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Fondsbericht : Der Marktführer bekommt neue Eigentümer

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Bild: F.A.Z.

Barclays muss sich von Seiner Tochter I-Shares trennen. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für Wettbewerber, mit einem Mal in die boomende Anlageform einzusteigen.

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          In der Erfolgsgeschichte der börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) wird in diesen Tagen ein neues Kapitel geschrieben. Die britische Bank Barclays kündigte in dieser Woche an, ihr in der Gesellschaft I-Shares gebündeltes ETF-Geschäft verkaufen zu wollen.

          Der Konzern will mit diesem Schritt seine Kapitalausstattung verbessern, um nicht unter das Bankensicherungsprogramm der britischen Regierung zu fallen. Für etablierte Investmentfondsanbieter bietet dieser Notverkauf nun eine überraschende Gelegenheit, neben dem angestammten Kerngeschäft auf einen Schlag auch im Wachstumssegment der börsengehandelten Indexfonds eine wichtige Rolle einzunehmen.

          Groß geworden mit Indexfonds

          I-Shares ist der mit Abstand größte Indexfondsanbieter der Welt. Vor zwei Jahren war in ihm auch der damalige deutsche Marktführer Indexchange aufgegangen. Dass sich die börsengehandelten Indexfonds über die vergangenen zehn Jahre hinweg als kostengünstige Geldanlageform etabliert haben, ist vor allem der britischen Gesellschaft zu verdanken.

          Groß geworden ist der Markt mit Fonds, die Aktienindizes nachbilden. In den vergangenen Monaten hat sich das Wachstum aber in Richtung von Fonds auf Anleiheindizes verlagert. Allein im vergangenen Jahr verdoppelte sich nahezu der Anteil der Renten-ETFs am gesamten europäischen ETF-Markt auf nun rund 30 Prozent.

          Wettbewerbsvorteil

          Zum einen spiegelt sich in dieser Entwicklung die zunehmende Risikoscheu in der Anlegerschaft. Zum anderen kommt den Indexfonds wie zuvor schon im Aktiengeschäft die niedrige Gebührenbelastung zugute. Dieser Vorteil kommt gerade in Zeiten niedriger Zinsen für sichere Staatsanleihen vollständig zum Tragen, weil es klassischen aktiven Fondsmanagern in einem solchen Marktumfeld so gut wie unmöglich ist, im Wettbewerbsvergleich besser abzuschneiden.

          Während Letztere erst einmal ein Prozent an jährlich fälliger Verwaltungsvergütung erwirtschaften müssen, bevor überhaupt etwas beim Anleger ankommt, sind es bei Indexfonds nur gut 0,15 Prozent.

          Allmähliches Aufholen

          Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass I-Shares-Indexfonds in unserer aktuellen Rangliste so zahlreich vertreten sind. Von den 30 Rentenfonds, die über die vergangenen drei Jahre hinweg die beste Wertentwicklung vorweisen können, stellt der Marktführer allein fünf.

          Dass andere ETF-Anbieter noch nicht so zahlreich vertreten sind, hat lediglich etwas mit dem Zeitpunkt der Auflegung zu tun. Das Marktsegment ist noch relativ jung. In unsere Rangliste werden aber nur Fonds aufgenommen, die eine Wertentwicklung über mindestens drei Jahren vorweisen können. Deshalb rücken die entsprechenden Anlageprodukte erst allmählich nach.

          And the boom goes on...

          Doch die Verfolger sind dem Marktführer I-Shares dicht auf den Fersen. So ist beispielsweise X-Trackers, der ETF-Anbieter der Deutschen Bank, seit der Gründung vor anderthalb Jahren rasant gewachsen. Stolz verkündete die Gesellschaft am Mittwoch, dass 44 Prozent des neuen Geldes, das Renten-ETFs in den vergangenen anderthalb Jahren europaweit zugeflossen ist, in ihren Anlageprodukten landete.

          Insgesamt sei das verwaltete Vermögen in der Anlageklasse über diesen Zeitraum von 9 auf 31 Milliarden Euro gestiegen. X-Trackers-Chef Thorsten Michalik stellte eine Verbindung zu klassischen Rentenfonds her. Deren Anteil am gesamten Fondsvolumen betrage 48 Prozent - gegenüber den 30 Prozent im ETF-Marktsegment. „Renten-ETFs haben daher noch großes Potential“, lautet seine Schlussfolgerung.

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