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Fondsbericht : Am Beitritt zur Eurozone verdienen

Bild: F.A.Z.

Ein Fonds, der in Osteuropa-Anleihen investiert, liegt an der Spitze der Rangliste der Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko. Die Sorgen um Griechenland und Spanien haben allerdings jüngst belastet.

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          Werden Länder wie Polen, Tschechien oder Ungarn bald den Euro einführen? Werden andere osteuropäische Länder Kandidaten für die Europäische Union oder Eurozone? Mit den möglichen Antworten vergleichsweise gut verdient hat ein Fonds der Fondsgesellschaft Schroder mit dem Namen „Emerging Europe Debt Absolute Return“.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Dadurch ist er auf Platz eins unserer Rangliste der besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko gelangt: mit einer Rendite von gut 22 Prozent über die vergangenen drei Jahre und 13 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

          Eurozonen-Aussichten treiben Kurse

          Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil im Zuge der Finanzkrise viele Anleger ihr Geld sicher geparkt haben. Sie investierten zwar in Staatsanleihen, vor allem aber in Anleihen von Ländern mit bestmöglicher Kreditwürdigkeit wie Deutschland, Frankreich oder den Vereinigten Staaten - wo sie also davon ausgehen, dass Zins und Tilgung stets fristgerecht gezahlt werden.

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          Über Länder, die den Beitritt in die Eurozone geschafft haben, denken Anleger ähnlich, mussten diese vor ihrem Beitritt doch Maastricht-Kriterien erfüllen: Dazu zählen etwa Schuldengrenzen und Inflationsraten, die nicht überschritten werden dürfen. Wer Mitglied in der Eurozone geworden ist, kann erst einmal kein schlechter Schuldner sein, heißt das in Finanzmarktteilnehmersprache übersetzt - mit der Folge, dass (potentielle) Käufer von Anleihen aus beigetretenen Ländern oder Beitrittskandidatenländern einen immer geringeren Risikoaufschlag für die entsprechenden Titel verlangen.

          Genau das ist das Entscheidende: Denn die Anleiherendite kann bei gegebenen Kuponzahlungen nur dann sinken, wenn der Anleihekurs selbst steigt. Das ist geschehen, und von diesem Kursanstieg hat Schroders „Emerging Europe Debt Absolute Return“-Fonds profitiert.

          Alte Bekannte

          Der Fonds verwaltet ein Vermögen von 160 Millionen Euro. Seine größte Einzelposition ist eine polnische Staatsanleihe, deren Laufzeit im November 2010 endet und in die 8 Prozent des Fondsvermögens investiert sind; 6,3 Prozent machen eine tschechische Staatsanleihe aus, die im kommenden Oktober fällig wird. Die fünf größten in dem Fonds vertretenen Länder sind Polen, Ungarn, Tschechien, Russland und die Türkei. Der Preis der Fondsanteile ist jüngst gefallen, nachdem Griechenland und Spanien das Vertrauen in die Europäische Währungsunion erschüttert haben.

          Platz zwei unserer Rentenfonds-Liste mit geringem Verlustrisiko belegt der „Espa Bond Mortgage“, der seine Rendite in Anbetracht der Finanzkrise erstaunlicherweise mit Anlagen in spezielle amerikanische Hypothekenanleihen verdient (vgl. Mit amerikanischen Hypotheken gut durch die Krise). Mit Blick auf die vergangenen drei Jahre schneidet dieser Fonds kaum schlechter ab als der Listenerste.

          Eine vollkommen andere Anlagestrategie verfolgt der „Ishares eb.rexx (R) Government Germany 2.5-5.5 (DE)“. Er zählt zur Klasse der ETFs (Exchange Traded Funds), was bedeutet, dass seine Manager nicht aktiv die Titel aussuchen, in die sie investieren, sondern einen Index nachbilden. In diesem Fall ist es ein Renten-Index der Deutschen Börse, der deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zweieinhalb bis fünfeinhalb Jahren enthält. Der Vorteil eines solchen Fonds liegt darin, dass die Verwaltungsgebühren, die Anleger bezahlen müssen, geringer sind als in vielen aktiv gemanagten Fonds - bei häufig gleich guter Rendite.

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