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Fondsbericht : Das Spiel mit dem Wechselkursrisiko

Bild: F.A.Z.

Rentenfonds mit Fremdwährungsanleihen gehören zu den Gewinnern der letzten Jahre. Damit lässt sich zwar auf der Kegelbahn besser renommieren, andererseits trägt der Anleger ein Währungsrisiko.

          Anleger, die einen Rentenfonds kaufen, der aus stocksoliden deutschen Papieren besteht, können ruhig schlafen. Aber sie werden mit ihren Renditen nicht am Arbeitsplatz oder auf der Kegelbahn renommieren können. Etwas mehr Pfiff besitzen Rentenfonds, die ihr Geld ganz oder zum Teil in Fremdwährungspapieren anlegen. Vor allem in Schwellenländern locken oft höhere Zinsen.

          Andererseits trägt ein Anleger ein Währungsrisiko. Verlieren die Fremdwährungen gegenüber dem Euro deutlich an Wert, kann der Fonds den Anleger teuer zu stehen kommen. Je höher die Chance, umso höher das Risiko - so lautet nun einmal eines der Grundgesetze der Kapitalanlage.

          Türkei ganz vorne

          In der Rangliste der renditestärksten Rentenfonds über die vergangenen drei Jahre liegt ein klassischer Schwellenmarktfonds mit Abstand vorne: Der von der belgischen Fondsgesellschaft KBC Asset Management verwaltete KBC Renta TRY-Renta legt sein Geld in Papieren an, die auf Türkische Lira lauten.

          Der Fonds ist mit einem Volumen von umgerechnet 76 Millionen Euro recht klein; seine Mittel legt er zu 64 Prozent in Staatsanleihen und zu 25 Prozent in Anleihen supranationaler Institutionen an. Ein kleiner Teil des Geldes fließt in Unternehmensanleihen. Die Rendite des Fonds steht und fällt aus der Sicht eines deutschen Anlegers mit dem Wechselkurs zwischen Euro und Türkischer Lira. Da hier alles auf eine Schwellenlandwährung gesetzt wird, sind die Risiken nicht unerheblich.

          Fonds mit Schuss

          Die Nummer zwei in der Rangliste ist völlig anders konstruiert. Der von der in Irland ansässigen Gesellschaft Thames River verwaltete Fonds Global Bond Eur hat seine Mittel zu 63 Prozent in Euro, zu 33 Prozent in Pfund und zu 4 Prozent in Dollar angelegt. Mit einem Volumen von 133 Millionen Euro gehört er ebenfalls zu den kleineren Rentenfonds.

          Einen nicht geringen Teil hat er in Papiere deutscher Emittenten investiert. Aus der Wahrnehmung eines deutschen Anlegers gleicht er einem heimischen Rentenfonds, der um eine spekulative Pfund-Komponente angereichert wurde. Vor allem die Anlagen in britischer Währung sorgten zuletzt für erhebliche Wertschwankungen: Errechnet sich auf Sicht eines Jahres eine stolze Rendite von 16,70 Prozent, so ist die Rendite auf Sicht von sechs Monaten mit 0,86 Prozent mäßig. Dieser Fonds ist eigentlich nur für Anleger interessant, die dem Pfund ein langfristiges Comeback zutrauen.

          Der Schwellenländer-Pfiff

          Mit dem Templeton Global Total Return A rangiert ein mit einem Volumen von umgerechnet 1,9 Milliarden Euro gut gefüllter amerikanischer Rentenfonds auf Rang drei, dessen Vermögen zu 57 Prozent aus Staatsanleihen besteht. Mit einem Anteil von 54 Prozent ist er in Dollar investiert, was für amerikanische Anleger eine starke Verankerung in der Heimat bedeutet, für deutsche Anleger angesichts der Schwäche des Dollar gegenüber dem Euro zurzeit eher ein Handicap darstellt. Seinen „Pfiff“ erhält der Fonds durch Anlagen in Währungen aus Schwellenländern wie dem koreanischen Won, dem malaysischen Ringgit, dem polnischen Zloty und dem brasilianischen Real.

          Wer in Schwellenländer investieren will, muss sich genau informieren. Anlagen in Lateinamerika entwickeln sich möglicherweise anders als Anlagen aus Ostasien oder Osteuropa. Eine Berg-und-Tal-Fahrt hat in den vergangenen 12 Monaten der PIA - Central & Eastern Europe Bond der Fondsgesellschaft Pioneer hinter sich gebracht. Auf Sicht von sechs Monaten errechnet sich eine Traumrendite von 20,4 Prozent. Wer den Fonds allerdings vor 12 Monaten erwarb, liegt heute leicht im Minus. Dieser Osteuropafonds ist zu 39 Prozent in Zloty, zu 18 Prozent in Türkische Lira, zu 15 Prozent in Euro, zu 13 Prozent in Forint und zu 12 Prozent in Dollar investiert.

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