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Exchange Traded Funds : Faire Preisstellung entscheidet bei Indexfonds

  • Aktualisiert am

Auch bei Fonds entscheidet der Preis Bild: Klein/STOCK4B

Portfoliogewichtung und Performance spielen bei Indexfonds eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist der Spread.

          Exchange Traded Funds (ETF) entwickeln sich zusehends zur Alternative zu klassischen Invesmentfonds. Auf erhöhtes Interesse seitens der Anleger trifft dabei insbesondere die Kategorie der Indexfonds.

          Über XTF, das Segment für börsengehandelte Fonds der Deutschen Börse AG, wurden im Februar bereits 2,8 Milliarden Euro in Indexfonds umgesetzt - Tendenz der Umsätze steigend. Und damit nimmt die Zahl von Emittenten und emittierten Produkten stetig zu. Für den Anleger stellt sich daher die Frage, welche Unterschiede es überhaupt bei den „Index-Trackern“ gibt?

          Die Zahl der Emittenten steigt

          43 Indexfonds von vier Emittenten werden derzeit über XTF zum Kauf angeboten. Indexchange, Unico Asset Management, LDRS und Fresco heißen die Anbieter. Dahinter verbergen sich allerdings altbekannte Namen aus der Finanzszene. Indexchange ist eine Tochter der Hypovereinsbank und mit 17 ETF der aktivste Anbieter. Mit dem DAX EX, dem Indexfonds auf den Dax, hat das Unternehmen zudem das umsatzstärkste Produkt am Start.

          Die Fonds der US-Investmentbank Merrill Lynch nennen sich kurz LDRS - Assoziationen zu Leaders, also neudeutsch für Führer, ausdrücklich gewünscht. Mit 15 Produkten stellen die US-Amerikaner einen Großteil der Indexfonds innerhalb XTF. Nachteil der Merrill-Lynch-Produkte: der globalen Strategie des Hauses ist zu verdanken, dass LDRS vorrangig auf Subindizes des englischen FTSE lauten, beispielsweise dem FTSE Global Tech oder dem FTSE Global Media.

          Unico Asset Management, Tochter der Union Investment, konzentriert sich unter der Marke i-tracker vorrangig auf Produkte auf MSCI-Indizes wie den MSCI World. Jüngster Neuzugang der Anbieter ist UBS mit den sogenannten Fresco-Produkten, die ebenfalls auf schwergewichtige Indizes wie den DJ Industrial Average setzen.

          Alles konzentriert sich auf den Spread

          Das Gros der Umsätze in Indexfonds läuft über das elektronische Handelssystem Xetra. Gute Handelbarkeit, keine Ausgabeaufschläge und Rücknahmekosten sowie eine Performance, die eng an die Entwicklung des jeweils zugrundeliegenden Indizes geknüpft ist, sprechen für diese Form von Exchange Traded Funds. Zumal inzwischen zur Binsenweisheit geworden ist, dass die wenigsten Fondsmanager ihre Benchmark zu schlagen vermögen. Die Fragen nach Portfoliogewichtung, Chance-Risiko-Profil, Fondsrating und historischer Performance stellt sich somit nur bedingt. Was also sind dann die Kriterien, anhand derer sich ein Anleger für ein bestimmtes Produkt entscheiden sollen?

          In der Tat reduziert sich - zum Leidwesen der Fondsgesellschaften - die Frage nach dem richtigen Produkt auf die Frage nach der Preisstellung. Ein Indiz gibt ein Blick auf Anzahl und Namen der Designated Sponsors, die für die Handelbarkeit des jeweiligen Produktes sorgen. Da ein Market Maker vorrangig am sogenannten Spread - also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs verdient - belebt hier Konkurrenz das Geschäft.

          Rechnen ist angesagt

          Ein Beispiel aus der Praxis: Merrill Lynch und Indexchange bieten beide Produkte auf den Dow Jones Euro Stoxx 50 an. Während der LDRS-Fonds von Merrill einen aktuellen Spread von 0,24 Prozentpunkten aufweist, liegt Indexchange mit dem DJ Euro Stoxx 50 Ex bei 0,11 Prozent und damit deutlich darunter. Daneben ist auch die Höhe der Verwaltungsgebühren entscheidend. Die Management Fee ist bei Indexchange mit 0,4 Prozent ebenfalls günstiger als bei Merrill Lynch (0,5 Prozent).

          Somit ist der Anleger gerade bei Indexfonds gefragt, sich mit dem Thema Kosten zu beschäftigen. Die Spreads zu allen Produkten werden auf der Website der Deutschen Börse AG (www.xtf.de) laufend veröffentlicht. Allerdings dürften auch preissensitive Investoren durch eine Besonderheit der Branche an Grenzen stoßen: durchaus üblich ist es, dass Börsen auf die von ihnen errechneten Indizes Exklusivlizenzen vergeben. Die Indexfonds auf den Dax, MDax und Nemax beispielsweise gibt es in Deutschland exklusiv von der Indexchange AG.

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