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Fondsbericht : Eine der letzten Domänen aktiver Fondsmanager

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Im Geschäft mit internationalen Rentenfonds sind börsengehandelte Indexfonds bisher wenig vertreten, in der Rangliste gar nicht mehr. Das zeigt, wie stark die Renditen für Euro-Anleihen gefallen sind.

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          Im gesamten Fondsgeschäft haben sich Indexfonds (ETF) in den vergangenen Jahren breitgemacht, mit nur wenigen Ausnahmen. Eine davon sind international ausgerichtete Rentenfonds. Diese sind eine Domäne der aktiv verwalteten Produkte geblieben. In unserer Rangliste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung finden sich in erster Linie Fonds, die ihre Anlagechancen auf der ganzen Welt suchen, doch keine ETF. Solche börsengehandelten Indexfonds sind die Trittbrettfahrer auf den Kapitalmärkten. Sie springen nur auf die Entwicklung der Märkte auf und wollen diese auf keinen Fall überholen.

          Mit diesem Ansatz machen es die ETF-Anbieter klassischen Fonds schwer. Um das Ausmaß der Herausforderung durch ETF zu ermessen, müssen Anleger zunächst einen Schritt zurücktreten und ins Grundsätzliche gehen: Investmentfonds treten mit dem Anspruch an, eine Wertentwicklung zu erzielen, die dauerhaft über der des entsprechenden Vergleichsindex liegt. Ein Investmentfonds, der in deutsche Standardaktien investiert, ist für den Anleger dann interessant, wenn er über die Zeit hinweg eine höhere Rendite abwirft als der deutsche Standardaktienindex Dax. Das jedoch gelingt wenigen Fondsmanagern.

          Es begann mit der Spinne

          Daher entstand die Idee von Indexfonds, die täglich an der Börse gehandelt werden wie Aktien. So lässt sich der teure Verkauf über Banken und Finanzvertriebe umgehen. Der Kostenvorteil kommt den Anlegern in Form niedriger Gebühren zugute. Außerdem versuchen börsengehandelte Indexfonds - auch als Exchange Traded Fund oder ETF bekannt - gerade nicht, den Vergleichsindex zu übertreffen, sondern zeichnen dessen Entwicklung möglichst genau nach. Deshalb werden diese Produkte auch passive Fonds genannt, weil der Fondsmanager den Index passiv verfolgt, und nicht, wie traditionelle Fondsmanager, aktiv eine möglichst hohe Zusatzrendite anstrebt.

          Bild: F.A.Z.

          Im Januar 1993 brachten Nathan Most und Steven Bloom in den Vereinigten Staaten den ersten ETF auf den Markt, der sich durchsetzte. Es waren die Standard & Poor's Depositary Receipts, die als SPDR abgekürzt und bald nur noch Spider (Spinne) genannt wurden.

          Es kam rasch ein Nachahmer nach dem anderen hinzu, so dass ETF eine der ganz großen Erfolgsgeschichten in der Vermögensverwaltung wurden. Vor allem setzen sie den aktiven Fondsmanagern arg zu. Denn häufig gelingt es diesen eben nicht, ihren Referenzindex zu übertreffen - wodurch sie aufgrund der höheren Kosten hinter den ETF zurück liegen. In unserem Fondsvergleich, dem die Daten des Fondsanalysehauses Lipper zugrunde liegen, werten wir im regelmäßigen Turnus Aktien-, Renten- und Mischfonds nach drei Auswahlkriterien aus: beste Wertentwicklung, stabiler Ertrag und geringes Verlustrisiko.

          Höhere Gebühren als Schmerzensgeld

          Mit Ausnahme von Mischfonds mit stabilem Ertrag sind ETF in allen Kategorien vertreten. Unter den Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung fand sich Anfang Juni noch der ETF eb.rexx Government Germany 10.5+ (Isin: DE000A0D8Q31) von iShares, wobei eb.rexx eine Indexfamilie der Deutschen Börse ist, die sich auf in Euro denominierte Anleihen bezieht, die auf der Handelsplattform Eurex Bonds gehandelt werden.

          Dass sich dieser ETF nicht mehr unter den besten 30 Fonds aus einer Auswahlgruppe von mehr als 2400 Fonds befindet, zeigt, wie stark die Renditen für Euro-Anleihen gefallen sind. Aus Sicht der Anbieter ist das Angenehme an ETF, dass sie sich nicht immer wieder vor schlecht gelaunten Anlegern rechtfertigen müssen: Um schlechte Ergebnisse zu erklären, brauchen sie keine „überraschende Marktentwicklung“ oder „unerwartet schlechte Daten“ heranzuziehen. Sie können auf die Entwicklung des Index verweisen und müssen nur zeigen, dass ihr Produkt nah am Index liegt. Für alles andere ist der Anleger selbst verantwortlich. Die höheren Gebühren, die aktive Fondsmanager fordern, dürften zum Teil aus Schmerzensgeld bestehen.

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