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Fondsbericht : Auch die besseren Aktienfonds weisen dicke Minuszeichen aus

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Bild: FAZ

Viele Aktienfondsmanager mussten in den vergangenen Monaten zum Teil sehr hohe Wertverluste hinnehmen. Das hielt die Erträge nicht ganz so stabil.

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          Eine dicke Spur von Minuszeichen zieht sich 2011 durch die Leistungsbilanz von Aktienfonds. Auf das Jahr gesehen, haben selbst die besten Aktienfonds, die das Fondsanalysehaus Lipper bei den Produkten mit stabilem Ertrag einsortiert, zum Teil 20 Prozent und mehr verloren. 20 der 30 besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag weisen für 2011 eine negative Wertentwicklung aus. Ebenfalls 20 Fonds, wenn auch nicht dieselben, erlitten in den vergangenen sechs Monaten einen Wertverlust.

          Grundlage der Auswertung von Lipper ist freilich die Wertentwicklung in den vergangenen drei Jahren. Dies soll den Einfluss zufallsbedingter Erfolge reduzieren. Auf dieser Basis können die 30 besten Aktienfonds von den insgesamt gut 3800, die Lipper in der Kategorie "Aktienfonds mit stabilem Ertrag" führt, außerordentlich hohe Wertzuwächse aufweisen.

          Thailand profitiert vom Basiseffekt

          So kommt unser Spitzenreiter, der Thailand-Aktienfonds der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity, auf eine kumulierte Wertentwicklung von 184 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Vor einem Jahr rangierte der Fonds auch schon an der Spitze, allerdings mit einem Wertzuwachs von 73 Prozent auf drei Jahre.

          184 Prozent - eine solche Wertentwicklung hört sich zunächst unverschämt hoch an. Doch sollten Anleger bei der Bewertung dieser Zahl berücksichtigen, dass nun der sogenannte Basiseffekt auf unsere Ranglisten durchschlägt: Vor drei Jahren, Anfang 2009, befanden sich viele Aktienmärkte der Welt nach ihrem Zusammenbruch im Herbst 2008 auf dem Tiefpunkt.

          Das wirkt sich nun voll aus. Vor einem Jahr brauchte ein Fonds mindestens 26 Prozent Zuwachs in drei Jahren, um es in die Rangliste zu schaffen. Heute liegt die Einstiegshürde in unsere Rangliste bei 87 Prozent. In den vergangenen drei Jahren hat zudem der thailändische Auswahlindex Thai Set 50 in der Spitze ebenfalls um mehr als 180 Prozent zugelegt. Da der Fidelity-Fonds in Dollar denominiert ist, kam seinen Käufern im vergangenen Jahr auch die Wechselkursentwicklung zugute.

          Insgesamt hat der Fidelity Thailand jedoch nicht nennenswert besser als die Börse Bangkok abgeschnitten, an der die Bewegungen der Einzeltitel - wie häufig auf Schwellenmärkten - zum Teil sehr stark auseinander laufen. So war im vergangenen Jahr die Aktie des Mobilfunkbetreibers Total Access mit einem Kursanstieg von 106 Prozent der Spitzenreiter im Index Thai Set 50, während die Aktie der Fluglinie Thai Airways im selben Zeitraum 56 Prozent an Wert verlor.

          Indexfonds auf Amerika mit gutem Ertrag

          Zu den wenigen Aktienfonds, die auch im vergangenen Jahr einen Wertzuwachs erreichten, zählen auch jene auf amerikanische Aktien. Das sind beispielsweise die passiv verwalteten Indexfonds (ETF) auf den amerikanischen technologielastigen Aktienindex Nasdaq 100 von iShares, Lyxor und Comstage oder auch ein aktiv verwalteter Aktienfonds von Wells Fargo. Den in Luxemburg aufgelegten US All Cap Growth gibt es formal erst seit Mai 2008. Doch tatsächlich existiert in den Vereinigten Staaten ein Parallelfonds, der schon 1994 auf den Markt kam.

          Der Fonds sucht gezielt Unternehmen, die ein überdurchschnittlich hohes Wachstumspotential aufweisen, das am Markt bisher jedoch nicht ausreichend erkannt worden ist. Zudem ist der US All Cap Growth stark auf Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, das heißt von weniger als 10 Milliarden Dollar, ausgerichtet. Größter Wert im Fonds ist Apple. Die Strategie der Aktienfondsmanager der amerikanischen Bank um Thomas Ognar ging bisher auf. Der Fonds entwickelte sich in den vergangenen drei Jahren spürbar besser als der Durchschnitt der Nordamerika-Fonds.

          Die Wurzeln der Bank aus San Francisco reichen bis in die Ära des Wilden Westens. 1852 gründeten William Fargo und Henry Wells das legendäre Postkutschen-Unternehmen. In Europa tritt die Fondsgesellschaft Wells Fargo Worldwide Fund vor allem bei institutionellen Investoren auf und ist im breiten Geschäft mit Privatanlegern noch wenig präsent.

          Auch amerikanischen Aktienfonds kam im vergangenen Jahr die Entwicklung der Wechselkurse zugute. Während der Index Nasdaq 100 im vergangenen Jahr in Dollar gerechnet um 4,1 Prozent stieg, legte er aus Sicht von Anlegern, die in Euro rechnen, um 5,5 Prozent zu.

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