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Fonds : Indexfonds für den Mittleren Osten

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Die Aufsichtsbehörden der Staaten am Persischen Golf prüfen, ob sie in diesem Jahr erstmals börsennotierte Indexfonds zulassen sollen, um ausländische Anleger zu gewinnen. Das berichtet die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley.

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          Die Aufsichtsbehörden der Staaten am Persischen Golf prüfen, ob sie in diesem Jahr erstmals börsennotierte Indexfonds (ETFs) zulassen sollen, um ausländische Investoren zu gewinnen. Das berichtet die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley.

          „Viele Börsen in der Region erwägen Vorschriften zu verabschieden, dass lokale ETFs notiert und auch ETFs aus den Vereinigten Staaten und Europa wechselseitig notiert werden können“, erläutert Debbie Fuhr, Analystin bei Morgan Stanley, in einem Interview in Dubai. „Mit den Fonds können neue langfristige Investoren in einen Markt hereingebracht werden, zu dem sie ansonsten nur schwer Zugang haben.“

          Interesse verschiedener arabischer Märkte

          Die Cairo & Alexandria Stock Exchanges hat ETF-Manager kontaktiert, um das Interesse für einen börsennotierten Fonds auf den ägyptischen Benchmark-Index CASE 30 auszuloten, berichtete der Vorsitzende der Börse, Maged Shawky, am 28. November. Die Börsen Abu Dhabi und Oman haben auf Konferenzen das Thema ETFs angesprochen. Morgan Stanley hilft Saudi-Arabien sein Potential abzuschätzen.

          Saudi-Arabien, die größte arabische Volkswirtschaft und der weltgrößte Ölproduzent, erlaubt den Bürgern der sechs Golf- Kooperationsstaaten und Ausländern, die in dem Königreich leben, Aktien an der Börse zu handeln. Nicht in dem Land lebende Ausländer können nur über saudische Investmentfonds Aktien kaufen. In den anderen Golfstaaten begrenzen die meisten Unternehmen den ausländischen Aktienbesitz.

          ETFs werden wie eine Aktie an der Börse gehandelt. Mit ihnen können Investoren Indizes verfolgen und darauf setzen, ob sie steigen oder fallen werden. Auch Leerverkäufe sind möglich. Die weltweit 1173 ETFs hatten Ende Dezember ein Anlagekapital von 796,5 Milliarden Dollar. Bis 2011 werden börsengehandelte Indexfonds über 2 Billionen Dollar verwalten, prognostiziert Morgan Stanley. Barclays Global Investors ist der größte ETF- Manager gemessen am Anlagekapital, gefolgt von State Street Global Advisors und Vanguard Group.

          Instrumente sind praktisch für den gegebenen Rechtsrahmen

          Allerdings verbietet das muslimische Recht, die Scharia, einige Hedginginstrumente. So dürfen gläubige Muslime keine Wertpapiere verkaufen, die sie nicht halten oder Finanzspekulationen eingehen. „Über ETFs können Investoren von Marktbewegungen profitieren, ohne selbst Leerverkäufe zu tätigen“, erläutert Fuhr.

          Im vergangenen Jahr ist der MSCI GCC Countries Index der sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates 47 Prozent geklettert. Die Erlöse aus dem Ölexport haben einen Bauboom ausgelöst und die Konsumnachfrage angeschoben. Der ägyptische CASE 30 hat im vergangenen Jahr 51 Prozent zugelegt und schloss am 31. Dezember auf einem Rekordhoch.

          Ganz anders war das Bild noch 2006. Da rangierten vier der Golf-Staaten unter den Märkten mit der schlechtesten Wertentwicklung unter den 90 Aktienmärkten weltweit, die Bloomberg beobachtet. Anleger befürchteten, dass die Kurse den Aussichten für das Wachstum der Unternehmensgewinne davon geeilt waren.

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