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Fonds : Fonds-Ermittlungen kosten Bank of America 100 Millionen Dollar

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Die Bank of America versucht erstmals, potenzielle Kosten zu beziffern , die im Zusammenhang mit Untersuchungen über nicht zulässige Handelspraktiken auftreten könnten. Die Summe steht noch nicht entgültig fest.

          Bank of America , die nach der Bilanzsumme drittgrößte amerikanische Bank, hat im Zusammenhang mit den Untersuchungen über nicht zulässige Handelspraktiken bei Fonds 100 Millionen Dollar zurückgestellt. Damit wurden erstmals potenzielle Kosten beziffert.

          Bank of Amercia ist eine von vier Fondsgesellschaften, die ins Visier des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer geraten sind. Sie sollen dem Hedgefonds Canary Capital Partners LLC Fondspreise ermöglicht haben, die nicht für alle Investoren galten.Vergangene Woche meldete die Bank mit Sitz in Charlotte, North Carolina, sie werde Fondsinvestoren, die dadurch benachteiligt wurden, entschädigen. Am Dienstag gab Bank of America bekannt, daß eine Reserve von 100 Millionen Dollar für "die laufenden Ermittlungen über die Fondspraktiken der Bank" gebildet wurde.

          Summe steht noch nicht entgültig fest

          "Unsere Schätzung basiert auf dem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen", erklärte James Hance, Finanzvorstand von Bank of America, in einem Fernsehinterview mit Bloomberg News. "Bei Veränderungen werden wir die Summe entsprechend anpassen." Im dritten Quartal kam die Bank auf einen Gewinn von 2,92 Milliarden Dollar. Im Zusammenhang mit unzulässigen Handelspraktiken wird auch gegen Janus Capital Group , Bank One und Strong Capital Management ermittelt.

          Nach Spitzers Einschätzungen hat Bank of America dem Hedgefonds Canary gestattet, nach 16.00 Uhr New Yorker Zeit zu handeln. Im Gegenzug für diese Geschäfte nach dem üblichen Handelsschluß für Fonds wurden über die Bank zusätzliche Investments abgewickelt, die ihr "mehrere Millionen Dollar" einbrachten. Außerdem soll Bank of America kurzfristige sogenannte Markttiming-Transaktionen ermöglicht haben.

          Anleger wollen wissen, woran sie sind

          Die Ermittlungen forderten personelle Konsequenzen: Bank of America hat zwei Mitarbeiter entlassen, darunter den Händler Theodore Sihpol, der die Geschäftsbeziehung zu Canary aufgebaut hat und es dem Hedgefonds ermöglichte, das bankinterne Clearing- System zu nutzen. "Die Investoren wollen von den Unternehmen zumindest ansatzweise wissen, wohin solche Ermittlungen führen könnten", erläuterte Robert Lee, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods in New York.

          Die amerikanische Börsenaufsicht SEC wird bereits nächsten Monat neue Regeln vorstellen, die mißbräuchlichen Handelspraktiken bei Investmentfonds einen Riegel vorschieben sollen. Das kündigte der SEC-Vorsitzende William Donaldson an. Die neuen SEC-Vorschriften gehen das Problem des nachbörslichen Handels und Markttiming an, erklärte Donaldson. Eine mögliche Änderung könnte darauf hinauslaufen, dass Investmentfondsgesellschaften Order, die nach dem Ende des Fondshandels um 16.00 Uhr eingehen, nicht mehr als tagesgleiche Order verbuchen dürfen. Sie würden dann zum Kurs des nächsten Tages abgerechnet. "Das würde effektiv das Potenzial für nachbörslichen Handel bei Fondsanteilen zunichte machen," konstatierte Donaldson. Außerdem erwägt die SEC zusätzliche Compliance-Vorschriften für die Investmentfondsgesellschaften.

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