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Fonds : Newton Pan European Equities Fonds setzt auf “Qualitätsaktien“

  • Aktualisiert am

Mit der Suche nach Anlagethemen und der sorgfältigen Auswahl der Einzelaktien schlägt Fondsmanager Aaron Barnfather vom Newton Pan European Equities Fonds den Markt. Er baut auf günstige, wachstumsstarke Blue Chips.

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          „Das globale Wirtschaftswachstum hat seinen Höhepunkt vorerst überschritten und auch der Basiseffekt bei der Gewinnentwicklung der Unternehmen beginnt zu verblassen,“ so beschreibt Fondsmanager Aaron Barnfather vom Newton Pan European Equities Fonds die aktuelle Lage an den Finanzmärkten.

          Nachdem Anleger im vergangenen Jahr alleine auf Grund der makroökonomischen Daten auf Aktien setzen konnten, ist das im laufenden Jahr nicht mehr ohne weiteres möglich. Barnfather rechnet mit einer anhaltenden Seitwärtsbewegung und rät Anlegern, bei der Auswahl der Aktien sorgfältig vorzugehen und dabei sowohl auf die Bewertung, das Wachstumspotential aber auch die Risiken zu achten. Grundsätzlich seien Aktien im Vergleich zu Anleihen noch günstig, vor allem in Europa. Er selbst setzt in seinem Fonds auf größere Unternehmen mit starker Ergebnisqualität.

          Small- und Mid-Caps verlieren an Reiz

          In den vergangenen Monaten sind die so genannten Small- und Mid-Caps sehr gut gelaufen. Im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt und mit den großen Unternehmen sind sie allerdings mittlerweile nicht günstig. Deswegen sei es ratsam, sich so langsam von den kleineren und mittleren, vor allem aber den zyklischen Unternehmen zu verabschieden. Es sei nicht so wichtig, ob die Konjunktur international boome und die Zinsen rasch und deutlich steigen oder ob das Wachstum nachlasse und die Zinsen niedrig bleiben. Denn das Resultat an der Börse sei dasselbe: Rotation in die großen Werte mit hoher Ertragsqualität.

          Dabei setzt Barnfather auf jene Unternehmen, die im Vergleich mit dem möglichen Wachstum unterbewertet seien. Die Wachstumsphantasie leitet er aus globalen Themen ab wie „Outsourcing“ oder den Chancen, die sich in Schwellenländern bieten. Dabei kristallisieren sich Unternehmen heraus wie ING, Carlsberg, France Telecom, Vinci, Acciona, Enel, TPG, Hypo RealEstate, Serco, Capita, Rexam, aber auch HSBC, Standard Chartered, Erste Bank, Prudential, Metro, UniCredito Italiano, EFG Eurobank Ergasias oder KBC.

          Sorgfältige Analyse der Einzelwerte

          Hinter jeder einzelnen Aktie steht eine sorgfältige Analyse und eine entsprechende „Story“. Bei der Hypo RealEstate fragen sich Barnfather und seine Analysten beispielsweise, wie die HypoVereinsbank überhaupt auf die Idee kommen konnte, diesen Teil des Unternehmens auszugliedern und dann auch noch zum damaligen Preis. Denn diese Aktivitäten seien mit das Wertvollste gewesen, was die Bank zu bieten hatte. Die Aktie sei deutlich unterbewertet an die Börse gekommen und biete selbst nach den Kursgewinnen seit dem Börsengang noch weitere Phantasie. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liege noch bei 0,7. Die Aktie könne sogar ein Dax-Kandidat werden.

          Das spanische Bauunternehmen Acciona sei günstig bewertet. Die Aktie sei auch deswegen interessant, da sich das Unternehmen immer mehr auf höherwertige Aktivitäten konzentriere. Auf diese Weise könne es weiter wachsen. EFG Eurobank Ergasias sei in Griechenland aktiv. Das Land biete auf Grund der bisher geringen Verschuldung der Haushalte - in der Vergangenheit waren Konsumentenkredite zeitweise sogar verboten oder eingeschränkt - vor allem gut geführten Banken mit solidem Risikomanagement noch massives Wachstumspotential.

          Deutschland stark gewichtet

          Deutschland ist im Portfolio des Fonds stark gewichtet. Aaron Barnfather setzt auf Unternehmen wie die Hypo RealEstate, AMB Generali, Eon, Deutsche Börse, Metro und auch DaimlerChrysler. Metro sei einer der besten Einzelhandelswerte weltweit und biete auf Grund der effizienten Struktur noch deutliches Wachstumspotential. Nicht nur mit Blick auf Osteuropa, sondern auch auf Frankreich und Spanien. DaimlerChrysler zieht er sogar BMW vor. Denn bewerte man Chrysler ähnlich wie die amerikanischen Rivalen, dann sei das Gesamtunternehmen deutlich unterbewertet. Dazu komme nach der Mitsubishientscheidung eine neue Strategie und eine Vielzahl neuer Modelle. In der Branchenbetrachtung stehen europäische Bau- und Dienstleistungswerte weit vorne. Deutlich untergewichtet sind dagegen die Banken und Hersteller von elektronischen Gütern.

          Erfolgsorientierte Anlagekultur

          Die Anlagekultur bei Newton Investment Management, einer Tochter von Mellon Global Investments, ist erfolgsorientiert. Die Vergütung orientiert sich in erster Linie an der Performance, die Hierarchie ist flach und teamorientiert, die Anlagestrategien werden aus beobachtbaren Trends abgeleitet und auf vergleichsweise wenige Aktien fokussiert. Die Papiere werden auf Basis der Fundamentaldaten - Fondsmanager und Analysten legen vor allem Wert auf einen starken Cashflow - sorgfältig analysiert, die Benchmark - der FTSE Eurotop 300 - spielt nur eine sekundäre Rolle. 60 Prozent des Geldes liegt in Werten, die nicht dem Vergleichsindex angehören.

          Dieses Vorgehen führte in längerfristiger Betrachtung dazu, daß der Fonds besser abschneidet als die Benchmark. Und das bei geringerem Risiko. Das gilt allerdings nicht kurzfristig. Denn in so dynamischen Jahren wie dem vergangenen kann der Fonds natürlich nur bedingt mit dem Index mithalten.

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