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Fondsbericht : Die Franken-Fonds fallen zurück

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Bild: F.A.Z.

Jetzt, da der Kurs des Schweizer Franken nicht mehr so stark gegen den Euro aufwertet, beginnt sich zu zeigen, wem Franken-Fonds ihre überlegene Rendite vor allem verdankten. Denn auch Wechselkurse wirken sich stark auf die Wertentwicklung von Investmentfonds aus.

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          Fonds, die in Schweizer Franken als Heimatwährung rechnen, hatten lange einen entscheidenden Vorteil. Dieser scheint zu schwinden, nachdem der Franken-Kurs in den vergangenen Wochen zurückgekommen ist. Anfang Januar erhielten Anleger für einen Euro noch 1,38 Franken. Zeitweise waren es nur 1,24 Franken und derzeit gut 1,30 Franken.

          Diese Währungsschwankungen beeinflussen auch unsere Rangliste der besten Mischfonds mit geringem Verlustrisiko, die regelmäßig das Fondsanalysehaus Lipper für diese Zeitung berechnet. Bei unserem letzten Vergleich Anfang November stellten Fonds in der Heimatwährung Schweizer Franken fünf der zehn besten Fonds. Heute sind es noch zwei.

          Halb soviel Rendite

          Wie stark sich Wechselkurse auf die Rendite auswirken können, zeigt sich am Swisscanto (LU) Portfolio Fund Yield A: Die Franken-Tranche liegt in unserer Rangliste mit einem Plus von 23,4 Prozent in den vergangenen drei Jahren auf Rang 6. Die Euro-Tranche hingegen erreicht mit einem Plus von 11,7 Prozent lediglich Rang 20. Somit fällt die Rendite der Euro-Tranche gerade einmal halb so hoch aus wie die der Franken-Tranche.

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          Lipper weist den Fonds dennoch als „konservativ“ aus, weil diese Kategorie sich nicht auf die Währung, sondern auf den Anlagestil bezieht. Ein Mischfonds gilt bei Lipper als konservativ, wenn Aktien weniger als 35 Prozent zu den Erträgen beisteuern und Renten mehr als 65 Prozent. Der Swisscanto Portfolio Yield beschränkt den Aktienanteil auf 10 bis 30 Prozent, was für einen Mischfonds ein geringer Aktienanteil ist.

          Komplizierte Währungsrisiken

          Währungen machen eine Geldanlage besonders vertrackt. Diese Feststellung gilt ganz besonders für Investmentfonds, auch wenn die Fondsgesellschaften vorgeben, den Anlegern viele Sorgen abzunehmen. Am einfachsten verhält es sich mit Fonds, die in Euro gerechnet werden und die nur Euro-Anlagen kaufen. Unproblematisch ist es auch für den Anleger, wenn der Fondsmanager den Fonds in Euro rechnet, aber auch in Fremdwährungen investiert. Hier nimmt er die Umrechnung selbst vor.

          Kompliziert wird es mit Fonds, die zum Teil oder ganz in Fremdwährungen anlegen. Entweder kauft der Anleger den Fonds in der Heimatwährung und trägt das Wechselkursrisiko selbst. Oder er nimmt die Euro-Tranche, die der Anbieter häufig ebenfalls anbietet. Diese können manchmal auch abgesichert sein - dabei wird der Fonds mit Hilfe von Terminmarktinstrumenten gegen eventuelle Währungsverluste geschützt. Dies alles kostet den Anleger Rendite, wie das Beispiel des Swisscanto-Fonds zeigt.

          Lipper weist unabhängig von der Anlagewährung des Fonds sämtliche Renditen in Euro aus. Dies gilt auch für Fonds, die das Analysehaus beispielsweise im Anlagesegment Franken führt. Lipper rechnet dann die Renditen der Franken-Tranche in Euro um. Schließlich ist dies die Anlagewährung, die für deutsche Anleger üblicherweise wichtig ist. Aber nicht nur Fremdwährungen beeinflussen die Rendite, gleiches tut die Anlagepolitik. So war der Fonds Leonardo Invest Eurose nur kurz in unserer Rangliste vertreten. Ende Oktober lag er auf Rang 11, jetzt ist er nicht mehr dabei.

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