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Fondsbericht : Chinas Börse liegt nicht nur bei der Rendite vorn

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Bild: FAZ.NET

In China werden Fondsanleger besser geschützt als in Deutschland. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kam die Fondsratingagentur Morningstar in einer Studie über den Anlegerschutz in 16 Ländern. Hohe Risiken bei Engagements in China.

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          In China werden Fondsanleger besser geschützt als in Deutschland. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kam die Fondsratingagentur Morningstar in einer Studie über den Anlegerschutz in 16 Ländern. Auf einer Skala von der bestmöglichen Note "A" bis "D" wurden Länder nach Kriterien wie Anlegerschutz, Verkaufsprospekte, Transparenz, Gebühren, Besteuerung und Vertrieb bewertet.

          Die Bestnote "A" erhielten allein die Vereinigten Staaten. Es folgten China mit "B+", Taiwan, Japan, Niederlande und Italien mit "B". Deutschland wurde erst auf Rang 14 hinter Frankreich, Schweiz, Großbritannien plaziert, die jeweils ein "C+" erhielten.

          Uneinheitliche Standards bei der Erstellung von Jahresberichten,

          Mit der relativ schlechten Note "C-" schnitt Deutschland in diesem Vergleich nur besser als Spanien ("D") und Neuseeland ("D-") ab. "Dies ist auf das Fehlen von einheitlichen Standards bei der Erstellung von Jahresberichten, zum Beispiel im Hinblick auf die Berechnung der Gesamtkostenquote, zurückzuführen", heißt es in der Studie. Auch die Vertriebspraxis sei kritisch zu hinterfragen: "Banken als die wichtigsten Vertriebskanäle neigen immer noch dazu, hauseigene Fonds bevorzugt zu empfehlen."

          Auf dem deutschen Fondsmarkt bleibt noch vieles hinter internationalen Standards zurück. In den Vereinigten Staaten beispielsweise müssen die Fondsgesellschaften die Gebühren und die Gesamtkostenquote nach einer einheitlichen Berechnungsmethode ausweisen. Anders deutsche Fondsgesellschaften: Diese haben sich erst vor wenigen Jahren in einer Wohlverhaltensrichtlinie verständigt, freiwillig die Gesamtkostenquote zu nennen. Dieses Abkommen machte die Gebührenstruktur noch nicht wirklich transparent.

          So verschickt die Dresdner Bank in diesen Tagen einen Serienbrief an jene ihrer Kunden, die bestimmte Fonds von Allianz Global Investors halten. Darin wird ihnen die Einführung einer erfolgsabhängigen "Performance-Fee" angekündigt, die so kompliziert ausfällt, dass die Bank die Berechnung ihren Kunden nur "vereinfacht dargestellt" erklären kann: "Im Betrachtungszeitraum erzielt der Fonds eine Rendite von 10 Prozent, der Vergleichsmaßstab 5 Prozent.

          Hohe Risiken bei Engagements in China

          Das Fondsmanagement hat also einen Mehrertrag von zusätzlichen 5 Prozent erwirtschaftet. Diese Leistung wird mit 20 Prozent vom Mehrertrag vergütet (in diesem Beispiel ein Prozent), 80 Prozent des Mehrertrags verbleiben beim Anleger (in diesem Beispiel zusätzliche 4 Prozent)." Alles klar?

          Zu Recht wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Engagements auf dem chinesischen Kapitalmarkt mit erhöhten Risiken einhergehen. In der Vergangenheit wurden diese belohnt, wie unsere aktuelle Rangliste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung zeigt, die auf einem Drei-Jahres-Vergleich der Renditen basiert. Die vorne liegenden Anbieter - Schroder, Baring, Crédit Agricole Asset Management (CAAM), First State oder AIG - weisen nicht nur höhere Renditen auf als ihre deutschen Wettbewerber. Sie achten laut Morningstar auch stärker auf die Interessen der Anleger. Die Bedeutung dieses Kriteriums sollte bei der Wahl eines Fonds nicht unterschätzt werden.

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