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Fondsbericht : Australien-Anleihen für Ängstliche

Bild: FAZ

Australischer Dollar, schwedische und norwegische Krone: Hartwährungen sind in Krisenzeiten eine beliebte Vorsichtsmaßnahme. Aber auch immer mehr Fonds mit geringem Verlustrisiko machen Verlust.

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          Gerade ängstliche Anleger sollten ihr Vermögen in „Hartwährungen“ wie norwegische und schwedische Kronen oder auch den australischen Dollar umschichten. Diese Vorsichtsmaßnahme findet immer mehr Verbreitung, je länger die Euro-Staatsschuldenkrise andauert. Und sie kann erfolgreich sein, wie die Rangliste der besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko zeigt, die diese Zeitung regelmäßig veröffentlicht.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit August, als die europäische Staatsschuldenkrise an Sprengkraft gewann, wird die Liste kräftig durcheinandergewirbelt. Selbst die besten der eigentlich vor Verlust weitgehend sicheren Fonds tun sich schwer, im Niedrigzinsumfeld der europäischen Industrieländer Gewinne einzufahren. Seit August ist die Zahl der Fonds, die innerhalb der vergangenen sechs Monate Verluste aufweisen, von zwei auf sieben angewachsen.

          Australische Anleihen ganz vorne

          Darunter sind nicht nur Fonds, die auf europäische Staatsanleihen setzen. Von den 30 auf Sicht von drei Jahren besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko hat in den vergangenen sechs Monaten der HSBC Trinkaus Corporate Bonds Europa am stärksten verloren. Er hat ausschließlich Unternehmensanleihen von erstklassigen Emittenten wie Vattenfall, Telecom Italia oder BMW im Bestand. Doch auch deren Kurse fallen, wenn sich internationale Anleger aus dem Euroraum zurückziehen. Noch aber steht der HSBC Trinkaus Corporate Bond - gemessen an der Wertentwicklung über drei Jahre von gut 21 Prozent - auf Rang 25 seiner Kategorie.

          Aus dem Stand haben sich in den vergangenen zwei Monaten auf die Plätze eins bis drei unserer neuen Rangliste drei Fonds katapultiert, die überwiegend in australische Anleihen investieren. Alle drei haben ihren Jahresertrag weitgehend in den vergangenen drei Monaten verdient. Dies liegt daran, dass der australische Dollar zum Euro in diesem Zeitraum um gut 6 Prozent aufgewertet hat. Der japanische Yen, der amerikanische Dollar und das britische Pfund haben zum Euro noch stärker zugelegt. Aber in Australien war das Zinsniveau höher. Und es ist nun deutlich rückläufig. Damit kommen zu den Zinsen und Währungsgewinnen noch Kursgewinne der Anleihen hinzu.

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          Dies zeigt sich beispielhaft an der größten Position des auf Rang eins der Rangliste liegenden Rentenfonds der UBS. Er hält 8 Prozent von 200 Millionen Euro Fondsvermögen in einer australischen Staatsanleihe, die in knapp zehn Jahren fällig wird. Als jährlichen Kupon streicht der Fonds 5,75 Prozent an Zinsen ein. Dies war auch in etwa das Zinsniveau in Australien im Frühjahr 2011. Seither ist die Rendite der Anleihe wegen der hohen Nachfrage auf 3,8 Prozent geschmolzen. Spiegelbildlich stieg damit der Anleihekurs, so dass ein UBS-Fondsanteil von 250 auf 300 Euro kletterte.

          Streuung zahlt sich aus

          Auf kurze Frist noch etwas besser entwickelt hat sich der auf Rang drei liegende Fonds der Schweizer Swisscanto. In etwa gleich groß wie der UBS-Fonds, setzt er mit 90 Prozent Australien-Anlagen noch stärker auf diese Karte als der UBS-Fonds mit rund 70 Prozent. Alle drei an der Spitze der Rangliste liegenden, in Australien-Dollar denominierten Fonds kommen auf Sicht von drei Jahren auf eine herausragende Rendite von mehr als 80 Prozent - bei wohlgemerkt geringem Verlustrisiko.

          Dagegen schaffen es die besten auf Staatsanleihen fixierten Euroland-Fonds auf Drei-Jahres-Renditen von kaum mehr als 20 Prozent. Auch diese setzen nicht nur auf Euro. So hält der auf Platz 27 rangierende Dekalux Bond, der immerhin in den vergangenen sechs Monaten mehr als 5 Prozent Ertrag erwirtschafte, seine größte Position in dänischen Staatsanleihen. Insgesamt 7 Prozent von 425 Millionen Euro Fondsvolumen stecken in dänischen und 6 Prozent in schwedischen Kronen. Diese Streuung zahlt sich aus.

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