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Fondsbericht : Anlagen in Schwellenländern zahlen sich aus

Bild: F.A.Z.

Rentenfonds, die in aufstrebende Wirtschaften anlegen, erwiesen sich jüngst als besonders ertragreich. Ursache sind höhere Wachstumsraten, stabilere Haushalte und nicht zuletzt aufwertende Währungen.

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          Die Anleihen aufstrebender Volkswirtschaften sind unter Fondsmanagern momentan sehr beliebt. Sie erbringen üblicherweise höhere Zinsen als die Schuldtitel der entwickelten Länder. Zugleich hat sich ihre Kreditwürdigkeit zwar nicht in jedem Fall verbessert, doch gerade verglichen mit Industrieländern schneiden sie in puncto Verschuldung derzeit oft besser ab. Großbritanniens Haushaltsdefizit beispielsweise betrug infolge der Finanzkrise im Jahr 2009 rund 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das von Mexiko demgegenüber lediglich 3 Prozent.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Die gute Verzinsung der Schwellenländerschulden spiegelt sich auch im Ertrag, den Rentenfonds ihren Anlegern erbracht haben. In unserer Liste der Rentenfonds mit stabilem Ertrag, die das Fondsanalysehaus Lipper in regelmäßigen Abständen erstellt, liegen diejenigen Fonds an der Spitze, die vergleichsweise große Teile des von ihnen verwalteten Vermögens in Anleihen aus Schwellenländern investiert haben.

          Südkorea sehr erfolgreich

          Der Spitzenreiter unserer Rangliste ist der Templeton Global Bond A Mdis. Dieser Fonds kann Anleihen auf der ganzen Welt kaufen und verwaltet nach eigenen Angaben rund 21,5 Milliarden Dollar. Über die vergangenen drei Jahre hinweg erzielte Michael Hasenstab, der Manager des in Kalifornien beheimateten Fonds, eine kumulierte Rendite von 50,26 Prozent (siehe Tabelle), in den zurückliegenden Monaten erreichte er eine von 23,95 Prozent.

          Seine größten Positionen ging der Fonds in Schwellenländeranlagen ein. Zum Ende des ersten Quartals hatte er eigenen Angaben zufolge fast 15 Prozent seines Vermögens in Staatstiteln Südkoreas angelegt, auf den weiteren vorderen Plätzen stehen daneben Länder wie Malaysia, Indonesien, Brasilien und Mexiko, aber auch Staaten wie Australien, Polen, Schweden.

          Dem Wechselkurs sei Dank

          Neben den fixen Zinszahlungen der Anleihen sorgte auch die Aufwertung des brasilianischen Real und des mexikanischen Peso gegenüber dem Dollar wesentlich für den Ertrag der Fonds; der Templeton Global Bond A Mdis ist in der amerikanischen Währung denominiert, kann aber sowohl Dollar-Anleihen kaufen als auch in Papieren mit anderen Währungen anlegen.

          Von Währungsgewinnen profitierte auch der von der Fondsgesellschaft Pictet aufgelegte Fonds Pictet-Emerging Local Currency Debt, der diesen Währungseffekt explizit in seinem Namen trägt. Er steht auf Platz fünf unserer Rangliste mit einer während der vergangenen drei Jahre erzielten Rendite von 38,94 Prozent.

          Damit erbrachte er nicht nur weniger Ertrag als der Spitzenreiter, sondern war auch in Bezug auf das dafür eingegangene Risiko die schlechtere Wahl. Das Verhältnis aus Ertrag und Risiko drückt sich in unserer Tabelle in der Kennzahl Sharpe-Ratio aus und ist umso besser, je höher diese Zahl ist.

          Weiter optimistisch

          Auf Wechselkursänderungen basierende Gewinne sind nach Ansicht von Dan Sheykevich, Portfoliomanager von Blackrock - der größten Fondsgesellschaft der Welt- , auch weiterhin möglich. „Die Zentralbanken vieler Schwellenländer haben bereits damit begonnen, die Zinsen zu erhöhen, und werden dies aufgrund der dort drohenden Inflation fortsetzen.“

          Behalten sowohl die amerikanische Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank das rekordtiefe Zinsniveau in ihren Währungsräumen bei, wofür aktuell vieles spreche, vergrößerte sich der Zinsabstand, und die Schwellenländerwährungen werteten tendenziell auf. Hinzu komme, dass die Wachstumsraten von Ländern wie Brasilien, China oder Indien auch auf mittlere Sicht deutlich über denen bereits entwickelter Volkswirtschaften lägen, sagt der Fondsmanager. Auch aus dieser Perspektive könnten Fonds mit einem Fokus auf Schwellenländer vorerst weiter gut abschneiden.

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