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Fondsbericht : Deka-Mischfonds flüchtet aus Aktien

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Liefen Fonds, die schwerpunktmäßig in Staatsanleihen investierten, in den vergangene Jahren der Konkurrenz hinterher, hat sich dies in den vergangenen Monaten zu einem Vorteil gewandelt. Nächste Aufgabe ist der richtige Zeitpunkt für einen Strategiewechsel.

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          Die starken Kursschwankungen an den Finanzmärkten bringen es mit sich, dass manche Verlierer der Vergangenheit plötzlich als die großen Gewinner dastehen. So hat sich beispielsweise die hohe Gewichtung von Euro-Staatsanleihen im Portfolio für den Mischfonds Deka-Euroland Balance von einer Belastung zum Wettbewerbsvorteil gewandelt.

          In den guten Aktienjahren 2006 und 2007 lief der Fonds, der in Aktien wie auch in Anleihen investieren kann, mit einem Wertzuwachs von 2,2 beziehungsweise 1,8 Prozent vielen Konkurrenten hinterher. Über die vergangenen sechs Monate gelang dem Fondsmanagement jedoch das Kunststück, trotz des Kurseinbruchs am Aktienmarkt kein Geld zu verlieren.

          Kunststück Verlustvermeidung

          Damit katapultierte sich der Mischfonds, der vor allem über die Sparkassen verkauft wird, unter die besten zehn Anlageprodukte in unserer aktuellen Rangliste. In ihr sind die Mischfonds zu finden, deren Anteilspreis über die vergangenen drei Jahre überdurchschnittlich stieg, dabei aber eine unterdurchschnittliche Schwankungsanfälligkeit aufwies. Dem Deka-Fonds mit seinem Investitionsansatz ist das unzweifelhaft gelungen. Er hat das Kapital seiner Anleger erhalten, was derzeit nicht selbstverständlich ist.

          Zu verdanken ist die vergleichsweise stabile Wertentwicklung über die vergangenen Monate einem sukzessiven Rückzug aus der Aktienanlage. Nach den Vorgaben für die Portfoliokonstrukteure darf der Aktienanteil 25 Prozent des Fondsvolumens nicht überschreiten. Ende September betrug er noch 15 Prozent. Inzwischen liegt die Quote bei null - der Fonds hat im laufenden Monat den kompletten Rückzug vom Aktienmarkt angetreten.

          Attraktive Pfandbriefe

          Das Geld der Anleger liegt nun schwerpunktmäßig in Euro-Staatsanleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 7,5 Jahren. Als Beimischung finden sich zudem Pfandbriefe im Portfolio, die derzeit eine attraktive Rendite aufweisen.

          Die Anlageentscheidung stützt sich auf ein Trendfolgesystem, das die Kursbewegungen an den Märkten analysiert und Kauf- beziehungsweise Verkaufsignale liefert. „In der aktuellen Phase hat das Modell die Nase vorn, weil es anhand der Preisentwicklung schnell sieht, was sich am Markt tut“, sagt Deka-Fondsmanager Thorsten Rühl.

          In der Vergangenheit sei es wegen rascher Trendwechsel schwieriger gewesen, die richtige Mischung im Portfolio zu finden. Deshalb habe der in den vergangenen beiden Kalenderjahren schwache Rentenmarkt Bremsspuren in der Wertentwicklung hinterlassen können. Inzwischen hat sich das Bild aber gewandelt. Die Herausforderung besteht für das Fondsmanagement nun darin, den richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr in Aktien zu erwischen.

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