https://www.faz.net/-gvf-x8p4

Fondsbericht : China-Aktienfonds fangen sich wieder

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Eine Bodenbildung der Kurse und positive Währungseffekte zeigen Wirkung: Sie katapultieren China-Aktienfonds wieder an die Spitze der Aktienfonds-Rangliste.

          2 Min.

          Nach der kräftigen Korrekturbewegung an den Aktienmärkten der Welt im vergangenen Jahr ist die Gruppe der Aktienfonds, die über die vergangenen drei Jahre hinweg einen Wertzuwachs vorweisen können, überschaubar geworden. In unserer aktuellen Rangliste sind dazu nur noch acht Fonds in der Lage.

          Die Zusammensetzung der Gruppe ist bemerkenswert: Allein sechs von ihnen sind auf chinesische Aktien spezialisiert. Anfang 2006 setzte die Börse in China zu ihrem Höhenflug an. Innerhalb von zwei Jahren versechsfachten sich die Kurse an der Inlandsbörsen - um im vergangenen Jahr fast wieder auf den Ausgangspunkt zurückzufallen.

          Chinesische Böden stützen

          Aber eben nur fast: Seit Oktober hat der Markt offenbar einen Boden gefunden, der sich als haltbar erweist. Und dessen Niveau liegt immer noch über dem Ausgangsniveau der Hausse von 2006/07. Somit verhelfen die Lorbeeren aus der Vergangenheit den China-Aktienfonds weiterhin zu Spitzenpositionen im Wettbewerbsvergleich. Die Plazierung in unserer Rangliste orientiert sich an der Wertentwicklung über drei Jahre hinweg.

          Für die jüngste Stabilisierung der Kurse sorgten vor allem eine unerwartet aggressive Leitzinssenkung durch die chinesische Notenbank und die Ankündigung eines Konjunkturprogramms durch Chinas Regierung mit einem Volumen von fast 600 Milliarden Dollar. „Obwohl das Paket auch schon geplante Ausgaben enthält, reichte schon das schiere Volumen aus, um den Aktienmärkten kurzfristig Auftrieb zu geben“, kommentieren Samantha Ho und Mike Shiao, die gemeinsam für die Portfoliozusammensetzung des Invesco Greater China Equity Fund verantwortlich sind, das Geschehen: „Davon profitierten vor allem Unternehmen in infrastrukturnahen Bereichen, auf die sich ein Großteil der Investitionen konzentrieren wird.“

          Vorsicht ist die Mutter der chinesischen Porzellankiste

          Die Prognose, dass in China nun die Basis für einen neuen Kursaufschwung geschaffen sein könnte, wagt derzeit aber kaum ein Anlagestratege. „Die Kurse werden in den ersten Monaten des neuen Jahres noch schwankungsanfällig bleiben, weil der Markt sehr sensibel auf die Zahlen zum Wirtschaftswachstum reagieren wird“, warnen beispielsweise die Asien-Analysten der britischen Großbank HSBC in ihrem Jahresausblick. Gleichwohl sei aber ein zu erwartender durchschnittlicher Rückgang des Gewinns je Aktie von 5 Prozent in dem gegenwärtigen Bewertungsniveau schon berücksichtigt, was die Abschläge dämpfen sollte.

          Die HSBC-Volkswirte gehen davon aus, dass das chinesische Wirtschaftswachstum zur Jahresmitte seinen Tiefpunkt erreicht und danach wieder anspringt. Durch niedrigere Rohstoffpreise und geringere Lohnkosten sollten die Unternehmen in den kommenden Monaten ihre Profitabilität steigern können. Die Hoffnungen der Aktienstrategen richten sich daher auf die zweite Jahreshälfte, wenn sich eine Aufhellung der Konjunktur abzeichnen sollte. Das Kursziel von HSBC für den marktbreiten CSI-300-Index spiegelt einen möglichen Anstieg von bis zu 15 Prozent im Jahresverlauf.

          Hilfreicher Dollar

          Als zusätzlicher Stabilisator für China-Aktienfonds erwies sich im zweiten Halbjahr 2008 die wiedergewonnene Stärke des Dollar gegenüber dem Euro. Da die Fonds im Normalfall auf Dollar lauten beziehungsweise die Indizes auf Yuan-Basis eng an den Dollar gekoppelt sind, waren über die vergangenen sechs Monate für Anleger aus dem Euro-Raum spürbare Währungsgewinne zu erzielen.

          Diese führten beispielsweise dazu, dass der CSI-300-Index auf Dollar-Basis über die vergangenen sechs Monate hinweg 33 Prozent verlor, auf Euro-Basis aber nur 22 Prozent abgab. Der Effekt schlug sich in der Wertentwicklung der Fonds entsprechend nieder.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

          Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

          Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

          Champions League im Liveticker : 1:0 für Olympiakos

          Der FC Bayern dominiert zwar das Champions-League-Spiel bei Olympiakos, doch das erste Tor erzielt El-Arabi mit der ersten Torchance für Piräus. Verfolgen Sie die Partie im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.