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Fondsbericht : Absolute-Return-Fonds leben länger als gedacht

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Viele Absolute-Return-Fonds konnten ihr Versprechen nicht einhalten, unabhängig vom allgemeinen Marktgeschehen Gewinne einzufahren. Doch einige Vertreter der Gattung sind besser als gedacht.

          Absolute-Return-Fonds haben in letzter Zeit keine allzu gute Presse. Viele Produkte hielten ihr Versprechen nicht, unabhängig von der jeweiligen Marktlage den Anleger vor einem Verlust seines eingesetzten Kapitals zu bewahren.

          Die Kritik war voll berechtigt. Unter dem Etikett „Absolute Return“ waren viele Fonds unterwegs, die dieses Merkmal nicht verdienten. Das Konzept wurde wohl auch Opfer seines Erfolgs. „Viele Ansätze im Bereich Absolute Return benötigen spezifisches Derivate-Know-how“, meint Ralf Lochmüller, Gründer und Managing Partner der Frankfurter Fondsgesellschaft Lupus Alpha, die selbst stark in Absolute-Return-Fonds engagiert ist. „Deshalb braucht man da die entsprechenden Spezialisten, viele Long-Only-Manager können das nicht ohne weiteres abdecken.“

          Vermögensverwaltung vorn dabei

          Doch einige Absolute-Return-Fonds zeigen auch heute noch beachtliche Renditen, wie unsere Rangliste der 30 Mischfonds mit der besten Wertentwicklung aufweist. In der Kategorie Mischfonds fasst das Fondsanalysehaus Lipper, auf dessen Daten unsere Auswahl der Besten beruht, alle Fonds zusammen, die sich nicht den Kategorien Aktienfonds oder Rentenfonds zuordnen lassen.

          Von daher sind hier vermögensverwaltende Mischfonds vertreten wie unser Spitzenreiter Carmignac Patrimoine. Diese Fonds sind relativ frei in ihrer Anlagestrategie. Dies gilt auch für den PSM Value Strategy der Vermögensverwaltung PSM Vermögensverwaltung GmbH Langen v.d. Goltz & Dr. Prinz in München. Der PSM-Fonds schaffte es mit seiner sicherheitsorientierten Anlagepolitik auf Rang 18. „Wir gehen von Deflation aus und nicht von Inflation“, sagt PSM-Partner Paul Schäfer. Im Fokus stünde jetzt Vermögenserhalt und nicht Maximierung der Rendite.

          Erfolgreiche C-Quadrat

          Unter die besten zehn Fonds unserer Auswahl haben sich vier Absolute-Return-Produkte geschoben. Mit zwei Fonds ihrer Produktfamilie C-Quadrat Arts Total Return hat sich die Wiener Fondsboutique C-Quadrat qualifiziert, einmal mit dem Global Ami und einmal mit dem Balanced. Beide Dachfonds managt Leo Willert, dessen Anlagestrategie sich als eigenwillig bezeichnen lässt. Er handelt grundsätzlich nur donnerstags. Seine Entscheidungen beruhen auf einem Trendfolgesystem, das er selbst entwickelte.

          Wie viele Fondsmanager kleinerer Boutiquen unterwirft sich auch Willert ungern festen Regeln: „Ich kann die Aktienfondsquote von 0 bis 100 Prozent fahren, genauso auch die Rentenfondsquote und die monetäre Quote“, sagte Willert einmal. „Wir sind frei von jeder Benchmark.“ Das bedeutet, dass der Anleger nicht routiniert eingeübte Investmentprozesse kauft, sondern den speziellen Anlagestil des Fondsmanagers.

          Bunter Strauß von Ansätzen

          Die Bezeichnung „Absolute Return“ mag manchen Anleger glauben lassen, dass er ein klares Anlagekonzept kauft. Das Gegenteil ist der Fall. Da gibt es Fondsmanager, die einen disziplinierten Investmentansatz verfolgen, bei dem zum Beispiel eine Kursschwelle für jede Aktie im Portfeuille festgesetzt wird. Fällt der Kurs darunter, stößt der Fondsmanager die Aktie ab. Dies soll verhindern, dass der Fondsmanager zu lange an einer schlechten Aktie festhält. Ganz auf Fundamentalanalyse und Einzeltitelauswahl beruht der CSF (Lux) Total Return Asia Pacific der Fondsgesellschaft Aberdeen.

          Andere Absolute-Return-Ansätze basieren auf CPPI. Bei diesem Konzept wird der Großteil des Fondsvermögens beispielsweise so in Anleihen angelegt, dass am Jahresende das ursprüngliche Kapital dank des Zinsertrags erhalten bleibt. Das sind – je nach Marktzins – 95 oder 98 Prozent des Fondsvermögens. Mit dem Rest spekuliert der Fondsmanager möglichst gewinnbringend auf den Finanzmärkten. Doch sinkt der Kapitalmarktzins – zehnjährige Bundesanleihen rentieren nur mit 2,5 Prozent –, schwindet das Risikobudget, das die Rendite bringen soll.

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