https://www.faz.net/-gv6-s1ac

Finanzmärkte : Rentenfonds sichern nicht die gesetzliche Rente!

  • Aktualisiert am

Bild:

Die Deutschen und ihr Wissen über die Geldanlage - das ist ein Thema für sich. Viele deutsche Anleger wissen nach eigener Einschätzung sehr gut über Finanzangelegenheiten Bescheid. Ein Umfrage zeigt aber auch das Gegenteil.

          2 Min.

          Die Deutschen und ihr Wissen über die Geldanlage - das ist ein Thema für sich. Denn während die Hälfte der befragten deutschen Anleger nach einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der AXA Investment Managers nach eigener Einschätzung sehr gut über Finanzangelegenheiten Bescheid weiß, so führen fiktive Fragen zu zum Teil erschreckenden Ergebnissen.

          „Geldmarktfonds investieren in erster Linie in unterschiedliche Währungen, um Gewinn zu erzielen“; lautete beispielsweise eine erfundene Behauptung. Und satte 600 der 1.000 telefonisch befragten Deutschen stimmte dieser Aussage zu. Dabei ist sie grundfalsch. Denn Geldmarktfonds machen in der Regel keine Carry Trades.

          Immobilienfonds kaufen in der Regel keine baufälligen Gebäude

          „Immobilienfonds kaufen baufällige Gebäude und renovieren diese, um sie dann zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen“, lautete eine andere fiktive Aussage. 48 Prozent der Befragten hielten sie für richtig. Jedoch auch diese Aussage ist zum größten Teil falsch. Es gibt zwar einzelne kleinere Immobilienunternehmen wie etwa die Franconofurt AG, die diese Strategie wenigstens in Teilen verfolgt. Allerdings ist das Unternehmen alles andere nur kein Fonds, der in bestehende oder neue Immobilien im großen Stil investiert.

          Auch mit dem Wissen über die Altersvorsorge kann es nicht weit her sein. Denn sonst würden nicht 46 Prozent der Deutschen der These zustimmen, nach welcher „Rentenfonds Rentenfonds heißen, da sie für die Absicherung der gesetzlichen Rente sorgen.“ Dabei investieren Rentenfonds in Rentenpapiere, die auch Anleihen, festverzinsliche Papiere oder auch neudeutsch Bonds genannt werden. Sie liefern regelmäßige Einkommen in Form von Kupons und bringen am Ende der Laufzeit das eingesetzte Kapital zurück, sofern man auf eine solide Körperschaft oder ein solides Unternehmen mit guter Bonität gesetzt hat. In diesem Sinne sind Rentenpapiere eine Basisanlage, sofern das Risiko, bei steigenden Zinsen vorzeitig verkaufen zu müssen, überschaubar bleibt.

          Honorar-Beratung als Ausweg

          Immerhin scheinen die Befragten davon gehört zu haben, dass mit der öffentlichen Rentenversicherung - dem Umlageverfahren, nach dem die heute eingenommenen Beiträge ohne größerer Verzögerung an die heutigen Rentner ausgezahlt werden - künftig aufgrund der demographischen Entwicklung immer weniger Staat zu machen ist. Denn wenn wegen der schrumpfenden Bevölkerung immer weniger Beitragszahlern immer mehr Empfänger gegenüberstehen, so müssen entweder die Beiträge steigen oder die Renten fallen. Diese Tatsache drängt zu einer gewissen Eigenvorsorge.

          Genau hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Denn eine vernünftige Ersparnisbildung ist nur dann möglich, wenn sich die Sparer entweder gut auskennen oder sich richtig beraten lassen. Ein großer Teil der Privatanleger scheint auf die Beratung angewiesen zu sein. Sie sollten dabei vor allem auf deren Unabhängigkeit achten und darauf, wie die Berater entlohnt werden. Erhalten diese Provisionen, so dürften sie dazu neigen, die provisionsträchtigsten Finanzprodukte zu verkaufen und nicht jene, die sich für die Anleger am besten eignen. Aus diesem Grund dürfte die Beratung gegen Honorar nicht der schlechteste Weg sein, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Das Honorar macht sich in der Regel rasch bezahlt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           Raketen werden am Freitag im südlichen Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert.

          Nahostkonflikt : Politik mit Raketen

          Bislang kann sich die Hamas sicher sein, dass Israel keinen Regimewechsel herbeiführen möchte. Umgekehrt haben die Islamisten nun sogar indirekt dafür gesorgt, dass Netanjahu von der jüngsten Eskalation profitieren kann.
          Pro-palästinensische Proteste am 15. Mai in Köln

          Von wegen Proteste : Antisemitischer Mob

          Vielen Demonstranten geht es nicht um Kritik an Israels Vorgehen im Gaza-Streifen. Sie lassen ihrem Hass auf Juden mitten in Deutschland freien Lauf. Was bleibt zu tun?
          Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

          Grüne : Baerbock will als Kanzlerin Flugreisen verteuern

          Solaranlagenpflicht für Neubau, Kurzstreckenflüge sollen obsolet werden: Annalena Baerbock kündigt ein „Klimaschutzsofortprogramm“ an, sollte die Grüne im September Kanzlerin werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.