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Fondsbericht : Ein erfolgreicher Asien-Fonds aus München

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Schwellenländer dominieren die Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag. Der Münchner Vermögensverwalter Ehrhardt hält sich seit einem Jahr weit oben in dieser Anlageklasse.

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          Unter die erfolgreichen Aktienfonds, die auf Schwellenländer spezialisiert sind, hat es auch das Produkt eines Münchener Vermögensverwalters geschafft. Es ist der Gamax Funds Maxi-Fonds Asien International.

          Diesen Fonds verwaltet DJE, die Vermögensverwaltung von Dr. Jens Ehrhardt. Seit etwa einem Jahr hält sich der Fonds, den DJE für die Fondsgesellschaft Gamax betreut, in der Rangliste der 30 besten Aktienfonds mit dem besten Ertrag. Das allein ist schon eine Leistung. Immerhin wertet das Fondsanalysehaus Lipper für diese Kategorie die Wertentwicklung der vergangenen drei Jahre von insgesamt gut 3800 Fonds aus.

          Schwellenländerfonds verbuchen derzeit deutliche Wertzuwächse

          Jens Ehrhardt zählt mit seinen 68 Jahren mittlerweile zu den Altmeistern der deutschen Börse. In den vergangenen Jahren übertrug er seinem Sohn Jan Ehrhardt zunehmend Verantwortung in der Gesellschaft. So ist es auch er, der den Gamax-Fonds führt - und zwar von München aus, was ungewöhnlich ist. Die große Marktferne gleicht DJE durch regelmäßige Asien-Reisen und häufige Unternehmensbesuche vor Ort aus.

          Zwei Drittel der Fonds in unserer aktuellen Rangliste legen in der einen oder anderen Form ihren Fokus auf Schwellenländer. Damit dominiert dieses Anlagethema unsere Rangliste wie selten eines in unseren wöchentlichen Auswertungen. Manche Fonds wie der Spitzenreiter Fidelity Thailand haben es leichter, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Denn hier investiert der Anleger in einen zwangsläufig schwankungsanfälligeren Fonds, als wenn er ein Produkt wählt, das in verschiedene Schwellenmärkte gleichzeitig investiert und somit einen Durchschnitt präsentiert.

          Auffällig ist allerdings, dass sich ganz oben auch zwei Fonds plazieren konnten, die auf Nebenwerte aus den Schwellenländern spezialisiert sind. Die britische Fondsgesellschaft Aberdeen belegt mit dem Asian Smaller Companies und dem Emerging Markets Smaller Companies die Ränge zwei und drei. Dass sich solche Investmentthemen plazieren lassen, gilt als Indiz dafür, dass die Kapitalmärkte der Schwellenländer eine beachtliche Markttiefe erreicht haben.

          Auch Fondsmanager Jan Ehrhardt schreckt vor Investments in kleinere Unternehmen aus Asien nicht zurück. „Wichtig ist für uns, dass die Unternehmen keine zu hohe Verschuldung aufweisen“, sagt Ehrhardt. „Das Interessante an Asien ist, dass dort sogar Unternehmen aus Branchen, die bei uns üblicherweise hoch verschuldet sind, relativ wenige oder gar keine Schulden aufweisen.“

          Versuch, die langfristigen Trends in Asien zu entdecken

          Damit bleibt Ehrhardt dem wertorientierten Investmentansatz treu, mit dem sich sein Vater einen Namen machte. Value Investing geht auf Benjamin Graham zurück, der im Jahr 1934 ein Buch über diese Methode veröffentlichte. Graham achtete weniger auf die Gewinnversprechen für die Zukunft als auf die aktuelle Bewertung des Unternehmens und damit auf den Substanzwert. Bei seiner Ermittlung nehmen die Schulden eine zentrale Rolle ein. Typisch für wertorientierte Investoren ist auch, dass sie die Märkte nach interessanten Einzelwerten absuchen und weniger als andere Investoren auf volkswirtschaftliche Größen achten. „Value-Aktien sind in Abwärtsphasen stabiler“, nennt Ehrhardt als weiteren Vorzug.

          Obwohl der von Ehrhardt verwaltete Gamax-Fonds in vielen asiatischen Regionen aktiv ist, fällt der Gewichtung der einzelnen Länder wenig Bedeutung zu. „Wir schauen in Asien stark auf die Branchengewichtung und nicht so sehr auf die Gewichtung der Länder“, sagt Ehrhardt.

          Trotz seiner Orientierung an Einzelwerten sind Ehrhardt übergeordnete Überlegungen nicht fremd. „Wir versuchen, die langfristigen Trends in Asien zu entdecken.“ Davon sieht er derzeit zwei große, den Trend zu einer höheren Mobilität und den zu einer wachsenden Verbrauchernachfrage aus dem Inland. So bevorzugt Ehrhardt derzeit Titel, die vom Ausbau der Infrastruktur profitieren, Betreiber von Mautstraßen, Reifenhersteller oder Logistikunternehmen, und konsumorientierte Aktien.

          Jens Ehrhardt ist mit einem zweiten Fonds in unserer Auswahl vertreten, mit dem DJE Gold & Ressourcen, der vom rasanten Anstieg der Goldpreise profitiert. Hier liegt der Schwerpunkt auf Aktien von Unternehmen, die im Goldbergbau engagiert sind. Mindestens 30 Prozent des Fondsvolumens müssen in Goldminenaktien investiert sein. Allerdings ist die Schwankungsanfälligkeit des Fonds, gemessen an der Standardabweichung, mit 30 Prozent relativ hoch - doppelt so hoch wie beim Gamax-Asien-Fonds.

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