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Fonds-Performance : Nachfrage nach Rentenfonds ist ungebrochen

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Bild: F.A.Z.

Anders als in Amerika erfreuen sich Rentenfonds in Deutschland unverändert großer Beliebtheit. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, daß diese Produkte trotz der erwarteten Zinswende bisher eine stabile Wertentwicklung bieten.

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          Rentenfondsanleger zählen zu den großen Gewinnern der ersten Monate dieses Jahres. Während diese Anlageklasse im Durchschnitt Zuwächse verzeichnete - die besten Produkte kommen im Segment der klassischen Euro-Staatsanleihen im ersten Halbjahr sogar auf ein Plus von rund 3 Prozent -, scheinen Aktienfonds in einer Seitwärtsbewegung mit leichter Tendenz nach unten gefangen.

          Damit finden vor allem diejenigen Fondssparer Bestätigung, die die Kapitalmarktausblicke der Anlagestrategen zum Jahreswechsel einfach ignorierten. Die zum damaligen Zeitpunkt vielbeschworene Zinswende hat bislang nur bei einigen Notenbanken wie der amerikanischen Fed stattgefunden. An den Rentenmärkten ist sie angesichts der stabilen Kursentwicklung bislang ausgeblieben.

          Unter der Anlegerschaft macht sich wieder eine Risikoaversion breit

          Der Zuspruch der Fondssparer in Deutschland ist trotz des Zinsumfeldes weiterhin ungebrochen. Das hat erst kürzlich die jüngste Absatzstatistik des deutschen Branchenverbandes BVI gezeigt. Danach sammelten Rentenfonds von Januar bis Juli 7,7 Milliarden Euro an neuem Geld bei den Anlegern ein. Das liegt nur knapp unter dem Rekordwert von 7,9 Milliarden Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und deutlich über dem Wert von 3,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2002, als die Aktienbaisse gerade ihrem Höhepunkt entgegenstrebte.

          Wenn diese Absatzentwicklung vor dem Hintergrund betrachtet wird, daß das Neugeschäft mit Publikumsfonds derzeit nur noch ein gutes Drittel des Vorjahreswertes ausmacht, wird die große Bedeutung der Rentenfonds für das aktuelle Fondsgeschäft ersichtlich.

          Offensichtlich macht sich unter der Anlegerschaft wieder eine tiefgehende Risikoaversion breit. Das ist neben den Zuflüssen in Rentenfonds auch an den Zuflüssen in offene Immobilienfonds abzulesen, wenngleich diese nicht mehr an die Rekordwerte aus den Zeiten des Börsenabschwungs heranreichen.

          Vor allem aber ist es an den Abflüssen aus den Aktienfonds abzulesen. Mittlerweile haben Privatanleger in diesem Jahr schon 1,9 Milliarden Euro mehr abgezogen, als sie in diese Fonds einzahlten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichneten diese Produkte noch Nettomittelzuflüsse von 1,7 Milliarden Euro - obwohl damals das zyklische Tief auf dem deutschen Aktienmarkt verzeichnet wurde.

          Kein Umdenken in Sicht

          Derzeit deutet nichts auf eine Umorientierung der Anleger hin. Aus der monatlichen Umfrage der Fondsgesellschaft Robeco unter 350 Anlageberatern in Deutschland geht hervor, daß derzeit nur 40 Prozent in den kommenden sechs Monaten bei Fonds eine positive Absatzentwicklung erwarten. Für diese eigentlich zum Optimismus verpflichtete Berufsgruppe ist das ein enorm niedriger Wert. Anfang des Jahres äußerten sich noch zwei Drittel der Befragten zuversichtlich.

          Während sich, unterteilt auf die einzelnen Anlageklassen, bei Rentenfonds eine stabile Erwartungshaltung für das Neugeschäft abzeichnet, erreichte die Erwartungshaltung für den Verkauf von Rentenfondsanteilen einen Tiefpunkt. Nur noch neun Prozent der befragten Berater bezeichnen die aktuelle Lage als gut, 53 Prozent von ihnen dagegen als schlecht.

          Gerling Rendite Fonds hat im Dreijahresvergleich die Nase vorne

          Am erfolgreichsten unter den klassischen Euro-Rentenfonds kam mit Blick auf die vergangenen drei Jahren der Gerling Rendite Fonds durch die Fährnisse der Anleihemärkte. Zwar fiel sein jährlicher Wertzuwachs mit 6,6 Prozent etwas geringer aus als bei den dahinter plazierten Rentenfonds Axa Euro 7-10 und Pro Fonds Interbond mit einem Plus über 7 Prozent. Dafür war aber gleichzeitig die Schwankungsbreite des Anteilspreises niedriger, was für ein geringeres Risiko der Gerling-Anlagestrategie spricht.

          Dies wirkt sich wiederum auch positiv auf die Risikokennziffer Sharpe Ratio aus, bei der die Wertentwicklung zur Schwankungsbreite (Volatilität) ins Verhältnis gesetzt wird und an der sich die Plazierung in unseren Ranglisten orientiert. Aktuell liegt die durchschnittliche Restlaufzeit der Schuldtitel im Portfolio des Gerling Rendite Fonds bei 4,12 Jahren. Den überwiegenden Teil der Positionen machen Bankschuldverschreibungen, Pfandbriefe sowie Unternehmensanleihen aus.

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