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Fondsbericht : Die Crux mit den erwarteten Renditen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Vergangenheitsdaten finden viele Anleger uninteressant. Aber Daten für die Zukunft gibt es eben nicht, sondern nur Prognosen. Und die müssen nicht immer richtig sein, sonst würden sich die Ranglisten nicht ändern.

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          Unser Fondsbericht, der regelmäßig an dieser Stelle erscheint, leidet an einem Dilemma: Niemand interessiert sich ernsthaft für die Renditen der Vergangenheit. Erstens sorgt der Blick in die Rangliste der besten Investmentfonds für Frust, wenn man gerade nicht in jenen Fonds investiert ist, der mit einer phänomenalen Rendite an der Spitze steht.

          Und zweitens will in Wahrheit niemand wissen, wie sich eine Geldanlage in der Vergangenheit verhalten hat, sondern welche Rendite sie bei welchem Risiko in Zukunft abwerfen wird.

          Auch Profis kennen die Zukunft nicht

          Leider gibt es keine Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen. Selbst Profis liegen mit ihren Prognosen regelmäßig daneben. Dies hat die Fondsgesellschaft West LB Mellon Asset Management für die erwartete Zinsentwicklung nachgehalten.

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          Das Ergebnis zeigt, dass die Finanzmarktprofis regelmäßig in den vergangenen Jahren den Realzins - dies ist der am Markt beobachtete Zins, zum Beispiel einer Bundesanleihe, abzüglich der Inflation - falsch eingeschätzt haben. Und zwar lag der Realzins am Jahresende in den vergangenen zehn Jahren jedes Mal höher als am Jahresanfang erwartet.

          Verwechslung von Vergangenheit und Zukunft

          Prognosen sind auch deshalb vertrackt, weil wir dazu neigen, einmal beobachtete Trends in die Zukunft fortzuschreiben. Einem Fonds, der in der Vergangenheit eine hohe Rendite abwarf, trauen wir somit auch in Zukunft kräftige Wertsteigerungen zu. Dabei tun sich nicht nur Privatanleger, sondern auch hochbezahlte Ökonomen schwer damit, eine Trendwende vorherzusagen.

          Vor einer solchen Situation könnten nun all jene Anleger stehen, die Aktienfonds gekauft haben, die in Asien oder den Schwellenländern anlegen. Sie sind derzeit die großen Gewinner in unserer Rangliste der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko. 15 der 30 besten Produkte dieser Kategorie legen in Asien-Pazifik, allgemein in Asien, in Malaysia oder in Japan an. Sechs weitere Fonds setzen ihren Schwerpunkt allgemein auf Schwellenländer. Sie alle punkten mit kumulierten Wertsteigerungen von mehr als 30 Prozent in den vergangenen drei Jahren.

          Uneinigkeit über Schwellenländer

          Doch nun sind die Meinungen über die Chancen an den Schwellenländer-Börsen gespalten wie selten. Während Christian Wrede, Deutschland-Chef von Fidelity, jüngst eine Vertriebsoffensive für Schwellenländer-Fonds angekündigt hat, warnt der Aktienchef von Aberdeen, Hugh Young, eindringlich vor den Risiken, die sich auf diesen Märkten aufgebaut haben (vgl. Hugh Young, Aberdeen: „Die Leute werden wieder zu gierig“).

          Dabei plazierte sich Aberdeen mit einem Asien-Fonds auf Rang 2 unserer Rangliste und mit einem Schwellenländer-Fonds auf Rang 6. Fidelity hat es mit einem Malaysia-Fonds und einem Asean-Fonds auf Rang 20 und 27 geschafft.

          Sehen die Aberdeen-Experten eine Trendwende, die Fidelity übersehen hat? Der Aktienhandel lebt davon, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist und unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Sonst würden ja alle Marktakteure entweder nur verkaufen oder nur kaufen. Wer die höchste Rendite schafft, lässt sich eben erst im Nachhinein sagen.

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