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Fondsbericht : Ein Neuling setzt sich an die Spitze der Rangliste

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Vermögensverwalter Antea führt mit seinem gleichnamigen Fonds die Rangliste der Mischfonds mit stabilem Ertrag an. Indes hat es ihm die Konkurrenz auch leicht gemacht.

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          Mischfonds haben sich als Domäne der bankenunabhängigen Vermögensverwalter etabliert. Denn in dieser Fondsklasse können sie - weitgehend unabhängig von Vorgaben bei der Verteilung des Vermögens auf Aktien, Anleihen oder andere Produkte - ihre Stärken ausspielen. Nun hat sich ein Mandat des Hamburger Vermögensverwalters Antea an die Spitze unserer Rangliste der 30 besten Mischfonds mit stabilem Ertrag gesetzt.

          Das Konzept des Antea-Fonds beruht darauf, dass Geschäftsführer Johannes Hirsch das Vermögen, das ihm seine Anleger anvertrauen, sehr breit streut. Zehn Vermögensklassen will er insgesamt abdecken: Aktien, Anleihen, Bargeld, Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe, Wald, Private Equity, Wandelanleihen und Hedge-Fonds, die bis zu 20 Prozent des Fondsvermögens ausmachen dürfen.

          Fokus Korrelation

          Gleich drei andere Vermögensverwalter schickt Hirsch für seinen Fonds ins Rennen: Die Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch etwa setzt er für das Management von Aktien, Wandelanleihen und Hedge-Fonds ein. Auch auf die Expertise der Vermögensverwalter Hendrik Leber und Jens Ehrhardt greift er zurück.

          Hirsch kann seinen eigenen Personalbestand so auf fünf Angestellte beschränken, da er sich ganz darauf konzentriert, die Aufteilung des Vermögens auf diese verschiedenen Anlageklassen festzusetzen und zu verfolgen. Dabei ist es Hirsch wichtig, durch eine breite Streuung das Gesamtrisiko des Fonds zu senken, denn die einzelnen Anlageklassen sollen möglichst wenig miteinander korrelieren.

          Mit Korrelation wird im Finanzgeschäft beschrieben, wie stark der Kurs eines Finanzinstruments auf eine Kursveränderung eines anderen Finanzinstruments reagiert. Eine Aktie ist beispielsweise stark mit einem bestimmten Aktienindex korreliert, wenn ihr Kurs genauso stark oder ähnlich stark sinkt, wenn der Index fällt. Bei einer negativen Korrelation steigt der Kurs der Aktie, wenn der Index fällt.

          Korrelationen lassen sich zwischen allen Finanzinstrumenten berechnen. Die Risikostreuung unter Verwendung von Korrelationen in der Geldanlage ist jedoch spätestens seit der Finanzkrise umstritten, da nicht klar ist, wie stabil die beobachteten Korrelationen zwischen den einzelnen Finanzinstrumenten tatsächlich ausfallen, besonders in Krisen.

          Schwache Konkurrenz

          Der Aufstieg des Antea-Fonds unter den Mischfonds mit stabilem Ertrag fiel Hirsch auch deshalb relativ leicht, weil die Konkurrenz insgesamt eine eher schwache Wertentwicklung aufweist. 1849 Fonds erfasst das Fondsanalysehaus Lipper in dieser Kategorie und wertet sie auf Basis ihrer Wertentwicklung in den vergangenen drei Jahren aus. Für einen Einzug in unsere Bestenliste reicht schon eine Drei-Jahres-Rendite von kumuliert 15,4 Prozent. Um sich an die Spitze zu setzen, genügt dem Antea-Fonds eine auf drei Jahre kumulierte Rendite von etwas mehr als 41 Prozent. Das ergibt im arithmetischen Mittel eine jährliche Durchschnittsrendite von 13,7 Prozent.

          Bei Mischfonds mit der besten Wertentwicklung ist das Bild ähnlich. Hier rangieren die Renditen in einer Spanne zwischen rund 48 und 18 Prozent. Mischfonds mit geringem Verlustrisiko liegen gar in einer Spanne von 34 und weniger als 10 Prozent. Zum Vergleich: Aktienfonds mit stabilem Ertrag liegen für die 30 besten in der Lipper-Statistik zwischen knapp 83 Prozent und 32 Prozent.

          Nun ist es der größte Fehler in der Geldanlage, allein auf die Rendite zu schauen und darüber zu vernachlässigen, welche Risiken eingegangen werden, um diese Rendite zu erzielen. Doch während die Rendite relativ leicht zu erfassen ist, sind alle Versuche, Risiken in statistischen Kennzahlen auszudrücken, bisher mehr oder weniger fehlgeschlagen. Sie können nur auf Daten aus der Vergangenheit beruhen. Doch in der Geldanlage sagen historische Daten wenig über die Zukunft aus.

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