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Fondsbericht : Die Dynamik der Wertentwicklung lässt spürbar nach

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Renditen von Mischfonds mit stabilem Ertrag sind in den vergangenen sechs Monaten kräftig zurückgefallen. Das liegt an stagnierenden Aktien- und Anleihenkursen. Doch die Manager widerstehen auftragsgemäß riskanten Wetten weitgehend.

          Mischfonds mit stabilem Ertrag fallen in der Wertentwicklung zurück. Das lässt sich am Spitzenreiter unserer Rangliste, die regelmäßig das Fondsanalysehaus Lipper für diese Zeitung erstellt, ablesen. Der Carmignac Patrimoine der französischen Fondsboutique Carmignac Gestion weist in der Wertentwicklung über drei Jahre, die diesem Vergleich zugrunde liegt, eine Rendite von 30,8 Prozent aus.

          Doch wie andere Mischfonds auch, lebt der Carmignac Patrimoine von der Vergangenheit. In den vergangenen sechs Monaten ist er auf eine Rendite von nur noch 4,2 Prozent gekommen. Vor etwas mehr als einem Jahr, im Juli 2009, lag sie bei mehr als 10 Prozent.

          Staatsanleihen- und Aktienkurse kommen nicht voran

          Mit fallenden kurzfristigen Renditen kämpfen auch andere Fonds unserer Rangliste. Der ETF-Dachfonds P, der auf dem vierten Rang plaziert ist, kommt auf nur noch 1,2 Prozent. Der Ethna Aktiv E schafft immerhin 3,8 Prozent. 20 der 30 Fonds in unserer Rangliste weisen für die vergangenen sechs Monate eine Rendite von weniger als 5 Prozent auf.

          In den gesunkenen Renditen spiegelt sich die Entwicklung auf den Kapitalmärkten: Viele Aktienmärkte treten in diesem Jahr, wenn auch bei hohen Ausschlägen, auf der Stelle. Der Dax, Leitindex für die deutsche Börse, beispielsweise bewegt sich seit einem halben Jahr weitgehend zwischen 5700 und 6300 Punkten.

          Die Renditen auf den großen Märkten für Staatsanleihen sind so stark gesunken, dass der Spielraum für weiterer Renditerückgänge eng geworden ist. Ein Anleiheinvestor verdient an Kupons, eventuell an der Wechselkursentwicklung und an Kurssteigerungen. Die Kurse der Papiere, die er hält, steigen jedoch nur, wenn die Renditen fallen.

          Keine Risikofreude

          Auch wenn Anleger dazu neigen, hohe Renditen einzufordern, ist es in diesem Marktumfeld beruhigend, wenn Fondsmanager nicht versuchen, die Rendite durch riskante Wetten in die Höhe zu treiben. Der PSM Value Strategy, den die PSM Vermögensverwaltung GmbH Langen v. d. Goltz & Dr. Prinz aufgelegt hat, meidet in diesem Marktumfeld ausdrücklich Risiken und setzt den Erhalt des Vermögens an oberste Stelle. „Wir glauben nicht, dass die Welt so in Ordnung ist, wie es die Berufsoptimisten darstellen“, sagt der PSM-Partner Paul Schäfer.

          Diese Strategie schlägt sich in einer Rendite von 1,4 Prozent in den vergangenen sechs Monaten nieder. Insgesamt rangiert der PSM-Fonds auf dem 30. Rang der knapp 1800 Fonds, die Lipper in dieser Kategorie führt. Gleichzeitig ist die Standardabweichung mit 2,7 Prozent sehr niedrig. Diese Kennziffer misst das Kursschwankungsrisiko einer Geldanlage. Für unseren Fondsvergleich misst Lipper, wie stark die täglichen Renditen der vergangenen drei Jahre um ihren Mittelwert schwankten. Ein niedriger Wert zeigt, dass der PSM-Ansatz aufgeht und die Rendite relativ stabil bleibt.

          Kritik an Carmignacs Gebühren

          Auch die Fondsmanager des Carmignac Patrimoine, Edouard Carmignac selbst und Rose Ouahba für die Rentenseite, scheinen derzeit der Verlockung zu widerstehen, die Rendite durch riskante Wetten in die Höhe zu treiben. Die Fondsanalysten von Morningstar bewerten den Fonds positiv. Dem Morningstar-Analysten Thomas Lancereau gefällt, dass sich Carmignac im zweiten Quartal bei Aktien zurückgehalten hat und dass sich der Fonds in fallenden Märkten erstaunlich stabil gehalten habe.

          Allerdings kritisiert Lancereau die hohen Gebühren. Dabei stört sich der Analyst weniger an der Performancegebühr, sondern daran, dass Carmignac Gestion den Fondszeichnern eine Umsatzprovision in Rechnung stellt. „Da viele Carmignac-Fonds über hohe Volumina verfügen, erscheint es uns gerechtfertigt, die daraus entstehenden Skalenvorteile auch an die Fondssparer weiterzugeben und die Umsatzprovision abzuschaffen, zumal sie das Potential für Interessenkonflikte birgt“, moniert Lancereau.

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