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Fondsbericht : Der ZZ1 fällt aus der Liste der besten Rentenfonds

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Schwellenländeranleihen sind eine Anlageklasse mit Tücken. Das bekam auch zuletzt der legendäre Rentenfonds ZZ1 zu spüren. Große Fondsgesellschaften hatten zuletzt Vorteile.

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          Es herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Fondsgeschäft: Während Mischfonds zu einer starken Domäne der Vermögensverwalter geworden sind, herrschen über Rentenfonds eher die internationalen Fondsgesellschaften mit häufig großvolumigen Fonds. Templeton, Legg Mason, UBS, Amundi, Allianz Pimco, Schroder, DWS, M&G, Axa oder auch F&C heißen die Fondsanbieter, die in unserer jüngsten Rangliste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung den Ton angeben.

          Das dürfte zum einen daran liegen, dass derzeit global ausgerichtete Fonds, die flexibel ihre Chancen auf vielen Rentenmärkten suchen, unter Umständen Wechselkursgewinne mitnehmen können, die angesichts der niedrigen Renditen willkommen sind. Da sind große Fondsgesellschaften mit einem globalen Netzwerk vielleicht etwas im Vorteil.

          Produktpalette schrumpft

          Zum anderen ist das Feld kleiner geworden. Vor einem Jahr noch führte das Fondsanalysehaus Lipper, das regelmäßig diese Ranglisten berechnet, 2471 Produkte unter den Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung. Jetzt sind es noch 1682 - das ist rund ein Drittel weniger. Vor einem Jahr enthielt unsere Rangliste einige kleinere Fondsgesellschaften wie Pictet, KBC, MFS, Thames River oder auch Skandia, die nicht mehr in unserer aktuellen Liste der Besten vertreten sind.

          Bild: F.A.Z.

          Nun musste auch ein kleinerer Fonds, der in den vergangenen Monaten für Aufmerksamkeit sorgte, das Feld räumen. Der ZZ1 führte lange die Liste der 30 Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung an und ist nun nicht mehr in unserer Rangliste vertreten. Verwaltet wird der Fonds von Peter Pühringer und Christian Hirschmann, wobei vor allem Pühringer auf einem verschlungenen Weg ins Fondsgeschäft gefunden hat.

          1942 in Allstedt (heute Sachsen-Anhalt) wurde er als Sohn eines Uhrmachers geboren. In den siebziger Jahren arbeitete Pühringer unter anderem als Bauingenieur in Saudi-Arabien und engagierte sich in den achtziger Jahren auf dem Berliner Immobilienmarkt, bis er anschließend Anleihen als lohnendes Investitionsobjekt entdeckte. Heute lebt er in Österreich, besitzt in Wien das Palais Coburg und zählt wohl zu den reichsten Männern des Landes, auf jeden Fall zu den schillerndsten. Der ZZ1 ist auf internationale Hochzinsanleihen, überwiegend aus Schwellenländern, spezialisiert. Allerdings darf er auch durchaus Derivate einsetzen, was im Anleihegeschäft nicht so ungewöhnlich ist.

          Probleme mit Schwellenländeranleihen

          Dass der ZZ1 nun gar nicht mehr in unserer Rangliste vertreten ist, kommt insofern überraschend, als er bei der letzten Auswertung dieser Anlagekategorie Anfang Juni noch den ersten Rang belegte und auch davor immer gut abgeschnitten hatte. Doch Anleihen aus Schwellenländern sind ein schwieriges Thema, auch wenn sie bei vielen Fondsgesellschaften sehr beliebt sind - jedenfalls scheint der Vertrieb zu spüren, dass diese Produkte sich angesichts der Schuldenkrisen in Europa und den Vereinigten Staaten gut verkaufen lassen. Allerdings gelingt es nicht allen Fondsgesellschaften, sich dauerhaft auf diesem schwierigen Feld festzusetzen.

          Dass Schwellenländer eigenen Regeln folgen, erfuhr auch die Schweizer Fondsgesellschaft Pictet. Vor einem Jahr war sie mit dem in Dollar denominierten Pictet Global Emerging Debt wie auch mit dem Pictet Emerging Local Currency Debt, ebenfalls in Dollar, unter den zehn besten Rentenfonds plaziert. Jetzt ist die Fondsgesellschaft der Schweizer Privatbank nicht mehr in der Elite vertreten.

          Als eine Fondsgesellschaft, die etwas dauerhafter Anleihen aus Schwellenländern beherrscht, hat sich dagegen die südafrikanische Fondsgesellschaft Investec erwiesen. Sie konnte gleich drei Fonds in unsere aktuelle Rangliste schicken. Das gelang ihr auch schon vor einem Jahr.

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