienfonds. Offenbar sind einige Großanleger in größerem Stil in ETFs auf deutsche Aktien eingestiegen.

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          Nach einem grauenvollen Jahr 2008 mit Abflüssen in Rekordhöhe hat das neue Jahr für die deutsche Fondsbranche versöhnlich begonnen. Aus der am Mittwoch veröffentlichten Absatzstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) geht hervor, dass Wertpapier-Publikumsfonds, die sich überwiegend an Privatanleger wenden, im Januar 7,6 Milliarden Euro an zusätzlichem Geld eingesammelt haben. Der Mittelzufluss erstreckte sich über nahezu alle Fondsgattungen.

          Ausgerechnet Aktienfonds

          Überraschend ist jedoch der Umstand, dass ausgerechnet Aktienfonds mit einem Zustrom von 4 Milliarden Euro an frischem Geld am stärksten nachgefragt wurden. So haben sich die Aktienmärkte auch im neuen Jahr nicht gerade von ihrer besten Seite gezeigt, sondern weiter schwach tendiert. Sämtliche Fondsgattungen, die auch nur eine gewisse Nähe zu Aktien aufweisen, haben ihren Anlegern selbst über einen längeren Zeitraum Verluste eingebracht.

          Dazu zählen übrigens auch Mischfonds, wie unsere aktuelle Rangliste zeigt. Über die vergangenen drei Jahre hinweg können nur noch die 14 Fonds einen Wertzuwachs vorweisen. Gelungen ist dies den meisten Fondsmanagern nur durch ein komplettes Umschichten des Portfolios aus Aktien in Anleihen.

          Frisches Geld fließt in ETFs

          Zudem ist zu Jahresbeginn die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge in Kraft getreten. Von den Gewinnen der seither gekauften Aktien beziehungsweise Aktienfonds müssen Anleger insgesamt gut 26 Prozent an den Fiskus abgeben - egal, wie lange sie die Anteile halten. Veräußerungsgewinne aus Aktien beziehungsweise Aktienfonds, die bis Ende vergangenen Jahres erworben wurden, können dagegen nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr steuerfrei vereinnahmt werden.

          Vor diesem Hintergrund war eigentlich zum Jahreswechsel ein Einbruch im Geschäft mit Aktienfonds oder Mischfonds - letztere sammelten 200 Millionen Euro an zusätzlichem Geld ein - zu rechnen gewesen. Beim Bundesverband Investment (BVI) konnte man sich nach der Veröffentlichung der Absatzstatistik zunächst auch keinen Reim auf das überraschend robuste Neugeschäft von Aktienfonds machen. Ein tieferer Blick in die Statistik legt jedoch die Vermutung nahe, dass das zusätzliche Geld vor allem in börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) floss, wobei trotz der andauernden Kursverluste besonders stark Dax-Fonds nachgefragt waren.

          Nur ein Strohfeuer?

          Die drei ETF-Anbieter Barclays Global Investors (BGI), ETF-Lab (Sparkassen-Finanzgruppe) und DB X-Trackers (Deutsche Bank) kommen zusammen auf ein Neugeschäft von 5 Milliarden Euro. Mit dieser Größenordnung haben sie sogar Abflüsse, unter denen andere Fondsgesellschaften litten, branchenweit betrachtet mehr als ausgleichen können.

          Unter den verschiedenen Aktienfondskategorien verzeichnete wiederum das Segment Aktien Deutschland mit 3,9 Milliarden Euro den mit Abstand höchsten Zufluss. Dass dabei offensichtlich die neue Abgeltungsteuer eher vernachlässigt wurde, lässt darauf schließen, dass vor allem institutionelle Großanleger und weniger Privatanleger eingestiegen sind. Allerdings scheint dieser Zuspruch nicht nachhaltig gewesen zu sein. In Branchenkreisen ist zu hören, dass der jüngste Kurssturz an den Aktienmärkten auch am Absatz der ETF-Anbieter nicht spurlos vorübergegangen ist.

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