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Fonds : DWS-Klimawandel-Fonds spielt ein Modethema

  • Aktualisiert am

Bild: DWS

Das Thema Klimawandel ist in aller Munde. Die Börse macht da keine Ausnahme. Von der Fondsgesellschaft DWS gibt es passend dazu jetzt auch den ersten Klimawandel-Fonds. Sie nutzt auf diese Weise die Publizität des Themas.

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          Der viel zu warme Winter hat die Menschen aufgeschreckt. Nicht nur in der Politik, sondern auch an den Stammtischen wird das Thema Klimawandel ausführlich diskutiert. Die Verunsicherung kommt dabei nicht nur von den subjektiv als zu hoch empfundenen Temperaturen, sondern auch durch nachprüfbare Zahlen. So liegt die mittlere Jahrestemperatur nun schon seit dem Jahr 1982 dauerhaft über dem Durchschnitt und die Zahl der weltweiten Naturkatastrophen ist von im Schnitt zwei vor 50 Jahren bis heute auf sieben gestiegen. Auch die gemessene CO2-Konzentration liegt inzwischen eindeutig über dem Durchschnitt früherer Jahrhunderte und Jahrtausende.

          Wegen dieser alarmierenden Bestandsaufnahme wird über das Thema natürlich auch in der Wirtschaft und an den Börsen heftig debattiert. Da Krisen stets auch ihre Gewinner produzieren, suchen die Börsianer nach den Anlagechancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Die Verantwortlichen der Fondsgesellschaft DWS haben diese Idee rasch in ein konkretes Produkt umgesetzt und den so genannten DWS Klimawandel Fonds (ISIN: DE000DWS0DT1) aufgelegt. Beworben wird der Fonds mit dem Spruch: Höchste Zeit für eine Klima-Anlage und im Fondsprospekt wird darauf hingewiesen, dass das Papier der Broschüre FSC-zertifiziert sei.

          Depotschwergewicht bei in Europa und Unternehmen aus dem Bereich Saubere Technologien

          Der neue Fonds will über zwei Anlageansätze zum Erfolg kommen. Zum einen soll gezielt in Unternehmen investiert werden, die Produkte, Dienstleistungen und Technologien anbieten, die es ermöglichen, Treibhausemissionen zu verringern. Zum anderen konzentrieren sich die DWS Experten auf Unternehmen, die dazu beitragen, sich auf Veränderungen des Klimawandels vorzubereiten und die Konsequenzen besser zu bewältigen. Es wird dabei ein aktives Fondsmanagement ohne Benchmark-Orientierung betrieben. Die Titelauswahl erfolgt durch einen Stock-Picking-Ansatz, der sich an fundamentalen Kriterien orientiert, ohne dabei jedoch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Region oder Branche zu achten.

          Zum Start nehmen europäische Werte zunächst ein Gewicht von 47 Prozent im Portfolio ein. Nordamerikanische Aktien werden mit 45 Prozent gewichtet, japanische Titel mit acht Prozent. Was die Sektor-Allokation angeht, kommen 55 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Saubere Technologien, 25 Prozent aus dem Bereich Umweltmanagement/Schadensbegrenzung und 20 Prozent haben mit Energieeffizienz zu tun. Zu den Einzelfavoriten zählen aktuell der japanische Autohersteller Toyota, das amerikanische Forstunternehmen Rayonier, der dänische Dämmstoff-Hersteller Rockwool und der amerikanische Bioenergieproduzent Covanta.

          Spezielle Anlagetechniken bergen erhöhte Kursschwankungsrisiken

          Zu den Details des Fonds ist noch zu ergänzen, dass er am 28. Februar mit einem Erstausgabepreis von 52,50 Euro (inklusive Ausgabeaufschlag von fünf Prozent) aufgelegt wurde. Als weitere Kostenpauschale werden jährlich 1,45 Prozent kassiert. Die Depotbank ist die State Street Bank GmbH. Als Fondsmanager fungiert Nicolas Huber, der auch für den im Februar 2006 aufgelegten DWS Aktien Zukunftsressourcen (WKN: DE0005152466) verantwortlich ist.

          Außerdem wird im Fondsprospekt ausdrücklich auf eine deutlich erhöhte Volatilität hingewiesen. Das heißt, die Anteilpreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach unten oder oben unterworfen sein, was mit den vom Fondsmanagement verwendeten speziellen Anlagetechniken begründet wird. Wie betont wird, eigne sich der Fonds deshalb nur für den erfahrenen Anleger, der mit den Chancen und Risiken volatiler Anlagen vertraut und zudem in der Lage ist, vorübergehend hohe Verluste hinzunehmen.

          Fazit: Das Thema Klimawandel ist so wichtig, dass sich auch die Schaffung eines eignen Spezial-Fonds rechtfertigt. Ob es gelingt, mit dem Thema auch an der Börse Geld zu verdienen, bleibt abzuwarten. Wegen der immensen Investitionen, die in den nächsten Jahrzehnten in den Bereich investiert werden, kann die Rechnung aber aufgehen. Als zusätzlicher Aspekt kommt der Nebeneffekt hinzu, dass bei einem Investment in ein Produkt, das sich dem Thema Klimawandel widmet, dem Gewissen der Anleger der Eindruck vermittelt wird, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

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