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Fondsauswahl : Nicht auf Eintagsfliegen setzen

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Bild: FAZ.NET

Nur 18 von mehr als 22.000 Fonds schafften es in den vergangenen sieben Jahren, immer zu den besten 25 Prozent ihrer Anlageklasse zu zählen. Das zeigt: Bei der Fondsauswahl sollten Anleger nicht unbedingt auf die Gewinner des Vorjahres setzen.

          Nur wenige Fonds schlagen ihren Vergleichsindex. Und ein Fonds, der in einem Jahr ganz vorne mit dabei ist, zählt im nächsten Jahr oft genug zu den großen Verlierern. Dass ein Fonds über Jahre hinweg zu den besten seiner Anlagekategorie gehört, ist eine Seltenheit, wie eine Untersuchung von e-fundresearch.com zeigt.

          Die Fondsanalysten aus Wien haben aus 22.607 in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds diejenigen herausgefiltert, die in jedem der vergangenen sieben Kalenderjahre zu den besten 25 Prozent ihrer Anlagekategorie zählten. Kategorien mit weniger als zehn Fonds blieben außen vor, um das Bild nicht zu verzerren. Übrig blieben gerade einmal 18 Fonds, das sind 0,08 Prozent. Die Fonds mit deutscher Vertriebszulassung sind in der FAZ.NET-Tabelle aufgeführt.

          Kein Amerika-Fonds in der Rangliste

          „Mit neun von 18 Fonds repräsentieren überraschenderweise Aktienfonds die größte Gruppe unter den Stabilen“, schreiben die Fondsanalysten. „Die stabilsten Aktienprodukte weisen dabei großteils einen globalen Fokus auf (fünf Fonds), aber auch Europa- bzw. Euro-Aktienfonds sind vertreten.“ Auffallend sei, dass Fonds mit Anlageschwerpunkt in Amerika oder einzelnen Sektoren komplett fehlen: „In diesen Assetklassen schaffte es kein einziger Fonds jedes Jahr unter die besten 25 Prozent.“

          Die beste jährliche Wertentwicklung weist mit 18,5 Prozent der „Classic Global Equity“ von Georg von Wyss auf, der allerdings nur in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen ist. In Deutschland liegt der „Astra Fonds“ von Dr. Jens Erhardt mit jährlich durchschnittlich 9,5 Prozent seit dem Jahr 2000 auf. „Den MSCI World Index mit 1,34 Prozent schlug er dabei um Längen“, heißt es in der Untersuchung.

          Nicht auf die besten Fonds des Vorjahres setzen

          Nur ein Europa-Aktienfonds kam seit dem Jahr 2000 immer unter die besten 25 Prozent: der „Oyster European Opportunities“. Mit deutschen Aktien gelang dies dem von Julius Baer in Zürich verwaltete „Santander Deutsche Aktien“. Unter den stabilsten Fonds mit deutscher Zulassung finden sich daneben der auf kurzlaufende Euro-Anleihen spezialisierte „Oppenheim Portfolio 1“ und die Geldmarktfonds „Fidelity Institutional Cash GBP“, „Axa Eonia“ und „Natexis Sécurité Jour“.

          Die Untersuchung von e-fundresearch.com zeigt, dass es nur den wenigsten Fondsmanagern gelingt, über Jahre hinweg die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Anlegern ist sicherlich also nicht zu empfehlen, stets auf die besten Fonds des Vorjahres zu setzen. Wer so handelt, wird oft genug enttäuscht werden. Für die langfristige Geldanlage sind Eintagsfliegen sicherlich nicht geeignet.

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