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Fondsbericht : Die Dominanz der China-Fonds ist gebrochen

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Seit dem Sommer hat sich ein Favoritenwechsel vollzogen. Die Herrlichkeit der China-Fonds ist dahin. Fonds mit einer breiteren Anlagestrategie schieben sich nach vorne.

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          Nur wenige Monate lang haben China-Fonds unsere Rangliste der besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko dominiert. Im Juni 2009 belegten China-Fonds unter den zehn führenden Fonds gleich sechs Plätze. Heute finden sich dort noch zwei Fonds, die auf Nebenwerte im weiteren Asien-Pazifik-Raum spezialisiert sind.

          First State Greater China Growth hieß der Spitzenreiter vor acht Monaten. Heute findet sich das Produkt nicht einmal mehr unter den 30 Besten unserer Auswertung, die das Fondsanalysehaus Lipper auf Basis der Drei-Jahres-Rendite erstellt.

          Der Trug vergangner Herrlichkeit

          Der rasche Absturz der China-Fonds sollte all jenen Anlegern als Warnung gelten, die Entscheidungen auf Basis vergangener Renditen treffen. Vielmehr gilt es, die Perspektiven einer Geldanlage realistisch einzuschätzen. Dabei sollten die Anleger aus Renditen der Vergangenheit nicht mehr herauslesen, als sie liefern können. Vergangene Renditen bieten Orientierung, keine Handlungsanweisung.

          First State gehört zur Commonwealth Bank of Australia und setzt den Schwerpunkt auf Spezialitäten wie Asien-Pazifik, Schwellenländer oder Rohstoffe. First-State-Fonds finden sich immer noch vorne, allerdings andere: der Global Emerging Markets Leaders, der Global Emerging Markets und der Pacific Leaders. Der Global Emerging Markets war so erfolgreich, dass First State seit sechs Jahren den Verkauf stark beschränkt.

          Es lebe die Breite

          Bei diesen Konzepten zahlt sich derzeit wohl aus, dass sie etwas breiter anlegen als der Greater China Growth. Der zum Jahreswechsel 953 Millionen Euro schwere Global Emerging Markets Leaders investiert auf der ganzen Welt in größere Aktien aus Schwellenländern, aber auch in Unternehmen der Industrieländer, die in Schwellenländern engagiert sind.

          So sind 52 Prozent des Fondsvolumens in den aufstrebenden Ländern Asiens investiert, ein Viertel in Mittel- und Osteuropa und 15 Prozent in Lateinamerika. Allerdings haben sich auch beim Global Emerging Markets Leaders die Renditen enorm abgeschwächt. Die in Pfund denominierte Tranche des Fonds schaffte im Juni 2009 eine Drei-Jahres-Rendite von 15 Prozent und heute gerade die Hälfte. Damit brachte die Diversifizierung etwas mehr Stabilität als beim Greater China Growth, doch keinen Schutz vor dem Abschwung.

          Die Gefahr enger Märkte

          Vielfalt ist in unsere Rangliste eingekehrt, seitdem die Dominanz der China-Fonds gebrochen wurde. Auch die weiteren Perspektiven des neuen Spitzenreiters ETFS Gold Bullion Securities sollten die Anleger versuchen, realistisch zu bewerten. Es ist ein in Dollar denominierter, börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Funds oder ETF), der auf dem relativ engen Markt der Edelmetalle engagiert ist.

          Anders als ein aktiv verwalteter, herkömmlicher Investmentfonds versuchen ETF, die Entwicklung des Referenzindex möglichst exakt zu verfolgen. In diesem Fall zeichnet der ETF keinen Index wie den Dax nach, sondern orientiert sich an der Entwicklung des Goldpreises. Die Edelmetalle des ETFS Gold Bullion Securities sind laut dem Emittenten ETF Securities in London durch physisches Metall gedeckt, das den Angaben zufolge die Depotbank HSBC hält.

          Anleger sollten bei Produkten wie diesen grundsätzlich beachten, dass diese sich auf relativ engen Märkten engagieren und nicht diversifiziert sind. Das birgt in steigenden Marktphasen Chancen, kann sich aber auch rasch gegen den Anleger wenden, wenn die Stimmung auf diesen Märkten einmal drehen sollte.

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