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Der Fondsbericht : Verlustvermeidung wird immer schwieriger

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Ein geringes Verlustrisiko bedeutet für Portfoliokonstrukteure von Aktien- und Mischfonds in dem gegenwärtigen Marktumfeld vor allem die Fähigkeit zur Verlustbegrenzung. Das macht die Zusammensetzung unserer aktuellen Fondsrangliste deutlich.

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          Ein geringes Verlustrisiko bedeutet für Portfoliokonstrukteure von Aktien- und Mischfonds in dem gegenwärtigen Marktumfeld vor allem die Fähigkeit zur Verlustbegrenzung. Das macht die Zusammensetzung unserer aktuellen Fondsrangliste deutlich.

          In ihr finden sich die besten 30 Mischfonds, die sowohl in Aktien wie auch in Anleihen investieren können und über die vergangenen drei Jahre bei einer unterdurchschnittlichen Anzahl an Verlustmonaten eine überdurchschnittliche Wertentwicklung aufwiesen. Die drastischen Kursverluste an den Aktienmärkten lassen den Lorbeer aus der Vergangenheit rasch welken. Nur noch 24 der Fonds können seit Anfang Oktober 2005 noch einen Wertzuwachs vorweisen.

          Kunststück, die Schwankungsbreite des Fondspreises niedrig zu halten

          Immerhin ist es in dem extrem volatilen Marktumfeld schon ein Kunststück, die Schwankungsbreite des Fondspreises niedrig zu halten. Besonders gut gelingt dies Mischfonds, deren Fondsmanagement ein hohes Maß an Flexibilität in der Gewichtung der einzelnen Anlageklassen genießt. Gut stehen derzeit beispielsweise Mischfonds da, in deren Portfolio ein hoher Anteil an sicheren Staatsanleihen beziehungsweise Bargeld zu finden ist. Als belastbar erweisen sich auch einige anspruchsvolle Anlagekonzepte, die Anlegern eine Verlustbegrenzung versprechen und zur Umsetzung Derivate einsetzen.

          Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist der Mischfonds Structure Invest der Frankfurter Fondsgesellschaft Lupus Alpha. In unserer aktuellen Rangliste mit den besten Verlustvermeidern aus der Vergangenheit nimmt er inzwischen den zweiten Platz ein. Das Fondsvermögen ist zuletzt zu 56 Prozent in europäischen Standardwerten (Euro Stoxx 50) und zu 31 Prozent in europäischen Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten und bester Bonität investiert gewesen. Mit dem übrigen zur Verfügung stehenden Geld - abzüglich einer kleinen Kasseposition von 2 Prozent - handelt Fondsmanager Thomas Mühlberger am Markt für Aktienoptionen. Durch den gezielten Einsatz von Kauf- beziehungsweise Verkaufsoptionen soll zum einen ein Zusatzertrag erzielt werden. Zum anderen soll dies einen Verlust von mehr als 5 Prozent innerhalb eines Kalenderjahres verhindern, lautet das Versprechen an die Anleger. Derzeit wird dieses Versprechen einem Härtetest unterzogen. Mit einem Abschlag von 5,6 Prozent über die vergangenen zwölf Monate ist das Ziel aber in Reichweite.

          Vergleichsweise gut schlägt sich auch der Mischfonds Hansa-Balance

          Vergleichsweise gut schlägt sich auch der Mischfonds Hansa-Balance der Hamburger Fondsgesellschaft Hansainvest. Der zur Versicherungsgruppe Signal-Iduna gehörende Nischenanbieter sorgte kürzlich mit einer ungewöhnlichen Zufriedenheitsgarantie für Gesprächsstoff. Seit Ende August verspricht Hansainvest den Käufern ihrer Fondsanteilen, dass sie nach einer Mindesthaltedauer von zehn Jahren den gezahlten Ausgabeaufschlag zurückfordern können, wenn sie von der erbrachten Leistung enttäuscht sind. Dies gilt nicht nur beim direkten Kauf von Anteilen bei Hansainvest, sondern auch beim Kauf über Banken und Finanzmakler.

          Die Rückzahlung ist an keine definierte Wertentwicklung oder ähnliche konkrete Anforderung geknüpft. Die Ansprüche müssen nur innerhalb von 14 Tagen nach dem Verkauf der Investmentanteile geltend gemacht werden und können nicht vom Käufer der Anteile an andere Personen übertragen werden. Zunächst ist die ungewöhnliche Zufriedenheitsgarantie auf den Kauf von Fondsanteilen bis zum Jahresende begrenzt. Danach wird mit Blick auf die Kundenreaktionen über eine Fortsetzung entschieden. Angesichts der Leistungsfähigkeit, die der Hansa-Balance über die vergangenen Jahre unter Beweis gestellt hat, sollte die Fondsgesellschaft jedoch keine allzu hohen Rückforderungen fürchten müssen.

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