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Fondsbericht : Die China-Fonds sind von der Spitze verdrängt

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Goldminen-Aktien und Indien etablieren sich weit oben. Doch nicht nur Wagemut wird belohnt: Auch ein risikoarmer Fonds der SEB Asset Management schafft es unter die Besten. Der Fondsbericht.

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          Der Favoritenwechsel unter den Aktienfonds ist nun mit großer Deutlichkeit vollzogen. Vor einem Jahr noch dominierten Fonds, die auf die chinesischen Aktienmärkte oder auf den Großraum China spezialisiert sind, unsere Rangliste der 30 besten Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung. Damals belegten sie die sieben vorderen Plätze - selten war eine Dominanz in unserer Leistungsschau der besten Fonds so erdrückend. Nun liegt der beste China-Fonds, der Chinese Equities der niederländischen Fondsgesellschaft Robeco, gerade einmal auf Rang 14.

          Heute sind die auf China spezialisierten Fonds noch stark in unserer Rangliste vertreten, so auch der entsprechende Fonds der DWS. Immerhin belegen China-Fonds noch jeden dritten Platz auf unserer Bestenliste. Doch auch mit anderen Themen können Fondsmanager hier glänzen: Aktien von Goldminen und Edelmetallförderern oder die indische Börse bringen sie ebenfalls auf diese Liste.

          Erholung verbessert 3-Jahres-Wertentwicklung deutlich

          Auch wenn die jüngsten Kursverluste auf den internationalen Aktienmärkten anderes nahelegen: In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Bild an den Finanzmärkten kräftig aufgehellt. Knapp die Hälfte der 30 Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung wies vor einem Jahr eine negative Drei-Jahres-Rendite aus. Heute muss ein Fonds in den vergangenen drei Jahren schon ein Plus von mehr als 14 Prozent erzielt haben, damit das Fondsanalysehaus Lipper ihn in der Auswertung berücksichtigt.

          Anleger sollten sich von dieser Auswertung jedoch nicht in die Irre leiten lassen: Die meisten Fonds unserer aktuellen Rangliste sind hochspekulativ und somit nur für Anleger geeignet, die robuste Nerven und ein bequemes Finanzpolster haben. In diesen schwierigen Zeiten gilt es, das Vermögen so breit wie möglich zu streuen und nur einen Teil davon in spekulativere Fonds zu investieren.

          Der Stress mit der Standardabweichung

          Die Schwankungsanfälligkeit eines Fonds messen die Finanzprofis gern anhand der Standardabweichung. Dazu berechnen die Analysten des Fondsanalysehauses Lipper zunächst die durchschnittliche Rendite, die ein Fonds in den vergangenen drei Jahren erzielt hat. Anschließend berechnen sie, wie stark die tägliche Rendite des Fonds in den vergangenen drei Jahren um diese durchschnittliche Rendite geschwankt hat. Diesen Wert drücken sie in Prozent aus. Eine hohe Standardabweichung bedeutet, dass die täglichen Renditen des Fonds mitunter deutlich über der Durchschnittsrendite liegen können, aber auch stark darunter.

          Eine hohe Abweichung vom Mittelwert zeigt, dass dieser Fonds Anlegern in der Vergangenheit Stress gemacht hat. Wer solche Kennziffern für seine Entscheidung nutzt, einen Fonds zu kaufen oder nicht, unterstellt, dass sich der Fonds in der Zukunft ähnlich verhalten wird, wie er es in der Vergangenheit getan hat. Diese Annahme kann richtig sein, sie muss es aber nicht sein. Die Geschichte der Geldanlage ist gefüllt mit Fonds, die auf ewig im Nirgendwo verschwunden sind.

          Auch ohne qualmende Reifen zur Rendite

          Unser Spitzenreiter der Woche, der Falcon Gold Equity Fund, bringt eine Drei-Jahres-Rendite von 56 Prozent bei einer Standardabweichung von relativ hohen 48 Prozent. Der zweitplazierte Fonds, der Indien-Fonds von Pinebridge, erreicht eine Rendite von knapp 52 Prozent mit einer spürbar geringeren Standardabweichung von 28 Prozent. Wer nur auf die Rendite schaut, greift zum Falcon-Produkt. Doch für Anleger, die hohe Kursschwankungen meiden wollen, eignet sich dieser weniger.

          Glücklicherweise müssen Fondsmanager nicht zwangsläufig einen heißen Reifen fahren, um hohe Renditen zu erreichen. So weist die SEB Asset Management für den Absolute-Return-Fonds Asset Selection die niedrigste Standardabweichung unserer Rangliste auf und ist mit ihm auf Rang acht plaziert.

          Hans-Olov Bornemann verwaltet den Fonds, der sich auf die vier Anlageklassen Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe konzentriert. Dabei stützt er sich auf sogenannte quantitative Modelle. Bei diesem Investmentstil wertet der Fondsmanager mit Hilfe von Computern lange Reihen ökonomischer Daten aus, um Anlageentscheidungen nicht dem Bauchgefühl zu überlassen.

          Der Erfolg dieser sogenannten Quant-Fonds hängt allerdings entscheidend davon ab, wie gut die Modelle sind, auf die sich der Fondsmanager stützt. In den vergangenen sechs Monaten war die Rendite des SEB-Fonds nach Kosten negativ. Dabei soll der Absolute-Return-Ansatz Anleger davor bewahren. Nun muss Bornemann zeigen, ob er das Ruder noch herumreißen kann.

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