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Fondsbericht : Carmignac Investissement ist nicht mehr vertreten

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Lage an den Aktienmärkten war zuletzt sehr gut. Da müssen Aktienfonds schon viel bringen, um in die Ranglisten zu kommen. Eine zu starke Ausrichtung auf Schwellenländer bekam ihnen zuletzt meist nicht.

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          Enorme Verschiebungen fanden in den vergangenen Monaten bei Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko statt. Vor einem Jahr belegte der Investissement der französischen Fondsgesellschaft Carmignac Gestion einen guten Platz im oberen Mittelfeld. Heute ist der Fonds aus unserer Rangliste der 30 besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko komplett verschwunden.

          Da für Rang 30 eine kumulierte Rendite von etwas mehr als 28,6 Prozent in den vergangenen drei Jahren notwendig war, bedeutet dies, dass der Fondsmanager Édouard Carmignac mit seinem Investissement in den vergangenen drei Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von weniger als 10 Prozent erzielte.

          Schwellenländer zahlen sich für Carmignac nicht aus

          Schon in unserer Auswertung Ende Januar war der Investissement nicht mehr vertreten. Nun scheint der Abstieg dauerhaft zu sein. Dabei verfährt das Fondsanalysehaus Lipper, das die Daten für unseren wöchentlichen Fondsbericht berechnet, noch gnädig mit Carmignac. Die Fondsgesellschaft weist im Internet für die vergangenen drei Jahre eine noch niedrigere Rendite (20 Prozent, minus 3 Prozent in diesem Jahr) aus als Lipper in unserer Rangliste.

          Carmignac positioniert den Investissement als einen Fonds, der zu 100 Prozent in internationale Aktien investiert und keine Einschränkungen hinsichtlich der Branchen oder der Regionen unterliegt. Doch auf einer Investorenkonferenz, die er kürzlich in München ausrichtete, sagte Carmignac, dass er voll auf Schwellenländer setzt. Auch wenn er in amerikanische oder europäische Unternehmen investiert, sucht er vor allem jene Titel, die stark vom Wirtschaftsboom in China profitieren. So nannte er als Beispiel den französischen Luxusgüterkonzern LVMH, dessen Taschen, die unter der Marke Louis Vuitton verkauft werden, unter wohlhabenden Chinesen reißenden Absatz finden.

          Schwellenländer-Fonds hatten es zuletzt generell schwerer. Viele internationale Investoren zogen in den vergangenen Monaten Kapital aus diesen Märkten ab. Auch in unserer Rangliste sind Schwellenländer-Fonds weniger stark vertreten als zuvor. Vor zwei Jahren dominierten Fonds, die in den Großraum China anlegen. Daneben stachen Fonds heraus mit Schwerpunkt auf der Region Asien/Pazifik. Außerdem wies die Tabelle die letzten Branchenfonds aus, die später unter dem Druck der Finanzkrise das Feld räumen mussten: Telekommunikation, Versorger und nichtzyklischer Konsum.

          Renditen gestiegen

          Vor einem Jahr hatten schon Fonds Einzug gehalten, die Lipper im Anlagesegment „Schwellenländer Global“ führt. Zudem waren einige Branchenfonds aus den Segmenten Biotechnologie sowie Pharma und Gesundheit eingerückt. Diese haben sich bis heute gut gehalten.

          Unter global anlegenden Schwellenländer-Fonds haben sich nur zwei Tranchen des Global Emerging Markets Leaders von First State und die Dollar-Tranche des Global Emerging Markets Opportunities von Schroder in unserer Rangliste gehalten. Allerdings sollte erwähnt werden, dass Lipper sowohl die Britische-Pfund-Tranche des First-State-Fonds wie auch die Dollar-Tranche des Schroder-Fonds in Euro ausweist. Wechselkursschwankungen führen dadurch zwar manchmal zu Verzerrungen in der ausgewiesenen Rendite. Doch Privatanleger in Deutschland rechnen nun einmal üblicherweise in Euro und erleiden somit selbst diese währungsbedingten Verzerrungen in ihrem Wertpapierdepot.

          Die Renditeanforderung ist spürbar gestiegen, um den Sprung in unsere Rangliste zu schaffen. Der aktuelle Spitzenreiter, ein Biotechnologie-Fonds von Dexia, kommt auf eine Dreijahresrendite von knapp 75 Prozent. Auf Rang 30 liegt der Pacific Equity von Invesco mit knapp 29 Prozent. Vor einem Jahr genügte eine Rendite zwischen 41 Prozent und 9,6 Prozent, um es in die Rangliste zu schaffen. Vor zwei Jahren lag die Spanne sogar zwischen plus 6 Prozent und minus 24 Prozent. Daran lässt sich ermessen, wie sehr sich die Lage generell gebessert hat.

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