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Ethik-Fonds : „Siemens ist nicht akzeptabel“

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Sophie Horsfall: „Wer ethisch investiert, muss nicht auf Rendite verzichten”
          5 Min.

          Sophie Horsfall hat sicher nicht den einfachsten Job, den eine Fondsmanagerin haben kann. Bevor sie eine Aktie für ihren Stewardship International Fund kaufen darf, muss sie sich von einem Ethik-Gremium das Okay dafür holen. Wie das funktioniert, verrät sie im FAZ.NET-Interview.

          Horsfall ist auch verantwortlich für die weltweite Aktienanlage bei F&C Asset Management in London. F&C legte 1984 den ersten Ethik-Fonds Großbritanniens auf. Drei Jahre später folgte der Stewardship International Fund, der inzwischen auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen ist (Isin GB0030833767). Die Managementgebühr beträgt 0,5 Prozent im Jahr, der Ausgabeaufschlag 5,0 Prozent.

          Frau Horsfall, Sie begannen Ihre Karriere vor gut zehn Jahren als Analystin für die Chemie- und Ölbranche. Wie kommt es, dass Sie jetzt einen Nachhaltigkeitsfonds managen?

          Stimmt, in meinem ersten Berufsjahr war ich für die Branchen Chemie und Öl zuständig. In dieser Zeit lernte ich das Handwerk des Analysten kennen, wurde danach aber schnell Fondsmanagerin. Der Vorteil für meine jetzige Arbeit ist, dass ich weiß, wie die Ölmärkte funktionieren. Der Ölpreis beeinflusst ja auch den Aktienkurs von Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien, die in unserem Portfolio hoch gewichtet sind.

          Bild: F&C Asset Management

          Die Nachhaltigkeitskriterien von F&C gelten als besonders streng. Was unterscheidet Ihren Fonds von anderen Produkten?

          Am besten lässt sich das mit unseren Ethik-Kriterien erklären. Wir investieren nicht in Unternehmen, die Waffen herstellen oder verkaufen, gentechnisch verändertes Saatgut produzieren, mit Kernkraft oder Glücksspiel ihr Geld verdienen oder Tierversuche durchführen. Auch Tabak- und Alkoholproduzenten sind tabu.

          Firmen, die Tabak oder Alkohol verkaufen, schließen Sie aber nicht aus?

          Nein. Wenn der Verkauf dieser Produkte weniger als zehn Prozent des Umsatzes ausmacht, akzeptieren wir das. Nehmen Sie die Kaffeehauskette Starbucks. Dieses Unternehmen hat sehr früh mit fairem Handel begonnen, auch die Arbeitsbedingungen sind sehr gut. Jetzt hat Starbucks aber einen Kaffee mit Likör auf den Markt gebracht. Die Aktie durfte trotzdem im Portfolio bleiben. Denn Starbucks stellt den Likör nicht selbst her, außerdem machen die Umsätze deutlich weniger als zehn Prozent aus.

          Dürfen Sie Wal-Mart-Aktien kaufen?

          Nein, schließlich verkauft Wal Mart in einigen Kaufhäusern in den Vereinigten Staaten ja Waffen.

          Und Siemens?

          Siemens? Siemens ist nicht akzeptabel.

          Wegen der Kerntechnik oder der Korruptionsaffäre?

          Nein, hier war ausschlaggebend, dass das Unternehmen Rüstungsgüter produziert. Manchmal ist die Abgrenzung aber schwieriger. Nehmen Sie Microsoft: Vermutlich kommt deren Software auch bei der Armee zum Einsatz. Doch nur aus diesem Grund wollen wir die Aktie nicht ausschließen. Das wäre bloß der Fall, wenn die Produkte für den Kampfeinsatz bestimmt sind.

          Was passiert eigentlich bei Übernahmen? Mussten Sie die Body-Shop-Aktien verkaufen, als das Unternehmen von L'Oréal geschluckt wurde?

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