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Fondsbericht : Fondsmanager richten sich auf unruhige Zeiten ein

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Bild: F.A.Z.

Vorausschauende Akteure an den Finanzmärkten bereiten sich auf eine höhere Inflation vor und nehmen beispielsweise Aktien von Goldminen ins Depot. Flexibilität in der Anlagestrategie zahlt sich angesichts der hohen Unsicherheit derzeit aus.

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          Viele Fondsmanager werden in diesen Wochen wieder vorsichtiger. Sie richten sich auf Inflation ein und schichten ihre Portfolios entsprechend um. Denn in Zeiten steigender Teuerungsraten wären andere Anlagen gefragt als in Zeiten von Preisstabilität. Noch ist völlig ungewiss, welche Auswirkungen die Rettungsmaßnahmen der Regierungen und der internationalen Zentralbanken im Zuge der Finanzkrise auf die Kapitalmärkte haben werden. Doch viele Marktteilnehmer erwarten, dass die steigende Staatsverschuldung zu einer höheren Inflation führen wird.

          Auf den Wechsel von einer großen Preisstabilität zu möglicherweise steigender Teuerungsrate können sich die Manager von Mischfonds besonders flexibel vorbereiten. So setzen die Fondsmanager des Spitzenreiters in unserer Rangliste der Mischfonds mit stabilem Ertrag, Carmignac Patrimoine, derzeit auf die Aktien von Goldminen, auf Rohstofftitel und auf inflationsindexierte Anleihen, wie sie viele Staaten in der Vergangenheit schon begeben haben.

          Zum Golde drängt doch alles

          Auch die Anlagestrategen der Weberbank setzen auf Edelmetall: „Gold macht den Anlegern weiter Freude und nimmt Kurs auf 1100 Dollar“, heißt es in ihrem jüngsten Marktkommentar: „Goldkäufe der indischen Notenbank sorgten hier zuletzt für Kursdynamik. Wir sehen Gold mittelfristig weiter positiv.“

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          Angesichts der großen Unsicherheit an den Märkten setzt sich derzeit eine ungewöhnlich große Zahl verschiedener Anlagestile an der Spitze unserer Rangliste durch. Und dazu bedarf es noch nicht einmal einer besonders aggressiven Ausrichtung, wie der Dachfonds Sauren Global Defensiv zeigt.

          Er stammt aus dem Hause Sauren Fonds-Research AG in Köln. Mit einer Rendite von 10,2 Prozent in den vergangenen drei Jahren schafft er es auf Rang 13 von mehr als 1700 Fonds, die das Ratinghaus Lipper für diese Auswahl berücksichtigt hat. „Wir streben vor allem einen stetigen Ertrag an“, sagt Ansgar Guseck, der zusammen mit Eckhard Sauren und zwei weiteren Fondsanalysten die Auswahl der Fonds für diesen Dachfonds trifft.

          Defensiv ist auch erfolgreich

          Die zuverlässige Wertentwicklung will Sauren weniger über eine Prognose zur Entwicklung der verschiedenen Finanzmärkte erreichen, sondern über eine breite Streuung der einzelnen Fonds, in die er investiert. Gut 1,1 Milliarden Euro hat der Sauren Global Defensiv bei Anlegern eingesammelt.

          Eine Aktienquote von rund 10 Prozent des Fondsvermögens wird als strategisch angesehen - weitgehend unabhängig von der Marktlage bleibt sie dauerhaft stehen. Bis zu 10 Prozent des Fondsvermögens können in Hedge-Fonds investiert werden, in der Regel seien es defensive, sagt Guseck. Auch offene Immobilienfonds waren in den vergangenen Jahren stark im Bestand wie auch Absolute-Return-Strategien und Rentenfonds verschiedenster Ausprägung: Unternehmensanleihen, Wandelanleihen oder auch Hochzinsanleihen finanzschwacher Schuldner.

          Entscheidend für den Erfolg des Fonds sei die Auswahl der einzelnen Fonds, sagt Guseck. Dazu führten die vier Manager des Sauren Global Defensiv jährlich mehr als 350 Gespräche mit Fondsmanagern. Allerdings litt der Fonds auch im vergangenen Jahr: Minus 4,3 Prozent betrug da die Rendite. Im laufenden Jahr steht ein Plus von 8,9 Prozent zu Buche.

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