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Der Fondsbericht : Ideenlos-Fonds haben es zurzeit schwer

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Wie lässt sich ein Fonds ganz oben in den Ranglisten seiner Klasse platzieren? Ganz einfach, eine Fondsgesellschaft legt einige unterschiedliche Fonds auf. Einer wird es schließlich mit etwas Glück nach oben schaffen.

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          Wie lässt sich ein Fonds ganz oben in den Ranglisten seiner Klasse platzieren? Ganz einfach, wie ein Beispiel aus den Schwellenländern zeigt. Man lege einen Aktienfonds für thailändische Aktien auf, einen für indische, einen für chinesische, einen für Singapur-Aktien und vielleicht noch einen für Japan.

          Einer wird es mit etwas Glück nach oben schaffen. Weil viele Anleger jedoch nie so investieren würden, lässt sich dann noch ein Asien-Pazifik-Fonds bauen und mit anderen Schwellenländern noch ein Schwellenländerfonds obendrauf. Am Ende kann sich der Fondsmanager, der im besten Fall für die gesamte Produktfamilie zuständig ist, für seine Weitsicht feiern lassen, die ihn in den Ranglisten so weit nach oben brachte.

          Fondsmanager: Wer hat nur Glück und wer hat echten Erfolg?

          Für die Anleger besteht die Kunst darin, herauszufinden, welcher Fondsmanager nur vom Glück der Finanzmärkte nach oben getragen wurde und welcher aus eigener Überzeugung mit klarer Sicht auf die Märkte Erfolg hatte. Der hohe Kostendruck, der derzeit auf der gesamten Branche lastet, macht es immerhin für die Fondsgesellschaften etwas riskanter, Ideenlos-Fonds auf den Markt zu werfen, in der Hoffnung, irgendjemand werde sie schon kaufen. Solche Produkte können Anleger zum Beispiel daran erkennen, dass sie selten oben bleiben, wenn die Zeiten anspruchsvoller werden. So sind viele China-Fonds, die monatelang in unserer Rangliste die vorderen Ränge belegten, nun verschwunden. Genauso haben sich IT-Aktienfonds nur vorübergehend oben gehalten.

          Glücklicherweise gibt es noch jene Kategorie von Fondsmanagern, denen es gelingt, ihren Fonds auch dann auf Kurs zu halten, wenn die See rauher wird. Dies gilt besonders für jene Schwellenländer-Fonds, die sich auch jetzt mit angemessenen Renditen an der Spitze halten. Dazu zählt der Spitzenreiter in unserer Rangliste, die regelmäßig das Fondsanalysehaus Lipper zusammenstellt: Der Indien-Fonds von Pinebridge Investments setzte sich nicht mit nur einer kumulierten Rendite von mehr als 50 Prozent in den vergangenen drei Jahren an die Spitze des Felds, sondern hielt die hohe Rendite auch in den vergangenen sechs Monaten. Da wurden nämlich viele andere Fonds zurückgeworfen und auf Renditen von 5 Prozent und weniger gedrückt.

          Pinebridge gehört seit September 2009 zur Pacific Century Group des asiatischen Unternehmers Richard Li und ist hierzulande noch recht unbekannt, doch zu Unrecht. Immerhin verwaltet Pinebridge ein Vermögen von rund 66 Milliarden Euro. Damit ist die Fondsgesellschaft etwas kleiner als die Union-Investment in Deutschland, die 83 Milliarden Euro in Wertpapier-Publikumsfonds verwaltet. Union ist nach DWS, Deka und Allianz Global Investors immerhin die viertgrößte deutsche Fondsgesellschaft.

          Zeiten an den asiatischen Märkten sind zuletzt anspruchsvoll geworden

          Mit großer Expertise im Bereich Schwellenländer zeichnet sich auch die britische Fondsgesellschaft Aberdeen aus: Sie hat neben dem Emerging Markets Smaller Companies auf Rang 3 und dem Emerging Markets Equities auf Rang 4 noch den Asia Pacific Equity auf Rang 16 im Rennen, was angesichts einer Konkurrenz von mehr als 3700 Fonds ebenfalls eine respektable Plazierung ist. Von Rang 17 Anfang März auf jetzt Rang 30 ist der M&G Asian zurückgefallen. Vor allem auf ein Jahr gesehen ist die Rendite von 73 Prozent auf 34 Prozent gesunken. Auch das ist ein respektabler Wert, in dem sich spiegelt, wie anspruchsvoll die Zeiten auf den asiatischen Märkten zuletzt geworden sind.

          Jetzt sind echte Fondsmanager gefragt, die mit eigenen Ideen und festen Überzeugungen an den Markt herangehen. So müssen sich die Manager des M&G-Fonds nicht an Referenzindizes orientieren, sondern können relativ frei in ganz Asien mit Ausnahme Japans die besten Aktien herauspicken.

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