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Fondsbericht : Die Schwellenländer dominieren das Bild

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Investments in Schwellenländerfonds haben nicht mehr zwingend ein höheres Verlustrisiko. Das legt der Blick auf die Rangliste der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko nahe.

          Das Anlagethema 2010 heißt Schwellenländer. Auf der Anleihenseite ist es zwar erst noch im Entstehen. Was jedoch Aktien angeht, bestimmen sie das Bild. Aktienfonds, die Schwellenländer ausdrücklich in den Fokus nehmen oder derzeit ihren Schwerpunkt auf diese Märkte verlagern, dominieren unsere Rangliste der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko. Gut die Hälfte der Fonds aus dieser Kategorie haben sich, wenn auch in unterschiedlicher Form, dem Thema verschrieben.

          Bei Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung wäre dies weniger überraschend. Bei diesen achtet das Analysehaus Lipper, das regelmäßig diese Auswertung vornimmt, darauf, ob ein Fonds eine hohe Rendite erzielt. Da finden sich fast zwangsläufig Fonds, die ein höheres Risikoprofil aufweisen als andere.

          Mehr Vertrauen

          Dass Schwellenländer auch die Liste der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko dominieren, ist allerdings nicht selbstverständlich. In früheren Krisen, beispielsweise während der Asienkrise, die 1997 und 1998 von Thailand ausging und rasch Indonesien, Südkorea, die Philippinen und Singapur erfasste, zogen die Investoren in großem Umfang ihr Kapital aus diesen Ländern ab, die damals noch „Tigerstaaten“ genannt wurden.

          Heute spricht niemand von Tigerstaaten, und kaum ein Investor zog in der jüngsten Finanzkrise sein Geld aus den Schwellenländern zurück, um es an den Börsen der etablierten Industrieländer in Sicherheit zu bringen. Somit stellt sich die Frage, was heute eigentlich noch ein Schwellenmarkt von einem etablierten Industriestaat unterscheidet.

          Nach wie vor sind es in erster Linie die hohen Wachstumsraten, die den Unterschied zwischen Ländern wie China, Indien, Malaysia oder Brasilien und Westeuropa oder Amerika ausmachen. Ein zweites Merkmal ist die Konzentration der Nachfrage auf Investitionsgüter und auf den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur. Gleichzeitig profitieren sie von einem niedrigen Lohnniveau.

          Dominanz der Indexkopierer

          Doch mit solchen Feinheiten befassen sich viele Manager der Schwellenländer-Fonds selten. Sie begnügen sich damit, den Aktienindex MSCI Emerging Markets abzubilden, in dem 21 Länder vertreten sind: Brasilien, Südkorea, China, Russland, Indien, aber auch Polen, Tschechien und die Türkei. Daneben führt der Indexanbieter MSCI, von dem sich die Bank Morgan Stanley im Mai 2009 vollständig trennte, den Index Frontier Markets, deren Kapitalmärkte weniger entwickelt sind. Dieser berücksichtigt Länder wie Jordanien, Kasachstan, Kenia, Vietnam, Argentinien oder Rumänien.

          Je mehr sich die Schwellenmärkte etablieren, desto mehr scheinen sich die Renditen anzugleichen. Derzeit genügt eine Rendite von 2,5 Prozent in drei Jahren, um unter die 30 besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko zu kommen.

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