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Fondsbericht : Carmignac zurück an der Spitze

Bild: F.A.Z.

Dass defensives Anlegen erfolgreich sein kann, zeigt die Hitliste der besten Mischfonds mit geringem Verlustrisiko. Mit einer Aktienquote von 30 Prozent kommt der Carmignac Patrimoine über drei Jahre 35 Prozent.

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          Ein neuer Spitzenreiter führt die Liste der Mischfonds mit geringem Verlustrisiko an, die das Fondsanalysehaus Lipper in regelmäßigen Abständen für diese Zeitung berechnet: Es ist ein Rückkehrer, der früher schon einmal oben stand, der Carmignac Patrimoine, den der französische Fondsmanager Edouard Carmignac verwaltet.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Der Fonds erzielte über die vergangenen drei Jahre eine kumulierte Rendite von 35 Prozent (siehe Tabelle). Damit ist er der einzige Mischfonds unserer Rangliste überhaupt, der seinen Investoren in diesem Zeitraum eine Wertsteigerung von mehr als 30 Prozent erbrachte.

          Mit Unternehmensanleihen zum Erfolg

          Mischfonds unterscheiden sich von anderen Fondsarten dadurch, dass ihre Verwalter das Geld der Anleger nicht entweder nur in Aktien oder nur in Anleihen stecken dürfen, sondern wählen können und insofern flexibler sind. Ganz ohne Einschränkung dürfen aber auch sie das nicht tun. Der Carmignac Patrimoine beispielsweise legt nach eigenen Vorgaben höchstens 50 Prozent seiner Kundenvermögen in Aktien an, mehr ist nicht möglich. Im Mai betrug der Aktienanteil knapp 30 Prozent.

          Etwas mehr als die Hälfte des gesamten Fondsvolumens - der Carmignac Patrimoine verfügt zu aktuellen Kursen über ein Anlagevermögen in Höhe von insgesamt rund 19,4 Milliarden Euro - hatte Carmignac in Anleihen angelegt, darunter vor allem in Schuldscheinen von Unternehmen aus Industrieländern. Dabei wählte er vor allem Laufzeiten von fünf Jahren und weniger. Titel mit kurzer Laufzeit unterliegen einem geringeren Kursrisiko, sollten sich die Zinsen ändern.

          Hohe Bargeldquote

          Ungefähr 18 Prozent des Fondsvermögens lagen während dieser Zeit überdies in liquiden Mitteln. Dahinter verbirgt sich ein Stück Unsicherheit, die momentan viele professionelle Anleger umtreibt. Sie können angesichts sehr unterschiedlicher und zum Teil widersprüchlicher Signale aus Wirtschaft und Politik nicht ohne weiteres einschätzen, wie sich Unternehmensgewinne oder Staatshaushalte entwickeln werden. Mehr Klarheit in dieser Hinsicht würde ihnen die Anlage erleichtern und dazu führen, dass die Barmittelbestände in den Fonds sänken, weil dieses Geld entweder in Aktien oder Anleihen flösse.

          Der Spitzenreiter unserer Rangliste unterscheidet sich indes nicht alleine durch seine höhere Rendite von seinen Wettbewerbern. Er geht für das bessere Ergebnis zudem ein geringeres Risiko ein als die meisten anderen Fonds in dem aktuellen Vergleich. So liegt die Sharpe-Ratio, eine beliebte Risikovergleichszahl zwischen Fonds, des Carmignac Patrimoine mit einem Wert von 0,77 höher als der entsprechende Wert der meisten Konkurrenten.

          Schweizer Hafen

          Dabei gilt: Je höher die Zahl ist, desto besser. Denn sie misst anhand eines statistischen Vergleichs aus vergangenen Daten den Ertrag, den ein Fonds erzielt im Bezug auf das Risiko, das er dafür eingegangen ist. Als Maß für das Risiko dient dabei die sogenannte Standardabweichung, also die innerhalb eines bestimmten Zeitraums gemessene durchschnittliche Kursschwankung des entsprechenden Wertpapiers.

          Während der Carmignac Patrimoine in Euro handelt und auf der ganzen Welt anlegen darf, sind unter den zehn besten Fonds des aktuellen Vergleichs immerhin vier, die in Schweizer Franken denominiert sind. Dass sie so gut abgeschnitten haben, liegt nicht zuletzt daran, dass der Franken gegenüber dem Euro aufgewertet hat, weil viele Anleger aus Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone ihr Geld in die Schweiz transferierten. Der Spitzenreiter des vorigen Fondsvergleichs in dieser Kategorie ist unterdessen auf den neunten Listenplatz abgerutscht.

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