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Fondsbericht : Ein leistungsstarker Computer und ein gutes Modell

Bild: F.A.Z.

Der ETF-Dachfonds P ermittelt attraktive Anlagen aufgrund technischer Indikatoren und gießt diese in ein mathematisches Modell. Angst vor einem Mittelzustrom hat das Management auch nicht,.

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          An der Spitze unserer Liste der besten Mischfonds mit stabilem Ertrag hat es einen Wechsel gegeben. Auf dem ersten Tabellenplatz liegt nun der ETF-Dachfonds P des deutschen Vermögensverwalters Veritas Investment Trust. Der Fonds erzielte während der vergangenen drei Jahre eine Rendite von zusammengerechnet 28,57 Prozent (siehe Tabelle), das ist ein guter Prozentpunkt mehr als der Tabellenzweite.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Der beste Fonds in der vorangegangenen Rangliste zur selben Kategorie war noch der Carmignac Patrimoine A, der nun auf dem sechsten Tabellenplatz liegt. Mischfonds sind grundsätzlich dadurch charakterisiert, dass sie mit dem Geld ihrer Anleger sowohl Aktien als auch Anleihen kaufen und halten können, also mit Blick auf die Investitionsmöglichkeiten flexibler sind als reine Aktien- oder reine Rentenfonds.

          Mal Aktien, mal Anleihen

          Der Spitzenreiter weist dabei zwei Besonderheiten auf, die ihn von vielen anderen Fonds unterscheiden und die teilweise das gute Abschneiden erklären. Zunächst investiert dieser Fonds in börsengehandelte Indexfonds (ETF), also in Wertpapiere, die selbst wiederum einen bestimmten Aktienmarkt abbilden und nicht eine einzelne Aktie repräsentieren.

          Darüber hinaus darf der ETF-Dachfonds P das ihm anvertraute Geld beliebig zwischen den einzelnen Anlageklassen aufteilen - er könnte also sowohl alles in Aktien-ETF und auch alles in Renten-ETF investieren. Andere Fonds haben sich nicht selten eine Beschränkung in dieser Hinsicht auferlegt, eine Variante davon lautet beispielsweise, mindestens 50 Prozent des Anlegergelds in Renten zu investieren.

          „Gerade sind wir eher ein Aktienfonds, unser Fonds weist eine Aktienquote von 85 Prozent aus“, sagt Thorsten Winkler, der den ETF-Dachfonds P verwaltet. Geographisch verteilt sich das Geld dabei zu rund 20 Prozent auf den Aktienmarkt Europas und zu rund 25 Prozent auf den der Vereinigten Staaten.

          Unter den Branchen sind zumal in Europa vor allem die Automobilindustrie, die chemische Industrie und der Rohstoffbereich vertreten, die allesamt in den Bereich der zyklischen Aktiensektoren fallen, deren Wert also sehr stark mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zusammenhängt.

          Mathematische Anlagestrategie

          Dass der ETF-Dachfonds P in dem Vergleich, den das Fonds-Analysehaus Lipper in regelmäßigen Abständen für diese Zeitung durchführt, nun an der Spitze liegt, hängt mit der Entwicklung der Aktienmärkte zusammen, die vor allem im vergangenen Jahr eine rasante Rally hingelegt haben. Der Fonds hat im Frühjahr 2009, als die Aktienmärkte infolge der durch die Lehman-Insolvenz ausgelösten Verschärfung der Finanzkrise eingebrochen waren, bereits wieder seine Aktienquote erhöht und so von der Erholung profitiert.

          Dabei basiert - und auch darin unterscheidet sich der ETF-Dachfonds P von vielen Konkurrenten - die Auswahl des Fonds alleine auf technischen Indikatoren, also von einer Analyse vergangener Kurse auf bestimmte Muster. Welche Indikatoren entscheidend sind, ist Betriebsgeheimnis.

          Praktisch funktioniert die Auswahl der ETFs so, dass alle Indikatoren in ein mathematisches Modell geschrieben werden, mit dem wiederum die Fondsmanager anschließend einen leistungsstarken Computer füttern. Dieser durchforstet dann die globalen Finanzmärkte nach sich aus dem Modell ergebenden attraktiven Anlagemöglichkeiten.

          Keine Angst vor dem Erfolg

          Nach Angaben von Winkler hat der Fonds-Computer nicht nur im Frühling 2009 einen höheren Aktienanteil empfohlen, sondern auch im Herbst 2008 geraten, die Aktienquote zu verringern - also in beiden Fällen keinen schlechten Zeitpunkt signalisiert. Und auch was die nahe Zukunft angeht, ist Winkler für Aktien relativ optimistisch eingestellt: „Unser technisches Modell signalisiert uns momentan noch ein gutes Aktienumfeld.“

          Wer in den Fonds investiert, zahlt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent. Die Manager des im April 2007 aufgelegten ETF-Dachfonds P verwalten derzeit ein Anlegervermögen von rund 320 Millionen Euro. Diese Summe ermöglicht eine hohe Flexibilität, Fondsmanager Winkler sieht aber auch keine drohenden großen Anlageschwierigkeiten, sollte das verwaltete Vermögen rasant ansteigen. „Der ETF-Markt wächst ja rasant weiter, deswegen bekommen wir auch keine Probleme, wenn das von uns verwaltete Vermögen bis auf 1 Milliarde Euro zulegen sollte.“

          Die Herausforderung für diesen Fonds wie auch für viele Konkurrenten besteht infolge der Finanzkrise vor allem auch darin, für die Anleger zu jedem Zeitpunkt einen Vermögenszuwachs zu erreichen. Unabhängig von der Marktentwicklung peilt Winkler eine Jahresrendite von mindestens 5 Prozent an.

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