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Fonds : Morningstar kürt Bill Nygren zum Fondsmanager des Jahres

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Mit einer Durchschnittsrendite von 26 Prozent in den vergangenen fünf Jahren kann sich der Fonds von Bill Nygren sehen lassen. Deswegen wählte ihn Morningstar zum Fondsmanager für amerikanische Aktien des Jahres 2001.

          Bill Nygren, dessen Oakmark Select Fund im vergangenen Jahr 26 Prozent zulegen konnte, wurde von Morningstar zum "Domestic Fund Manager of the Year" gewählt. Mit einer Durchschnittsrendite von 26 Prozent über fünf Jahre ließ sein Fonds 99 Prozent aller amerikanischen Aktienfonds hinter sich. Nygren setzte unter anderem auf Unternehmen wie H&R Block und Office Depot, deren Aktien 2001 um 116 bzw. 160 Prozent gestiegen sind.

          Aus über 14.000 Investmentfonds ermittelt der Fondsbeobachter aus Chicago jedes Jahr die Besten ihrer Kategorie. Das gilt für US- Aktien- und Anleihefonds, aber auch für internationale Portefeuilles. In der Regel zählten die Gewinner langfristig zu den Outperformern. "Eines ist ihnen gemeinsam: Sie hassen es, Geld zu verlieren und sichern sich daher entsprechend ab", formuliert Russel Kinnel, Leiter der Fondsanalyse bei Morningstar.

          Seltenes Lob an die Analysten

          Bester Fondsmanager im Fixed-Income-Bereich wurde Bob Rodriguez. Er verwaltet den FPA New Income Fund. Spitzenreiter auf dem internationalen Parcours wurden Jean-Marie Eveillard und Charles de Vaulx. Sie sind für den First Eagle SoGen Global Fund verantwortlich. Während der Standard & Poor's 500 Index 13 Prozent verloren hat und der Nasdaq Composite Index um 21 Prozent gefallen ist, verzeichneten über acht von zehn US-Aktienfonds im letzten Jahr Verluste. Im Durchschnitt lagen diese bei 11,9 Prozent.

          Nygren schaffte es durch die Auswahl der richtigen Aktien mit seinem 4,2 Milliarden Dollar schweren Fonds unter die Gewinner. "Morningstar hat mich für meine Aktienpicks belohnt", erklärt der 43-Jährige. "Aber eigentlich gehen davon nur etwa zehn Prozent auf mein Konto. Den Rest verdanke ich den Analysten, die ihren Job wirklich gut gemacht haben." Als Analyst ging Nygren 1983 zu Harris Associates LP, den Oakmark Select Fund verwaltet er seit 1996.

          Auf der Suche nach Schnäppchen

          Als so genannter "Deep Value Investor" gehört Nygren zu den Schnäppchenjägern. Er hält nach Unternehmen Ausschau, deren Aktien bei 60 Prozent ihres eigentlichen Werts gehandelt werden. Seine Wahl fiel auf Interpublic, The Gap und American Express. Im Vergleich zum Standard & Poor's 500 Index kletterten ihre Gewinne in den letzten fünf Jahren doppelt so schnell, während ihre Aktien 2001 Verluste verzeichneten.

          "Wir bleiben unserer Anlagestrategie auch dann treu, wenn der Rest der Welt das Gegenteil predigt." Nygren konkurrierte gegen Richard Freeman mit dem Smith Barney Aggressive Growth Fund, Sam Stewart mit dem Wasatch Core Growth Fund und Joel Tillinghast mit dem Fidelity Low-Priced Stock Fund. Konnte Freeman mit seinem Fonds in den letzten fünf Jahren um jährlich 25,8 Prozent zulegen, verzeichnete er 2001 ein Minus von fünf Prozent.

          Seinen 705 Millionen Dollar schweren FPA New Income Fund hielt Rodriguez seit 1984 kontinuierlich im Plus. 2001 legte das Portefeuille um 12,33 Prozent zu und überholte damit 99 Prozent der Wettbewerber. In den letzten fünf Jahren kam der Fonds im Durchschnitt auf plus 7,54 Prozent.

          Eveillard und de Vaulx kamen mit ihrem 1,6 Milliarden Dollar schweren Fonds im letzten Jahr auf einen Wertzuwachs von 10,2 Prozent. Fast alle anderen internationalen Portefeuilles erzielten hingegen einen Verlust, berichtet Kinnel. Eveillard verwaltet den First Eagle SoGen Global Fund bereits seit 1979, sein französischer Kollege unterstützt ihn seit 1987. "Sie sind beide sehr wertorientiert und auf Sicherheit bedacht", so Kinnel.

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