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Fondsbericht : Es schlägt die Stunde der China-Fonds

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Bild: F.A.Z.

An Asiens Börsen zahlt sich eine gute Marktkenntnis aus. Deutsche Fondsgesellschaften rangieren dabei unter ferner liefen. Doch das Auf und Ab bleibt ein ständiger Begleiter.

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          An den Finanzmärkten rückt derzeit einiges zurecht, was in den vergangenen zwei Jahren der Krise wohl durcheinandergekommen ist. So hängen Risiko und Rendite offenbar wieder enger zusammen.

          Das zeigt sich an jenen Aktienfonds, die sich auf China konzentrieren. Diese haben sich in unserer Rangliste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung während der vergangenen drei Jahre unangefochten an die Spitze gesetzt. Sieben der 30 besten Fonds in dieser Kategorie setzen ihren Anlageschwerpunkt in China. Allein dies ist schon bemerkenswert.

          Schon früher erholt

          Zwar wurden auch die chinesischen Börsen Hongkong, Schanghai und Shenzhen von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen. Doch haben sich diese früher aus der Finanzkrise befreien können als die europäischen Märkte. Schon Ende 2008 begann an den chinesischen Finanzmärkten eine Bodenbildung.

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          Das Konjunkturprogramm der kommunistischen Regierung hat diese Aufwärtsbewegung noch unterstützt. Allein im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt Chinas um immerhin 6,1 Prozent, auch wenn das Wachstum damit auf einem langjährigen Tief blieb. Mit welcher Kraft die chinesische Wirtschaft bisher standgehalten hat, zeigt sich auch daran, dass an der Börse Euronext Paris schon wieder die ersten chinesischen Aktien eingeführt werden.

          Heftiges Auf und Ab

          Wie stark das Auf und Ab an den chinesischen Märkten ausfiel, zeigt sich in der Wertentwicklung des besten Fonds unseres Vergleichs, Schroder ISF China Opportunities: Auf drei Jahre gesehen mehrte er das Anlegervermögen um beachtliche 47 Prozent, auf ein Jahr betrachtet schmälerte er es um 18 Prozent. Doch wer vor sechs Monaten einstieg, konnte schon einen Zugewinn von 35 Prozent einstreichen, allein im laufenden Jahr 20 Prozent. Verrückte Finanzwelt.

          Mit diesem Auf und Ab übertraf der Fonds der britischen Gesellschaft Schroder den chinesischen Markt, gemessen am Aktienindex MSCI China, was ihm bei den Fonds-Ratingagenturen entsprechend positive Benotungen einbringt. Das entscheidende Jahr, um auf Drei-Jahres-Sicht diese ungewöhnlich hohe Rendite zu erzielen, war das Jahr 2007, in dem der Fonds um 64 Prozent an Wert kletterte und damit den Grundstein für die hohe Langfristrendite legte.

          Heimvorteile

          Jetzt gleitet der Schroder ISF China Opportunities mit vollen Segeln in die Erholung. Zuletzt hatte er 95 Prozent seines Fondsvermögens von mehr als 500 Millionen Dollar am Aktienmarkt investiert, mit einem klaren Schwergewicht auf chinesischen Finanzwerten. Die konsequente Ausrichtung auf Aktien brachte wohl auch den Vorsprung vor dem zweitplazierten China-Fonds von Baring. Denn dieser ist nur zu 87 Prozent in Aktien investiert und hält mehr als 10 Prozent Kasse, was den Fondsmanager wohl einige Renditepunkte kostete.

          Nicht nur Schroder und Baring, auch andere Fondsgesellschaften spielen jetzt ihre langjährige Präsenz im Fernen Osten aus. So überrascht es nicht, dass Fondsgesellschaften wie Baring, First State, Threadneedle oder Templeton die Rangliste bei Asien- und China-Fonds anführen. Auch die französische Fondsgesellschaft CAAM des Crédit Agricole kann auf eine lange Geschichte in der Region verweisen. Denn im Crédit Agricole ging nicht nur der Crédit Lyonnais, sondern 1996 schon auch die Bank Indosuez auf, die ihrerseits 1974 durch den Zusammenschluss der Banque de l'Indo-Chine mit der Banque de Suez entstanden war.

          Dass keine namhafte deutsche Fondsgesellschaft unter den führenden Fondsanbietern in Asien rangiert, zeigt, wie wichtig Marktnähe an diesen Börsen offenbar ist. Zwar ist in der Allianz Global Investors die in Asien früher starke Fondsgesellschaft Thornton, doch diesen Heimvorteil spielte die Fondsgesellschaft des Allianz-Konzerns bisher nicht aus. Im Fernen Osten hat manche deutsche Fondsgesellschaft offenbar noch über eine grundsätzliche Positionierung zu entscheiden.

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