https://www.faz.net/-gvf-6u4oi

Fondsbericht : Das Risiko wird wieder die bestimmende Größe

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Zweifel an den Aussichten von Staatsanleihen nehmen zu.

          2 Min.

          Auf den ersten Blick steht in der Elite unter den Rentenfonds alles zum Besten. Die Rendite auf Basis der vergangenen drei Jahre ist in letzter Zeit sogar noch gestiegen. Auf knapp 53 Prozent kam vor einem Jahr der damalige Spitzenreiter unter den 30 Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung. Einen Wertzuwachs von 62 Prozent weist in der jüngsten Auswertung des Fondsanalysehauses Lipper der Klassenbeste in dieser Kategorie aus.

          Doch das Feld ist heute weiter gezogen als vor einem Jahr. Um es auf Rang 30 zu schaffen, war im Oktober 2010 ein Wertzuwachs von mehr als 35 Prozent erforderlich. Heute genügen weniger als 30 Prozent. Ein weiteres Zeichen, das Anleger nicht zu sehr in Sicherheit wiegen sollte, ist ein anderer Umstand: Vor einem Jahr war die Qualität der Rendite besser. Damals wiesen alle 30 Fonds, die auf Basis ihrer damaligen Drei-Jahres-Rendite den Sprung in die Liste der Besten geschafft haben, auch auf Basis von einem Jahr und auf der von sechs Monaten eine positive Rendite auf. Heute verzeichnen vier Fonds für die sechs Monate zuvor eine negative Wertentwicklung und fünf Fonds auf Basis der Ein-Jahres-Rendite.

          Schwieriges Umfeld drückt auf die Stimmung

          Die Stimmung hat sich unter den Rentenfondsmanagern eindeutig verschlechtert. Das ist insofern nicht überraschend, als dass viele Regierungen in den entwickelten Ländern mit den Folgen der Finanzkrise von 2008 und überbordenden Staatsschulden kämpfen und eine hohe Inflation viele Anleihemärkte in den großen Schwellenländern belastet.

          "Es gibt keine sicheren Häfen mehr", sagt Philippe Uzan, Leiter Anlagestrategie von Edmond de Rothschild Asset Management, am Mittwoch in Frankfurt. "Noch schlimmer: Es gibt keine risikolosen Geldanlagen mehr." Früher konnten institutionelle Anleger wie die Altersvorsorgeeinrichtungen der verschiedenen Berufsgruppen oder die Lebensversicherer risikolos mit Staatsanleihen und Pfandbriefen eine akzeptable Mindestrendite erreichen, um ihrem Renditeversprechen von 4 bis 5 Prozent jährlich nachzukommen. Das sei heute nicht mehr möglich. Zudem würden allein in diesem Jahr 10 Prozent dieser risikolosen Anleihen fällig.

          Ein solcher sicherer Hafen waren in der Vergangenheit Staatsanleihen, am besten in der Währung, in der die Zahlungsverpflichtungen bestehen. "Heute haben wir jedoch eine Staatsanleihenkrise", sagt Uzan. Neu an ihr sei, dass die Märkte nun auch bei Staatsanleihen auf das Ausfallrisiko fixiert seien, auch wenn er selbst dies für übertrieben halte. Manche Marktteilnehmer befürchten zudem, dass der starke Fokus auf die Schuldenkrise in Europa den Blick auf eine möglicherweise entstehende Bankenkrise in China und anderen Schwellenländern verdeckt.

          Fremdwährungsanleihen gewinnen an Beliebtheit

          Dabei haben sich Schwellenländer gerade auf den Anleihemärkten fest etabliert. Vier Fonds in unserer Liste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung legen ausdrücklich den Schwerpunkt auf Schwellenländer. Hinzu kommen 15 Fonds in der Spitzenliga der Rentenfonds, die global ausgerichtet sind und häufig Zinstitel aus Schwellenländern ins Portfolio aufnehmen.

          Ein gängiges Risiko, das viele Anleihenkäufer gerne meiden, ist das Wechselkursrisiko. Deshalb bleiben viele Anleger bei Fonds vorsichtig, die auf Anleihen in australischen Dollar, Schweizer Franken oder schwedische Krone spezialisiert sind. Mit diesen Währungen haben viele Fondsmanager so gut reüssiert, dass auch andere diese in ihre Portfolios mischen. So ist der rund 440 Millionen Dollar schwere Brandywine Global Fixed Income der amerikanischen Fondsgesellschaft Legg Mason zwar global ausgerichtet. Doch gut 10 Prozent der Papiere kommen von australischen Emittenten, während gut ein Viertel der Anlagen klassisch bei amerikanischen Schuldnern angelegt ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Markus Söder beim Parteitag der CSU in Nürnberg

          CSU-Chef im Wahlkampf : Markus Söder, der Antibayer

          Ganz Deutschland, so sagen es die Umfragen, hätte lieber Markus Söder als Armin Laschet zum Kanzler. Ganz Deutschland? Nein, die Bayern mögen ihn nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.