https://www.faz.net/-gv6-qzcm

Fonds : Es gibt Dach-Hedge-Fonds mit Performance

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Dachfonds sind oft sehr „gebührenbefrachtet“. Das gilt insbesondere auch für Dach-Hedge-Fonds. Sie sind nur dann ihr Geld wert, wenn sie eine stetige Rendite mit einem deutlichen Risikoabbau kombinieren können. Manchen gelingt es.

          Viele Fonds sind umstritten, da sie trotz hoher Ausgabeaufschläge und zum Teil beachtlicher Management- und Verwaltungsgebühren keine überdurchschnittliche Leistung abliefern können. Nicht selten schlagen sich vergleichbare Indexfonds besser als die „großen Flaggschiffe“ bei geringeren Kosten.

          Was für „normale“, aktiv verwaltete Fonds gilt, trifft erst recht für Dachfonds und insbesondere auf für die Dach-Hedge Fonds zu. Denn solche Konstruktionen verbergen nicht nur die doppelten Gebührenstrukturen in sich, sondern nicht selten auch noch eine Erfolgsbeteiligung.

          Sharpe Ratio als Vergleichsbasis, um zwischen Äpfel und Birnen im Ansatz unterscheiden zu können

          Alleine aus diesem Grund sind solche Instrumente in der Regel auf den ersten Blick alles andere als attraktiv. Sie mögen dann einen gewissen Reiz haben, wenn die Dachfonds-Manager in der Lage sind, einen gewissen Erfolg zu erzielen und gleichzeitig durch eine gezielte Streuung der Risiken das Gesamtrisiko des Produktes deutlich zu senken. Aus diesem Grund dürften sich Fonds, Dachfonds und auch Dach-Hedge Fonds nur auf risikobereinigter Basis miteinander vergleichen lassen. Denn sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

          Eine einfache Kenngröße in diesem Zusammenhang ist die so genannte Sharpe Ratio. Sie setzt die Gesamtrendite eines Finanzinstruments über einen gewissen Zeitraum ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko und zeigt so gewissermaßen eine Art von risikobereinigter Rendite nach Risiko an.

          Die Sharpe-Ratio mißt die Überschußrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Wenn also beispielsweise ein Anleger die Wahl zwischen zwei Fonds hat, die beide in den vergangenen drei Jahren eine jährliche Rendite von 15 Prozent erzielt haben, so dürfte er den Fonds bevorzugen, der diese Rendite mit der geringeren Schwankungsbreite bei der Wertentwicklung (Volatilität) erreichte. Eine Sharpe-Ratio von deutlich größer eins zeigt an, daß der Fonds im Vergleich mit einer risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaften konnte.

          Es gibt einzelne Fonds mit attraktiver Rendite und relativ hoher Sharpe Ratio

          Ein Blick auf die international ausstehenden Dach-Hedge-Fonds bei Bloomberg zeigt, daß manche dieser Produkte auf Sicht eines Jahres eine scheinbar exzellente Performance an den Tag gelegt haben. Der Swiss Management Fund-Global liegt mit einem Plus von 73,6 Prozent in einem Zeitpunkvergleich an der Spitze. Das macht zunächst einen positiven Eindruck.

          Allerdings müssen solche Daten und Performancetabellen immer kritisch hinterfragt werden. Denn längerfristig konnte dieser Fonds bisher kaum überzeugen. Im Gegenteil - blickt man auf den Chart (siehe Infografik), so hat das Produkt zunächst eher unterdurchschnittlich abgeschnitten, bevor es in jüngster Zeit deutlich nach oben ging. Es wird sich noch zeigen müssen, ob dieser Effekt ein Glücksgriff des Dachfonds-Managers ist oder ob dieser nachhaltig Bestand haben wird.

          Tatsache ist, daß manche der Dach-Hedge Fonds trotz der hohen Gebühren in der Lage sind, erstaunlich stabile Aufwärtstrends zu etablieren und dabei gemessen an der Sharpe Ratio eine Überrendite zu erzielen. In diesem Sinne dürfte es für konservative Anleger durchaus interessant sein, einen Teil des Vermögens in gute gewählte und bewährte Angebote dieser Art zu investieren.

          Zu den Fonds, die auf Sicht eines Jahres eine relativ hohe Rendite und gleichzeitig eine hohe Sharp Ratio erzielt haben gehören der Wimbledon Fund Class C von Weston Capital Management und der Value Catalyst Fund von den Laxey Partners. Allerdings gibt es eine kleinen Schwierigkeit: obwohl es zumindest theoretisch möglich wäre, werden viele dieser Fonds in Deutschland nicht vertrieben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.