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Fondsbericht : Die Größe eines Fonds muss kein Nachteil sein

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Es ist nicht schlecht, groß zu sein, zumindest nicht als Rentenfonds. Die Schwergewichte der Anlageklasse plazieren sich in der Rangliste der besten Rentenfonds weit oben.

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          Es gibt Vorurteile, die im Gedächtnis der Anleger hartnäckig verhaftet sind. Eines davon lautet, dass kleinere Fonds besser seien, weil sie leichter, wendiger und schneller agieren können. Dies mag für viele Aktienfonds richtig sein. Bei Rentenfonds muss Größe dagegen kein Nachteil sein, vorausgesetzt, sie sind international ausgerichtet. Allein von der Bundesregierung sind Schuldtitel im Wert von 1000 Milliarden Euro im Umlauf. Die Vereinigten Staaten kommen auf umgerechnet 5000 Milliarden Euro.

          Mit großen Zahlen operiert auch Michael Hasenstab, Fondsmanager des Franklin Templeton Global Bond Fund. Der Fonds zählt zu den Flaggschiff-Fonds der bankenunabhängigen amerikanischen Fondsgesellschaft mit einem Fondsvolumen von zuletzt unvorstellbar großen 16,7 Milliarden Dollar (rund 12,4 Milliarden Euro). Damit ist der Global Bond einer der größten Fonds der Welt.

          Staatsanleihen als Renditebremse

          Mit einer Rendite von knapp 42 Prozent reiht sich der Global Bond in unserer Rangliste der besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag an zweiter Stelle ein. Dabei handelt es sich hier nicht um die jährliche Rendite, sondern um die kumulierte Rendite in den vergangenen drei Jahren. Für die A-Klasse des Fonds wird noch eine Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent und eine Administrationsgebühr von 0,3 Prozent fällig. Diese Kosten berücksichtigt das Fondsanalysehaus Lipper, das regelmäßig diese Ranglisten erstellt, schon in der ausgewiesenen Rendite.

          1995 kam Hasenstab zu Franklin Templeton, ließ sich zwischendurch promovieren und kehrte im April 2001 zu der Fondsgesellschaft zurück. Er dürfte einer der einflussreichsten Fondsmanager der Welt sein. Denn mit dem Global Bond investiert er weltweit in Staatsanleihen, aber auch in Schuldtitel von Unternehmen. Im Januar blieb der Fonds jedoch hinter seiner Referenz, dem JP Morgan Global Government Bond Index, zurück. „Der relative Rückstand war vor allem dem Engagement in Staatsanleihen zu verdanken, gefolgt von den Währungspositionen“, schrieb Hasenstab in einem Kommentar.

          Wechselkursbewegungen werden wichtiger

          Für die Zukunft erwartet er, dass sich der Anleihemarkt strukturell ändert: „Wir rechnen damit, dass eine fundamentale Differenzierung der Länder, unter anderem in Bezug auf Haushaltsentwicklung und Wachstumspotential, auf den Finanzmärkten in den kommenden Monaten eine größere Rolle spielen wird“, meint Hasenstab. „Infolgedessen könnte die traditionelle Unterscheidung in Industrie- und Schwellenmärkte aufweichen.“

          Viele internationale Rentenfonds profitieren stärker von den Kursschwankungen auf den Devisenmärkten als von den Kupons oder von Kursgewinnen der Anleihen, die sie im Portfolio haben. Das gilt vor allem für jene Varianten, die keine Wechselkursabsicherung über die Terminmärkte eingebaut haben.

          Davon profitierte beispielsweise Fondsmanager Thomas Kressin, der für Allianz Global Investors gleich mit zwei Fonds in unserer Rangliste vertreten ist. Kressin verwaltet den kurzfristig ausgerichteten Allianz Pimco Internationalen Rentenfonds K und den Allianz Pimco Internationalen Rentenfonds A, der das gesamte Laufzeitenspektrum abdeckt.

          Seinen beiden Fonds kam der Rückgang des Euro von in der Spitze 1,60 Dollar im Jahr 2008 auf aktuell gut 1,36 Dollar zugute. Darin zeigt sich der starke Einfluss der Währungen auf diese beiden Fonds, die zu etwa 30 Prozent in Euro-Anleihen investieren und zu rund 70 Prozent in Fremdwährungen. Auch dies zeigt, dass der Kauf eines internationalen Rentenfonds immer eine Meinung zur Entwicklung der Devisenmärkte voraussetzt.

          Ein neuer Name ist in unserer Rangliste vertreten: Amundi ist der Zusammenschluss der Fondsgesellschaften von Crédit Agricole und Société Générale.

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